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Das Wertvollste

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Was ist für den Menschen

das Wertvollste,

das Bedeutendste,

das Wichtigste?

                                                                         

       Verfasst  2004
     von Hans Harress

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Stellt man Menschen, vernünftigen Menschen, die Frage, 
auf was sie in ihrem Leben auf keinen Fall verzichten
möchten oder können, oder genauer gefragt - was für sie
im Leben das Allerwertvollste, das Allerwichtigste ist,
gibt es sehr unterschiedliche Antworten, die allerdings
oft den Kern, die Wahrheit nicht treffen, aus einem
klar definiertem Grund (siehe unten). Wie aber kommt
man zum Kern, zur Wahrheit als Antwort?
Eine sehr alte Frage tut sich hier auf, die bekanntlich
schon Pilatus Jesus Christus stellte:

"Was ist Wahrheit?"


Ist sie zu beantworten?
Und wenn ja, wie oder durch was?

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Was ist für den Menschen
das Wertvollste? 


Wird einem Menschen die Frage gestellt, auf was er im
Leben auf keinen Fall verzichten möchte, oder anders gefragt,  
was für ihn im Leben das Allerwertvollste, das Allerwichtigste,
das Bedeutsamste sei, wird man möglicherweise nicht sofort
eine eindeutige Antwort erhalten, denn auf diese Frage eine definitive Antwort zu geben, ist sicherlich nicht einfach.
Es gibt vieles im Leben, das man persönlich für
außerordentlich wichtig und überaus wertvoll,
wenn nicht gar für unentbehrlich hält.
Was aber ist davon das Wichtigste, das Wertvollste,
das Unverzichtbarste, soll man sich nur für eine
einzige Antwort entscheiden?

Antworten auf diese Frage fallen naturgemäß unterschiedlich
aus und hängen u.a. vom Alter, Geschlecht, Charakter, Erfahrungsschatz, von der Bildung, der Religionszugehörigkeit und Lebenssituation, dem Glauben und der Nationalität der befragten Person ab. Der Sinn nach einer solchen  ungewöhnlichen Frage liegt darin, mit dem,
was einem das Wertvollste ist, verantwortungsvoll und  wachbewusst umzugehen.

Unter den Antworten auf diese bedeutungsvolle Frage,
die den Menschen hier und dort in unterschiedlichen Zusammenhängen gestellt wird, finden sich z.B. Aussagen
wie Gesundheit oder Glück oder Zufriedenheit, die Liebe,
der Ehepartner, die Kinder, die Familie, aber auch Reichtum,
Erfolg, Macht, Wissen, Fortschritt, die Technik, beste Bildung,
Anerkennung, vielfältige Erfahrungen, eigenes Können, ein langes
und vor allem gesundes Leben, umfassenden Geist und Verstand,
der Glaube, Gott, Jesus-Christus, die Mutter Gottes Maria,
der Papst, die Religion, (seine Religion - Christentum,
Judentum, Islam, Buddhismus…), die gesunde Natur und
heile Umwelt, Kreativität (Fantasie), Musik, Kunst, Malerei,
effektive helfende Medizin und manches andere mehr.

Die Unterschiedlichkeit der Antworten beruht u.a. auf den persönlichen Lebenseinstellungen, Lebenserfahrungen
oder auf besondere Wunschvorstellungen der befragten Personen, sie spiegeln sicherlich auch deren Psyche und Lebenssituation wider. Ein Mensch, der vielleicht großen Reichtum für das Erstrebenswerteste bzw. Wertvollste hält,
weil er sehr arm ist, beschäftigt sich vermutlich sehr intensiv
mit diesem Gedanken und Wunsch von Reichtum und
finanzieller Unabhängigkeit und erhofft sich sehnlich eine größtmögliche Sicherheit im Leben, in diesen Fall durch
viel Geld bzw. ein großes Vermögen. Ein ausgesprochen
religiös ausgerichteter Mensch wird vermutlich Gott
den Schöpfer bzw. seine Religion als das für ihn
Wertvollste und Unentbehrlichste benennen.

