Besucher




F a r b t h e r a p i e 

 

Heilkräftige Farben

 

 

 



 

                                                                                             alle Fotos vom Autor

 


 

Die heilenden Kräfte der Farben



 von Hans Harress


(Teil I) 

 

Einleitung

Dieser Beitrag beschreibt das Wesen der Farben und ihre heilenden Wirkungen auf Leib, Seele und Geist des Menschen. Nach einer allgemeinen Einführung und Darstellung unterschiedlicher Aspekte von Farben wird, neben einer allgemeinen Charakterisierung und Beschreibung einzelner Farben, insbesondere auf die Möglichkeiten ihrer heilenden Wirkung auf den Menschen eingegangen, bekannt geworden als Farbtherapie. Diese wird zunehmend von besonders ausgebildeten Farbtherapeuten erfolgreich zur Behandlung und Gesundung von Menschen eingesetzt. Es wird auch hingewiesen werden auf möglicherweise krankmachende Einflüsse von Farben unter bestimmten Voraussetzungen. Am Ende des letzten Beitrags wird eine Liste von weiterführender Literatur erscheinen. In solchen Fachbüchern kann natürlich sehr viel ausführlicher und vertiefender auf die unterschiedlichen Bereiche des Themas Farbe eingegangen werden, als es in diesen Kurzbeiträgen möglich ist.
 

Die Farbigkeit unserer Welt

Wir leben in einer Welt voller Farben. Wohin wir auch sehen, überall leuchtet und strahlt uns eine farbenfrohe Buntheit entgegen. Leben und Farben sind untrennbar miteinander verbunden. Farben üben die vielfältigsten Wirkungen auf Leib, Seele und Geist des Menschen aus. Da die Farbigkeit der Welt für die Menschen etwas vollkommen Selbstverständliches ist, wird sie nicht von jedem Menschen in gleicher Weise und auch nicht jederzeit wachbewusst wahrgenommen. Wer eine besondere Freude an den Farben und der Farbigkeit seiner Umgebung haben möchte, muß sie wachbewusst aufnehmen und auf sich wirken lassen. Farben können dann verstärkt zu einer unschätzbaren Hilfe werden. Bekannt ist, dass wohl die meisten Menschen eine oder auch mehrere bevorzugte Lieblingsfarben haben, bei Kindern ist das eine Selbstverständlichkeit. Im Laufe des Lebens kann ein Wechsel eintreten und weist auf innere Veränderungen dieses Menschen hin. In der Regel gibt es auch Farben, die man nicht so gerne mag oder sogar ablehnt. Das hat Gründe, wie im folgenden noch dargestellt werden wird.


Zu den Farben und dem Licht gehören Sinnesorgane, die beides wahrnehmen; das sind die Augen. Johann Wolfgang von Goethe drückt das in seinen "zahmen Xenien" wie folgt aus: "Wär' nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken..." Für das Auge, das ein hochkompliziertes Organ ist, spielt es eine untergeordnete Rolle, ob das Licht (lt. Theorie) aus Wellen oder/und Korpuskeln und/oder Photonen besteht und welche Wellenlänge diese oder jene Farbe hat. Um Geistiges, wie das Licht der Sonne, und ihre Farben zu materialisieren und für die Augorgane wahrnehmbar zu machen, mussten die Schöpferkräfte geniale Systeme ersinnen. Doch nicht die Systeme sind die Realität, wie die Mehrheit der Wissenschaftler glaubt und immer gründlicher zu erforschen versucht, sie sind lediglich "Hilfsmittel", um den geistigen Ideen zur irdischen Wirklichkeit zu verhelfen, der schöpferische Geist ist real und will vom Menschen erkannt werden. "Damit ihm ein Licht aufgehe", wie der Volksmund sagt.


Eine geniale Schöpfungstat


Als unsere schöne Welt geschaffen wurde, gelang dem Schöpfer mit dem Ersinnen der Farben wohl eine seiner herrlichsten Taten. Um sich die volle Bedeutung dieses genialen Schöpfungsaktes für uns Menschen etwas deutlicher vor Augen zu führen, versuche man einmal, sich die gesamte uns umgebende Welt nur grau in grau vorzustellen, wie man sie vielleicht an einem trüben, verregneten und nebligen Novembertag am ehesten erleben kann. Eine solche Stimmung ist vermutlich für die meisten Menschen äußerst trübsinnig und niederdrückend und vermag schließlich sogar tiefste Schwermut zu erzeugen. Statistisch gesehen sterben denn auch im November durchschnittlich mehr Menschen als in den anderen Monaten des Jahres. Die Lebenskräfte nehmen in dieser Zeit deutlich ab.


