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Der  20. Baum des Jahres proklamiert

 

Der Walnussbaum

 

Baum des Jahres 2008

 

„den Menschen ein guter, alter Freund“



                                                                 verfasst 2007  

Zum Baum des Jahres 2008 ist der Walnussbaum (Juglans regia L.) von Dr. Silvius Wodarz, Vorsitzender des Vereins/Kuratoriums „Baum des Jahres 2008 (KBJ), dem sich der Bund Deutscher Forstleute (BDF) und ca. 30 weitere Natur- und Umweltschutzverbände angeschlossen haben, in Berlin ausgerufen worden. Zur Erklärung für die diesjährige Wahl hieß es  u.a., dass die Walnuss einst zu einem typischen Hausbaum gehörte, der vor allem in zahlreichen Gärten anzutreffen war. Der Bestand in Deutschland aber geht seit Jahren bedauerlicherweise kontinuierlich zurück, weil er nur noch selten nachgepflanzt, doch um so häufiger wegen seines begehrten Holzes gefällt wird. Mit der Wahl soll dieser herrliche Baum erneut in das Bewusstsein der Bevölkerung gehoben werden, um seine weitere und erneute Kultivierung anzuregen.

Der Baum und seine Früchte

Der Stamm des Walnussbaums, der auch Edelnuss genannt wird, weist eine silbrige Rinde auf, der knorrige Wuchs des Baumes verleiht ihm einen ganz besonderen Charakter. Sein Holz ist sehr edel und seine Früchte werden außerordentlich von Mensch und Tier geschätzt. Das warme braune Walnussholz wird nur für sehr hochwertige Produkte verwendet. Besonders begehrt und gefragt sind Maserfurniere aus dem Wurzelknollen des Baumes, der aus diesem Grund ausgegraben werden muss. Man fertigt aus dem Holz des Stammes auch Uhrengehäuse, hochwertige Möbel, Musikinstrumente, Schachfiguren und Parkett her. Nussbaumholz war charakteristisch für Biedermeiermöbel. Die Blätter treiben recht spät im Jahr aus, etwa Ende Mai, und fallen bereits nach fünf Monaten schon wieder ab. So fällt erst im späten Frühjahr Schatten unter den Baum und im beginnenden Herbst kann die Sonne erneut unter ihn auf den Boden gelangen und diesen wärmen. ...

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Die Europäische Lärche

Baum des Jahres 2012

 

Seit dem Jahr 1989 kürt die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung den Baum des Jahres, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf eine Baumart zu lenken, die eine wichtige Funktion für die Natur hat oder die besonders bedroht ist und deswegen geschützt werden muss. Der Preisträger des Jahres 2012 ist die Europäische Lärche, ein heimischer Baum, der allerdings an nur wenigen Standorten in den deutschen Mischwäldern vorkommt und mit etwa einem Prozent hier recht rar vertreten ist. Er wurde im Zoologischen Garten in Berlin durch das Kuratorium „Baum des Jahres“ gekürt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Besondere an diesem Baum ist, dass er als einzige heimische Nadelbaumart im Herbst seine Nadeln abwirft. Durch den Nadelabwurf sehen Lärchen im Winter einmalig aus: die lichten Kronen sind voller kleiner Zapfen, die aufrecht stehen und mehrere Jahre am Baum stehen bleiben, so dass man immer neue und alte hintereinander aufgereiht an den Zweigen finden kann.

Die europäische Lärche stammt aus den Alpen und den Karpaten. Sie wächst dort häufig als Solitärbaum und bildet in hohem Alter Riesenstämme von ansehnlicher Höhe. Lärchen brauchen viel Licht für ein gutes Gedeihen.

Ausgewählt wurde in diesem Jahr eine besonders filigrane Baumart, die den Wäldern, speziell im Herbst durch ihre intensive Goldfärbung, viel Farbe und Heiterkeit verleiht, so die Jury in ihrer Begründung. Sie habe damit auch zum Begriff des „Goldenen Herbstes“ hierzulande beigetragen.

 Warum die Lärche als Nadelbaum die Nadeln im Herbst abwirft, konnte bis heute allerdings nicht eindeutig geklärt werden. Manche Baumforscher gehen davon aus, dass dies mit den besonderen Standortverhältnissen zusammenhängen könnte, also extremer Kälte verbunden mit besonders trockenen Böden. Denn Lärchen stehen im Gebirge oft auf felsigem Untergrund. Europäische Lärchen können bis über 1.000 Jahre alt werden. Sie kommen in Höhenlagen von 2500 m und mehr vor. Kaum eine andere Baumart ist so frosthart wie die Europäische Lärche, die - 40°C schadlos übersteht.