Doch wohl nur sehr selten, wenn überhaupt, wird man
als Antwort die mit Abstand wichtigste und unentbehrlichste Fähigkeit des Menschen genannt bekommen, die allerdings
die unabdingbare Voraussetzung für das Leben und
Überleben des Menschen ist und auf die kein Mensch
verzichten kann, um überhaupt diese oder jede andere
Aussage und Antwort tätigen zu können,
d.h. auch um eine Auswahl und Entscheidung auf welche
Frage auch immer treffen zu können.
Es ist die einzigartige Fähigkeit des Menschen,
denken zu können.

Ein Mensch, der nicht denkt, weil er sich z.B. im Tiefschlaf
oder im bewusstlosen Zustand befindet, kann in diesem
Zustand zu keinem aktiven bewussten Denkakt kommen
und kann folglich keine (denkerische) Aussage machen,
er kann überhaupt nichts selbst machen. Um zu
entscheiden, dass beispielsweise Glück, Liebe, Gott oder
die Umwelt etc. das Wertvollste für ihn darstellt, bedarf es
zuvor eindeutig eines klaren denkerischen Aktes und
einer denkerischen Entscheidung, denn ohne diesen
Vorgang ist keine Auswahl und keine Aussage möglich.

Das Denken(-können) ist eindeutig und unbestritten die Voraussetzung für alle zu treffenden Entscheidungen, Überlegungen, Vorstellungen, Abwägungen, Urteile,
Vermutungen, Handlungen und Aussagen etc.
Ob diese Aussagen und Gedankengänge auch jeweils
korrekt sind, ob sie richtig durchdacht und überlegt wurden, hängt indes von vielerlei Umständen und Voraussetzungen
ab. Nicht jeder Gedanke bzw. Denkakt ist stets korrekt, denn
„irren ist menschlich“, sagt bekanntlich der weise Volkmund. Unbestritten ist, dass auf dieser Fähigkeit, dem Denken,
unser ganzes Leben und unsere Existenz beruht
und von ihr total abhängig ist.

Ein Mensch, der nicht denkt, der nicht (klar) denken kann,
aus welchen Gründen auch immer, dessen Bewusstsein
inaktiv oder stark eingeschränkt ist, ist absolut hilflos,
unselbständig und in diesem Zustand ohne Hilfe von
außen nicht überlebensfähig. Folglich kann als Antwort
auf die bedeutungsschwere Frage, was das Wertvollste,
das Wichtigste für den/die Menschen ist, ausschließlich
„das Denken“
als einzig mögliche, korrekte Antwort
gelten, weil es die Voraussetzung für jede weitere,
andere Aussage, gedankliche Vorstellung 
und Bestimmung, Festlegung und Urteil ist.

Über diese besondere Fähigkeit des Menschen,
wachbewusst denken und urteilen zu können, vollkommen
frei und unbeeinflusst von außen, also voraussetzungslos,
haben sich zahlreiche Menschen schon immer und oft tiefe
und umfassende Gedanken gemacht. So kam beispielsweise Blaise Pascal zu der Aussage:
„Das Denken macht die Größe des Menschen aus.“
Oft zitiert wird der bekannte Ausspruch von René Descartes:
„Cogito, ergo sum. – Ich denke, also bin ich“.
Und schon Heraklit wies die Menschen
vor langer Zeit darauf hin:
„Der größte Vorzug des Menschen ist das Denken.“
Es gibt zahllose weitere Aussagen über das Denken und
seine außergewöhnliche Bedeutung.

Über das Denken und seine vielfältigen Möglichkeiten,
Abläufe, Konsequenzen und über das (Wach)-Bewusstsein
des Menschen und sein Vorstellungsvermögen haben sich insbesondere immer wieder Philosophen und Denker
vielfältige und äußerst tiefgehende Gedanken gemacht, namentlich in Hinsicht auf die Ergebnisse von
menschlichen Denkakten.

Insbesondere interessierte es vor allem Erkenntnistheoretiker,
ob das Denken wirklich dazu tauge und die Fähigkeit habe, nachweisbar die absolute Wahrheit erkennen und
benennen bzw. beweisen zu können. 

