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Frischmilch wird selten   

 (oder: die Diktatur der Discounter...)

                                                                                                           Verfasst 2009

 

Ein Zwitter erobert die Supermarktregale

Kuhmilch ist bekanntlich ein leicht verderbliches hochwertiges Lebensmittel. Die Menschen der älteren Generation kennen sicherlich noch Milch "frisch von der Kuh", unbehandelt und wohlschmeckend, Rohmilch genannt. Man konnte sie früher in besonderen Milchgeschäften neben Butter, Buttermilch, Quark und Käse kaufen. Hier standen große metallene Milchkannen vom Bauern, aus denen die gewünschte Menge geschöpft wurde. Bei einigen Landwirten kann man sie auch heute noch direkt ab Hof kaufen, allerdings muss ein Warnschild neben der Verkaufsstelle darauf hinweisen: "Vor dem Verzehr abkochen!". Ließ man diese Frischmilch einen Tag lang im Warmen stehen, war sie bereits sauer geworden und diente in diesem Zustand ebenfalls der guten und schmackhaften Ernährung. Daher wurde die Milch täglich neu gekauft. Der Rahm setzte sich nach einiger Zeit am oberen Rand ab und konnte dort leicht für besondere Verwendungszwecke abschöpft werden. Als Variante zur allgemein üblichen Frischmilch kann man in manchen Geschäften diese Rohmilch auch heute noch als "Vorzugsmilch" kaufen, sie muss in den Geschäften allerdings innerhalb von 24 Stunden verkauft werden und stellt bei der Herstellung besondere Ansprüche an die Hygiene auf dem Hof.

Da offenbar die Mehrheit der Käufer bevorzugt Frischmilch wünscht, andererseits namentlich die großen Discounter und Supermärkte Milch in ihre Regale stellen wollen, die noch länger haltbar weil dadurch auch länger lagerfähig ist und sie weniger unverkaufte und abgelaufene Milch verlustreich entsorgen müssen, hat die Milchindustrie nach technischen Möglichkeiten gesucht, diesen Forderungen der Verkäufer zu entsprechen. Sie entwickelten schließlich die "ESL-Milch", die nunmehr Haltbarkeitsdatum bis zu 30 Tage aufweist und dennoch als Frischmilch verkauft werden darf.


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