Die Farben in den Naturreichen


Farben unterschiedlichster Art erscheinen in allen vier Naturreichen. Der für das Mineralreich zuständige Geologe kennt Steine, die rot, blau, gelb, ocker, grün, braun, rosa, schwarz, weiß, grau, türkis, violett oder orange gefärbt sind, und auch solche, die zahlreiche Zwischenfarbstufen oder Farbmischungen aufweisen. Aus manchen dieser Steine gewann man früher und gewinnt man auch noch heute Farbpulver für verschiedene Zwecke. Den Menschen gefallen insbesondere die meist in klaren Farben leuchtenden und glitzernden Edelsteine und Kristalle.


Bekannter und den Menschen vermutlich bewusster sind die vielfältigen Farben des Pflanzenreichs. Zunächst fällt auf, dass im Pflanzenreich insbesondere die Farbe Grün vorherrscht. Sie wird vom Chlorophyll in Blättern, Stängeln und manchen Früchten gebildet. Das Chlorophyll verwandelt mit Hilfe des Sonnenlichts das für uns Menschen tödliche Kohlendioxidgas (C02) der Luft in Sauerstoff und bildet dabei auch Zucker, Stärke und pflanzliches Öl, Substanzen, von denen sich Mensch und Tier ernähren. In Blüten und Früchten, teilweise auch im Laub- und Stängelbereich präsentiert sich uns - und auch den Tieren - ein wahres Feuerwerk unterschiedlichster Farben, oftmals Ergebnis besonderer Zuchtversuche des Menschen. Wer stellt sich nicht gerne einen Strauß farbiger Blumen in die Vase und erfreut sich an ihrer herrlichen Buntheit?


So farbig wie das Pflanzenreich zeigt sich uns auch das Tierreich, und zwar in dem Maße, wie es die Lebensumstände, d. h. die Überlebens- bzw. Tarntaktiken dem einzelnen Tier jeweils erlauben. Zur farbigen Blüte strebt der bunte Schmetterling, beide scheinen zusammenzugehören. Man denke insbesondere an das Reich der buntgefärbten Vögel, vorzugsweise zur Paarungszeit, und auch an ihre farbigen Eier, sowie an die Vielzahl der in allen Farben leuchtenden Insekten! Der ansonsten recht monoton erscheinende grüne Regenwald ist Heimat für besonders bunt gefärbte Insekten und Vögel sowie für einige Blütenpflanzen, als ob die Natur hier einen Ausgleich schaffen wollte. Taucher wissen, dass es auch im Reich der Fische die herrlichsten Prachtexemplare in leuchtenden Farben aller Art gibt.


Am wenigsten ist von Natur aus der Mensch mit auffälligen Faen. Die einzigen Farben, die der Mensch von Natur aus vorweisen kann, betreffen seine Augen, Haare, Lippen und die Haut. Reicht ihm das
rben geschmückt. Wohl deshalb hat er vielfach den Wunsch entwickelt, nicht nur sein Zuhause bunt auszugestalten, sondern sich vor allem mit farbiger Kleidung zu schmücken. Allein von diesem Bedürfnis lebt eine umfangreiche Textil- und Modebranche. Auf den Einfluss von farbiger Kleidung auf die Seelenstimmung und Gesundheit des Menschen wird im folgenden noch ausführlicher eingegang nicht aus, hilft er durch Kosmetik und Farben mehr oder weniger stark nach. Doch alles Farbige am Menschen ist im Vergleich zu der oftmals auffällig leuchtenden Buntheit der anderen Naturreiche recht dezent und unauffällig.


Was ist Farbe?

Mit dem Einfluss von Farben auf die Wesensglieder und den Gesundheitszustand des Menschen haben sich unsere Vorfahren schon vor vielen tausend Jahren beschäftigt. Die besondere Frage aber, was Farbe eigentlich ist, interessierte allerdings erst die Menschen der Neuzeit intensiver. In diesem Zusammenhang werden, neben anderen, vor allem zwei Namen von Forschern genannt, die das Phänomen Farbe intensiver untersuchten. Der eine ist Isaac Newton (1643-1727), englischer Astronom, Physiker und Mathematiker, der andere ist der Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), der sich neben seiner dichterischen Tätigkeit intensiv und eingehend insbesondere mit Naturforschungen und Beobachtungen beschäftigt hat, so auch mit der Welt der Farben. Newton entdeckte, dass er das "weiße" Licht der Sonne in die Farben des Regenbogens "zerlegen", auseinanderbreiten kann, wenn er einen Lichtstrahl durch ein Glas- oder Wasserprisma leitete. Ließ er durch ein weiteres Prisma die prismatischen Farben wieder an einer Stelle zusammenkommen, erschien erneut das weiße Licht. Nachfolgende Naturwissenschaftler erklärten Licht und Farben als elektromagnetische Wellen unterschiedlicher Wellenlänge und als Photonen. So hat das Rot eine Wellenlänge von 656,6 Nanometer (1 nm = 1 millionstel mm), Blau 434,2 nm und Ultraviolett 397,1 nm.