Fast alle von ihnen bezweifelten diese Möglichkeit.
„Ich weiß, dass ich nichts weiß“,
sagten die einen. Andere Menschen kamen zu dem
denkerischen Schluss: Ja, es ist möglich, denn es gilt:
„Die Wahrheit macht euch frei.“
Man erinnert sich in diesem Zusammenhang vielleicht
an den bedeutungsvollen Ausspruch Jesu an Thomas:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben …“
oder auch an die Frage des (offernbar weisheitsvollen)
Pilatus an Christus bei dessen Verhör:

„Was ist Wahrheit?“

Dass das Denken die Grundlage und Voraussetzung
des Lebens des Menschen ist, seiner Existenz, seiner Entscheidungen, Urteile, Vorstellungen, Handlungen,
seiner Freiheit, Überlegungen usw., ist sicherlich
für jeden nachvollziehbar, der diesen Gedanken
objektiv durchdenkt, auch wenn im Alltag diese
allerwichtigste Tätigkeit (und Fähigkeit) in der Regel
das unbeobachteste Element ist, so unglaublich diese
Aussage auch klingen mag. Während der Mensch denkt,
denkt er über diese seine so außerordentlich wichtige
Tätigkeit und Fähigkeit in der Regel nicht nach,
das Denken läuft im allgemeinen, wie man sagt,
vollkommen automatisch ab, es wird wie ein
nützliches Werkzeug benutzt. Auf diese Tätigkeit
vertraut der Mensch blind und stellt seine
Tauglichkeit und Objektivität nicht infrage.
Daher bleibt dem Denkenden meist auch verborgen
und vor allem unbewusst, ob die Tätigkeit seines
Denkens, der Ablauf seines Denkvorgangs richtig
oder möglicherweise auch „falsch“ oder "fehlerhaft"
ausgeübt wird bzw. abläuft.

Manche Menschen werden sicherlich zugeben
können, dass sie über diese Fragen und Vorgänge
bisher noch nie nachgedacht haben, sie vertrauen
(vertrauten) absolut blind auf diese ausschließlich
dem Menschen vorbehaltene Fähigkeit, die sie
vom Aufwachen bis zum Einschlafen ständig,
wie auch immer, automatisch betätigen.
Allerdings nützen gerade diesen Umstand
der unbeobachteten und unbewusst ablaufenden
Denkabläufe eine Reihe von geschäftstüchtigen und machthungrigen Menschen und Menschengruppen
aus egoistischen Gründen und nicht immer
lauteren Absichten aus, um ihre besonderen
Ziele zu erreichen und persönliche Absichten
durchzusetzen und zu verwirklichen.

Diese Menschen oder auch Menschengruppen
wissen sehr genau, dass es zahlreiche Möglichkeiten
gibt, um die nicht jederzeit wachbewusst denkenden
und handelnden Menschen durch gezielte
Manipulationen in ihrem Denken, Handeln
und Bewusstsein zu beeinflussen und
zu manipulieren.
Sie wissen sehr genau, dass ein von außen
gesteuertes, durch vielerlei Methoden und Handlungen beeinflusstes Denken, das allerdings dem (automatisch) denkenden Menschen unbewusst, d.h. verborgen bleibt,
die Möglichkeit bietet, Menschen vielfältig zu manipulieren
und sie zu Handlungen veranlassen können, die sie normalerweise nicht beabsichtigten. Bekannt sind die
ständigen Kaufbeeinflussungsversuche der Menschen
durch die geschickte, oft äußerst raffinierte Werbung
für Produkte und Ideen unterschiedlichster Art, man
muss sie z.B. nur oft genug werbewirksam wiederholten.

Und welcher Politiker versucht nicht immer wieder,
möglichst viele Menschen besonders für seine Partei,
seine Ideen und seine Politik zu beeinflussen und
zu gewinnen? Zahlreichen Menschen sind noch
lebhaft derartige äußerst erfolgreiche
Beeinflussungsversuche z.B. des Hitler-Regimes
in Erinnerung, wo es, wie schon zuvor bei vielen
den (psychologisch geschulten) Demagogen gelungen
war, ganze Volksscharen quer durch Europa für
die eigenen egoistischen Ideen und Taten durch
raffinierte Verführungskünste, aber auch durch
massive Lügen, falsche Versprechungen, geschickte Manipulationen, durch das Schüren von Ängsten
und massiven Drohungen und Einschüchterungen
etc. zu gewinnen und schließlich einzusetzen. 