Die Lärche hat sich aber auch anderen Umweltbedingungen anpassen können. So breitete sie sich im Laufe der Jahrhunderte bis in die Täler aus und hier besonders in den Mischwäldern. Der Mensch brachte sie wegen ihrer Schönheit sogar in die Städte, in Privatgärten, Stadtanlagen und Parks. „Gegen die meisten Schadstoffe ist die Lärche relativ tolerant,“ sagte Silvius Wodarz, der Vorsitzende der Jury, „Ozon aber bereitet dem Baum Probleme.“ Dennoch könnte der Nadelbaum künftig auch zur Verbesserung von Luftqualität an besonderen Standorten eingesetzt werden. So habe es in London eine Untersuchung mit recht vielversprechenden Ergebnissen gegeben. „Man hat festgestellt, dass die Lärche besser als andere Bäume in der Lage ist, Luftschadstoffe aufzunehmen und dann auch zu eliminieren. Sie ist zwar nicht unbedingt ein Stadt- oder Straßenbaum, jedenfalls jetzt noch nicht. Aus den Befunden der britischen Untersuchung kann aber gefolgert werden, dass man sie durchaus häufiger anbauen kann bzw. sollte, damit sie diese Wirkung erzielt. Der Baum ist relativ genügsam und wird sich auch mit neuen Situationen zurechtfinden“, hieß es weiter in der Begründung.

Der Baum des Jahres 2012 ist somit zur Zeit keine besonders gefährdete Baumart, wie das bei Bekanntgabe eines Preisträgers normalerweise die Regel ist. Die Bestände hätten sich in den vergangenen Jahres nicht besorgniserregend vermindert. Aber die Jury hofft durchaus, dass sich das Vorkommen und die Ausbreitung auch weiterhin positiv entwickeln werde. Insbesondere vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels ist die Lärche somit sicherlich ein interessanter Preisträger.

Ein Hinweis noch zum Holz der Lärche, das als ganz besonders stabiles und hartes Holz geschätzt wird. Dazu Silvius Wodarz: „Das Holz der Europäischen Lärche und ihrer japanischen Schwester, der Japanischen Lärche, die beide bei uns vorkommen, hat einen sehr hohen Harzanteil. Dieser bewirkt, dass es besonders haltbar ist. Ihr Holz ist eines der härtesten und dauerhaftesten aller Nadelhölzer und muss somit nicht extra imprägniert werden, es ist daher besonders für Außenbauten gut geeignet, z.B. für Fassadenverkleidungen, Brücken, Masten, Zaunlatten, Holzpflaster und Dachschindeln. Auch bei Wasserbauten und im Bootsbau hat es sich als unschlagbar haltbar erwiesen und überstand problemlos mehr als 500 Jahre. So bestanden alte Wasserleitungen oft aus Lärchenholz. Es ist außerdem ein sehr schönes Holz, das sowohl im Innenausbau als auch für Möbel verwendet werden kann.

Die Europäische Lärche hat darüber hinaus auch in der Heilkunde eine besondere Bedeutung erfahren. Als das beste Terpentin gilt das venezianische bzw. Lärchen-Terpentin, es wird aus noch frischen Harzausflüssen der Europäischen Lärche gewonnen. Daraus lässt sich u.a. ein sehr wertvolles Terpentinöl gewinnen, das lange Zeit wohl das wertvollste und bedeutendste Heilmittel bzw. die Grundlage für diverse Heilsalben war. Diese galten als sehr wirksam zur Wundheilung, bei Rheuma und Erkältungskrankheiten. Schon die (alten) Römer kannten diverse Rezepte zur Anwendung. Auch in der alternativen Bachblütentherapie und in der Aromatherapie, der Duftheilkunde, werden Bestandteile der Lärche verwendet. Grüne Lärchennadeln als Badezusatz sollen wahre Wunder wirken. Inhaltsstoffe vom Lärchenholz und Nadeln werden bis heute in der Kosmetikindustrie verwendet, u.a. für Hautmasken und Rasiercremes.
                                                                                                      Hans Harress


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