„Wollt ihr den totalen Krieg …?“
wurde das total beeinflusste und manipulierte
deutsche Volk im ‚Endkampf’ gefragt.
Und die in ihrem Denken und Bewusstsein total
Verführten und gleichgeschalteten Zuhörer
schrieen denn auch alle mehrfach „Ja!“ und
jubelten hysterisch, denn ihr klares Denken
war ausgeschaltet und manipuliert
bzw. durch andere Ideen to
tal überlagert.

Vergessen darf man in diesem Zusammenhang
nicht die großen Scharen der immer wieder durch
religiöse Fanatiker aller Religionen verführten
zahlreichen Menschen, denen man bei kritikloser
blinder Gefolgschaft und Bejahung
„den Himmel auf Erden“ oder
„das Paradies im Jenseits“
versprach oder bei Ablehnung die qualvollsten
Leiden in dieser oder in der jenseitigen Welt androhte
und mit
"ewiger Verdammung"
 und 
"ewigem qualvollem Aufenthalt
im höllischen Fegefeuer"
unbarmherzig drohte.
Der tiefe Glaube daran und die (egoistische)
Hoffnung auf das Paradies, bzw. den
„siebten Himmel“, das Himmelsreich,
die Nähe Gottes  und manches Andere mehr
hatte das wachbewusste Denken aus Angst,
blindem Glauben und/oder Egoismus ausgeschaltet.

Der Beginn eines neuen Bewusstseins

Mit der Französischen Revolution begab sich die moderne Gesellschaft auf einen vollkommen neuen Weg, indem sie sich zunächst erfolgreich von alten, aufgezwungenen Herrschafts-
und kirchlichen Glaubens- und Gehorsamsvorschriften löste
mit dem Wunsch und Ziel, für alle Bürger Freiheit, Gleichheit
und Brüderlichkeit zu erlangen. König und Kirche verloren zunächst ihre dominante Herrschaft über Leib, Seele und
Geist (Bewusstsein) des Volkes, das sich mit Gewalt und Aufgeklärtheit von den seit Jahrhunderten auferlegten
Bürden, Zwängen und Traditionen befreite.

Das „Denk-Zeitalter“ der Aufklärung hatte begonnen.
Noch heute sind z.B. in Frankreich und zahlreichen anderen Ländern Kirche und Staat deshalb streng voneinander getrennt. Das weitgehend noch ungebildete Volk blieb allerdings zunächst dem Prinzip des Glaubens treu, eigenständiges Denken war noch nicht oder kaum erlernt und erübt, doch an die Stelle des kirchlichen Glaubens setzte sich zunehmend der Glaube an
den beginnenden modernen Fortschritt, die Wissenschaft
und Technik durch. Das hatte Folgen.

Die Qualität des Denkens

Denken ist nicht gleich Denken. Das Denken kann
unbestritten durch raffinierte Methoden außerordentlich wirkungsvoll beeinflusst, manipuliert und verändert werden,
und zwar letztendlich sogar gegen den Willen der betroffenen Menschen, weil unbewusst, die in der Regel von diesen Steuerungsvorgängen in ihrem Bewusstsein nichts bemerken. Dadurch wird es von außen steuer- und manipulierbar, wie das Beispiel Drittes Reich oder auch die Dauer-Werbung zeigt.
Leicht einzusehen ist, dass ein ausgesprochener Kapitalist im Prinzip vollkommen anders denkt (und handelt) als z.B. ein überzeugter Kommunist, ebenso ein gläubiger Christ anders
als ein Atheist oder ein Optimist anders als ein Pessimist usw. Wer von den gegensätzlich Denkenden aber hat Recht, denkt richtigt bzw. fehlerfrei und wer falsch?

Wer von ihnen ist im Besitz der Wahrheit, die er vielfach so vehement und standhaft vertritt bis hin sogar zum
vernichtenden Krieg aus Überzeugung oder eigenem Tod?
Beide Seiten sind jeweils absolut davon überzeugt,
dass sie allein die Wahrheit vertreten und dass der
andere irrt. Ein anderes Beispiel von geprägtem und „manipuliertem“ Denken:
Lernt ein Mensch von Geburt an, dass z.B. Regenwürmer, Insekten oder Hunde, Katzen und Ratten usw. besondere Speisedelikatessen sind, wird er sie wie seine Vorbilder
und Mitmenschen bedenkenlos essen und
möglicherweise sogar genießen.
Gelten sie hingegen in anderen Kulturen als ekelhafte, ungenießbare Speisen oder aber betrachtet man sie als
liebens- und beschützenswerte Tiere, wird man sie als
Speise vehement ablehnen, wobei sich sogar
starker Ekel regt.

Diese in der Regel in der Kindheit erlernten Denkurteile und Vorstellungen wirken sehr tief und gelten im allgemeinen für
ein ganzes Leben. Es ließen sich zahlreiche weitere Beispiele
für verschiedenes Denken bzw. den unterschiedlichen Denkhintergrund (Denkvordergrund) von Menschen aufzählen,
der ihr Leben oftmals nachdrücklich bestimmt und beeinflusst. Bekannt für diese Tatsachen ist das volkstümlich ausgedrückte Beispiel der „rosaroten“ Brille, die jemand trägt und die ihn
seine Welt in einem besonders gefärbten (positiven) Licht
sehen und wahrnehmen lässt. Ganz gegeneilig beeinflusst
ist das Denken, Urteilen und Vorstellen eines Menschen, der ständig „schwarz” sieht und vielfach alles negativ bzw. pessimistisch be- (ver)urteilt. Als objektiv, frei und
unbeeinflusst kann ein (einseitiges) Denken in dieser Art,
das dem Denkenden vielfach nicht bewusst ist, nicht
bezeichnet werden. Es ist oftmals mit vielfachen Vorurteilen behaftet, ist also nicht vorurteilsfrei, nicht objektiv.

Schon immer haben z.B. Machthaber, Politiker, Kleriker, Heilsbringer, Diktatoren, religiöse Fanatiker, Religionsgruppen, Sekten, gesunde oder auch krankhaft veranlagte Menschen
und viele andere versucht, Menschen und Mitstreiter für ihre besonderen Gedanken, Denkweisen, Taten und Absichten
zu gewinnen bzw. zu verführen, um sie
für ihre
Ziele und Zwecke zu gebrauchen bzw. zu missbrauchen.
Denn die Erfahrung zeigt:
Je mehr Anhänger ein Einzelner (Hitler) oder eine Gruppe (Religionsgemeinschaft) hinter sich versammelt, desto größer
ist die gemeinsame Macht, der Einfluss, der Glaube
an die Richtigkeit der propagierten und vertretenen Ideen.
Es können hinter diesen Absichten und Ansichten
durchaus auch solche Gedanken und Zwecke stehen,
die ihre Verkünder für gut, wertvoll und richtig halten,
aber es gibt immer wieder auch ausgesprochen böse, zerstörerische, egoistische und machthaberische bzw. machtpolitische Hintergründe und Absichten.
Die Geschichte kennt unzählige Beispiele, wie schon
erwähnt, und wie sie nahezu täglich in den Medien
immer wieder genannt und angeprangert,
teilweise auch verherrlicht werden.

Ob ein Gedanke, eine Absicht, ein Vorschlag,
eine Vorstellung, ein Plan, eine Behauptung,
eine Idee etc. richtig oder falsch, gut oder
böse, edel oder moralisch verwerflich ist,
kann ein jeder Mensch stets nur für sich
selbst ganz alleine entscheiden, wenn er
denkerisch dazu in der Lage ist.
Einem außerordentlich „klugen“ Menschen
– im Sinne von betrügerisch trickreich –
gedanklich folgen bzw. ihn durchschauen zu können,
ist oftmals vielen Menschen nicht möglich, insbesondere
wenn sie voller Vertrauen sind und im Prinzip an
das Gute im Menschen und an das Wahrhaftige glauben.
Sie sind (gedanklich) vielfach leicht zu verführen,
zu manipulieren, hereinzulegen und zu betrügen.
Auch diese Erfahrung haben wohl viele Menschen in 
ihrem Leben bereits einmal oder mehrmals gemacht.

Man kann indes mit Erstaunen feststellen, dass das
„richtige“, d.h. unbeeinflusste, ungefärbte und
vorurteilsfreie oder wie es manche Philosophen und Erkenntnistheoretiker auch nennen,
das „reine” Denken,
das das Wichtigste und Wertvollste für die Menschen ist,
vielfach als eine solche in der Entwicklung einmalige herausragende menschliche Fähigkeit nahezu in seiner
großen einmaligen Bedeutung kaum bekannt
ist und z.B. in Schulen und insbesondere auf
Universitäten, die bekanntlich voraussetzunglos
und unbeeinflusst denken, lehren und handeln wollen,
weder gelehrt noch erübt wird. Es existiert für die
große Mehrheit der Menschheit nicht, es ist so gut
wie niemanden bewusst, obwohl es bei tätiger
wachbewusster Ausübung doch vor vielen
Fehlern und Irrtümern und vor allem vor
von Menschen verursachten und zu verantwortenden
Katastrophen bewahren könnte.

Zwar kennt und gebraucht man gerne den Ausdruck
der „reinen“ und/oder „voraussetzungslosen“
Lehre in Forschung und Wissenschaft, doch die seit langem herrschenden katastrophalen Zustände auf sozialem,
finanziell-handelspolitischem, gesundheitlichem, wissenschaftlichem, politischem und insbesondere auf moralischem Gebiet, von den von Menschen verursachten Umweltzerstörungen- und Katastrophen ganz zu schweigen, lassen große Zweifel an der Existenz einer
„voraussetzungslosen“, unbeeinflusster reinen und unabhängigen Lehre der Wissenschaft aufkommen.
Sie scheint insbesondere von Egoismus, Stolz, Geldgier, Anerkennungsverlangen, Glauben etc. und insbesondere
vom einseitig unbewusst ablaufenden Denken stark
beeinflusst und gelenkt zu sein. Abgesehen davon
haben weder ein machthungriger Politiker
oder Diktator noch ein einseitig
religiös beeinflusster Fanatiker noch ein ruhmessüchtiger Wissenschaftler ein Interesse daran, dass Menschen mit Hilfe eines geschulten klaren Denkens bestimmte Zusammenhänge und Hintergründe durchschauen und die Wahrheit
bzw. die Fehler anderer erkennen können.

Wer aber z.B. als Politiker geschworen hat, während seiner politischen Führungstätigkeit insbesondere Schaden vom Volk, d.h. von den Menschen abzuwenden und dann nicht dafür
sorgt, dass vor allem das Wertvollste für den Menschen,
das klare unbeeinflusste (reine) Denken, 
auch allenthalben intensivst geschult , geübt und gepflegt
wird, hat vermutlich keine besonders lauteren Absichten
im Sinn oder ist gewissermaßen naiv und praktiziert
ebenfalls mit Vorzug das einseitige und automatisch
ablaufende Denken, das bekanntlich vielfach auch so
sehr gut und praktikabel funktioniert.

Außerordentlich bemerkenswert sind die Gedanken
des genialen Friedrich von Schiller, dem „Freiheitsdichter“,
zum Thema Denken und Freiheit bzw. Unabhängigkeit.
Hier ein Beispiel aus seinem Werk:

 „Wage deinen Kopf an den Gedanken, den noch niemand dachte, wage deinen Schritt auf den Weg, den noch niemand ging, auf dass der Mensch sich selber schaffe und nicht gemacht werde von irgendwem oder irgendwas.“

Diese Maxime sollte in großen Lettern über dem Eingangstor sämtlicher Schulen und Hochschulen stehen!
Für Diktatoren und (die zahllosen) machthungrigen Politiker
ist dieser Hoffnungswunsch Schillers die Aufforderung
zur Revolution, die unbedingt bekämpft und gnadenlos ausgemerzt werden muss. Die Geschichte hat bekanntlich
vielfach gezeigt, wie unbarmherzig solche Versuche
verfolgt und blutig bekämpft wurden.  

Das Denken kann einem Menschen nicht abgenommen
werden, will er für sich selbst eigenverantwortlich (und frei) Klarheit und Sicherheit durch das eigene verantwortungsvolle Urteilen, Bestimmen und Erkennen erlangen. Er kann Gehörtes und Behauptetes glauben, sehr viele Menschen sind zum
(tiefen oder gar blinden) Glauben erzogen worden,
man hat sie es nicht anders gelehrt, doch ob
allerdings das, woran sie glauben, was man ihnen
erzählt und versprochen hat, auf Wahrheit oder Unwahrheit beruht, können sie letztendlich ausschließlich nur durch das eigene, ganz persönliche Denken und Urteilen herausfinden.

Weil aber das klare, bewusste Denken eine außerordentlich schwierige, anstrengende und vielfach sehr mühsame, modern ausgedrückt – frustrierende – Tätigkeit ist, die zudem nur selten, wenn überhaupt gelehrt und erübt wird, unterbleibt sie häufig,
es bleibt in der Regel beim ‚leichten’ Nach- oder Mit- bzw. Hinterher-Denken im Sinne vom nachträglichen Bedenken
und Abwägen des bereits von anderen Menschen
Vorgedachten. Darauf beruht u.a. der riesige Erfolg des volksverdummenden und immer primitiver werdenden Fernsehens, und das vermutlich mit Absicht.

Wichtig und entscheidend für eine Änderung im persönlichen Verhalten und der aktiven wachbewussten Tätigkeit
des Denkens ist, dass diese Zusammenhänge erkannt,
durchschaut und eingesehen werden, um dann nicht
mehr (so leicht und einfach, d.h. unbedacht und
vertrauensvoll) „alles“ zu glauben, was andere Menschen vordenken oder behaupten.

Der weise Volksmund sagte deshalb schon immer:

„Glauben ist nicht wissen!“.

Ein Denker der modernen Zeit, Erkenntnistheoretiker,
Denker, Forscher und Wissenschaftler, Dr. Rudolf Steiner,
hat die Fähigkeit des (reinen) Denkens außerordentlich
weit führen können.

Er schuf u.a. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit Hilfe dieser klaren Denkfähigkeit, Grundlagen für eine vollkommen neue zukunftsweisende Pädagogik, die Waldorfschule, sowie die Heilpädagogik, dann die anthroposophische Medizin, die biologisch-dymanische
giftfreie Landwirtschaft, neue Sozial- und Wirtschaftsideen,
eine neue Architektur und Kunst und vieles anderes mehr. 
Man hatte ihn schon in jungen Jahren mit der Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften von Goethe betraut.
Zu allen großen und über alle bedeutenden Denker,
Philosophen und Erkennntnistheoretiker liegen von ihm bemerkenswerte Schriften vor. Er verfasste über die
Ausbildung des voraussetzungslosen Denkens, als
Grundlage von freien Entscheidungen und Urteilen, einige Schriften, worin er u.a. auch seinen eigenen Schulungsweg aufzeigt, damit Menschen, die ein vertieftes Interesse an
einem neuen denkerischen Bewusstsein haben, diese Möglichkeiten und Übungen freibleibend prüfen und
erüben können.

In seiner Schrift

Die Philosophie der Freiheit“


führt er zum Thema  Denken  u.a. folgende
aufschlussreiche Hinweise aus:

„Für jeden aber, der die Fähigkeit hat, das Denken
zu beobachten – und bei gutem Willen hat sie
jeder normal organisierte Mensch -, ist diese
Beobachtung die allerwichtigste, die er machen kann.
Denn er beobachtet etwas, dessen Hervorbringer
er selber ist; er sieht sich nicht einem zunächst fremden Gegenstande, sondern seiner eigenen Tätigkeit
gegenüber.
Er weiß, wie das zustande kommt,
was er beobachtet. Er durchschaut die Verhältnisse
und Beziehungen. Es ist ein fester Punkt gewonnen,
von dem aus man mit begründeter Hoffnung
nach der Erklärung der übrigen
Welterscheinungen suchen kann.“



Welch eine grandiose Aussicht!

Hans Harress (2004)

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Abschließende Klärung...

Nach der Lehre wohl aller Religionen, einschließlich der christlichen, haben die Götter, hat Gott, hat der Schöpfer
alles,
was ist, alles was existiert, geschaffen, sichtbar oder unsichtbar, aus welchem Gund auch immer. Das schließt die grandiose menschliche Fähigkeit - das Denken (können)- ein,
damit der Mensch es auch permanent einsetzen und
anwenden kann, mit welchen Ergebnissen auch immer.
Nun kommt das Denken des Menschen oftmals an Erkenntnisgrenzen, jedenfalls zunächst. Manch einer gibt
auf, weil er keine Lösung findet, andere kämpfen weiter,
bis sie möglichst eine zufriedenstellende Lösung und 
Antwort auf ihre Frage, für ihr Problem gefunden haben.

Andere Menschen wiederum, die Wahrheiten nach Möglichkeit verschleiern wollen, weil sie die Wahrheit scheuen oder weil sie eigene unwahre Behauptungen und Aussagen oder gar dreiste Lügen nicht als "wahr" beweisen können oder wollen, legen,
wie insbesondere bei manchen Religionen,
ihren Gläubigen und Anhängern nahe, bei derartigen Lösungsschwierigkeiten und/oder Absurditäten das klare objektive Denken einzustellen, ihm nicht zu trauen und stattdessen besser tief und fromm zu glauben.
Somit versuchen sie, angeblich unerklärbare oder absurd erscheinende Phänomene, Fragen, Probleme, sowie ihre unbewiesenen und zahllosen Behauptungen und

Absurditäten in Sachen Glauben und Religion zu
umgehen, weil sie sie
selbst nicht beantworten
können bzw. nicht wollen.

Daher entwickelte die christliche Lehre u.a. die heute als "geflügeltes Wort" bekannte Aussage und Forderung):

"Credo quia absurdum est"

lat.: Ich glaube,
weil es unvernünftig (absurd) ist.


(oder auch: weil es unerklärbar, weil es nicht
erkenn- und lösbar ist).

Damit verlangen sie von den Menschen,
auf ihren wertvollsten Besitz,
das klare Denken, ihre einmalige Denkfähigkeit
zu verzichten und es zu unterdrücken und auf die
einzigartige Möglichkeit, mit ihm ihr Menschentum
zu verwirklichen, in aller Freiheit.
Das Preisgeben dieser besonderen, einmaligen
, ausschließlich dem Menschen vorbehaltenen Fähigkeit, die so Vieles in der Welt- und Menschheitsgeschichte bereits erreicht und bewirkt  hat, sowie auch das Aufgeben des eigenen klaren Verstandes und Bewusstseins, stellt die tumbe Torheit, die Dummheit
in "Reinkultur" dar, mit der bekanntlich gerne PolitikerInnen, Machtbesessene und Klerikale arbeiten und wirken, um eigene egoistische Ziele beim und gegen das verdummte Volk
durchzusetzen und zu erreichen.

Welch ein Verbrechen!

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Letzte Anmerkung:

Offenbar bemerken die zahlreichen
hereingelegten und betrogenen Menschen bzw. Gläubigen nicht, dass ihre
"klerikalen Verführer" nur mit dem gleichen Denken, das sie ständig so massiv herabwürdigen und verteufeln,
ihre Aussagen gemacht haben:

"Das Denken taugt nicht zum klaren Erkennen,
es hat seine Grenzen, es ist oftmals
unfähig, verführerisch und unnütz.
Nur der Glaube hilft wirklich weiter." 


Sie widersprechen sich selbst total und verlassen
sich auf die Dummheit und Gläubigkeit der Menschen,
um ihre oft absurden, manipulatorischen und egoistischen,
nicht selten auch verbrecherischen Ziele zu erreichen,
wie die jahrhundertalte Geschichte vielfältig beweist.