Goethe betrachtete die Farben zunächst mehr von ihrer qualitativen Seite, für ihn sind Farben die "Taten und Leiden" des Lichts, die eine "sinnlich-sittliche Wirkung" auf den Menschen ausüben. Viele Jahre untersuchte und erforschte er das Phänomen Licht und Farbe und schrieb schließlich ein sehr umfangreiches Werk - Die Farbenlehre - darüber. Diese Arbeit war ihm weitaus wichtiger als alle seine übrigen dichterischen Werke! Sichtbares Licht und Farben, so Goethe, treten dort auf, wo das reine Licht (der Sonne) eine Trübung erfährt, wenn es auf Materie trifft; das Licht erstirbt in der Begegnung mit Materie und aufersteht dabei in Farben. Im Erleiden des Todes leuchtet das Licht in vielfältiger Farbigkeit auf. Mystiker wiesen deshalb wiederholt auf die selbstlose Liebestat der Sonne hin, die sich opfert, damit ein Leben auf der Erde überhaupt möglich ist. Goethes Grundversuche ergaben, dass Blau immer dort erscheint, wo eine Trübung (z. B. die Atmosphäre der Erde), die sich vor einem dunklen Hintergrund (der schwarze, finstere Kosmos) befindet, beleuchtet wird (von der Sonne), die Atmosphäre - der Himmel - leuchtet dabei blau. Scheint das Licht (der Sonne) durch eine Trübe (die Atmosphäre) hindurch, so erscheinen je nach Dichte der Trübe Gelb, Orange oder Rot (Abend- und Morgenrot der Sonne). Goethe entwickelte den sechsteiligen Farbenkreis, der aus den drei Grundfarben Blau, Gelb und Rot besteht, die Goethe an die Spitzen eines Dreiecks setzte, und aus den drei Mischfarben der jeweils nebeneinanderstehenden Grund-farben. So entsteht aus Blau und Gelb das Grün, aus Blau und Rot das Violett und aus Rot und Gelb das Orange. Goethe wies auch auf die ständige, besondere Aktivität (Lebendigkeit) des Auges hin. Sieht man konzentriert ca. eine Minute lang auf eine der sechs Farben und anschließend auf eine weiße oder graue Fläche, so erscheint einige Zeit zu jeder Farbe, vom Auge erzeugt, die jeweilige Gegen- oder Komplementärfarbe auf dem weißen Hintergrund, die ihr im sechsteiligen Farbenkreis gegenübersteht. Auf Rot antwortet das Auge mit Grün, auf Blau mit Orange und auf Gelb mit Violett (das gilt jeweils auch umgekehrt). Auf Hell reagiert das Auge mit Dunkel und auf Dunkel mit Hell. Die im Auge erzeugte Gegenfarbe neutralisiert den jeweiligen Farbeindruck, hebt ihn gewissermaßen auf, damit der Mensch nicht innerlich "rot" wird, wenn er intensiv auf Rot schaut. Auf der anderen Seite "lieben" sich Farbe und Gegenfarbe besonders, wie man selber leicht feststellen kann. Legt man eine herrlich orange leuchtende Apfelsine auf verschieden gefärbte Unterlagen, so wird man in der Regel eine hellblaue Unterlage, die Komplementärfarbe von Orange, als "am schönsten" zur Apfelsine passend empfinden.


Der Maler Paul Cézanne, für den Farben ein Lebenselement waren, sagte über sie u. a.: "Die Farben sind der Ort, wo sich unser Gehirn und das Universum begegnen." Und etwas poetischer ergänzt er: "Farben steigen von den Wurzeln der Welt auf, sie sind der Ausdruck dieser Tiefe an der Oberfläche."


Wir können Licht und Farbe deshalb wahrnehmen, weil wir ein dafür empfängliches Sinnesorgan, das Auge, besitzen. Liegt im Auge ein Defekt vor, wie bei Farbenblinden, erscheinen manche Farben nur als hell-dunkle Grautöne. Farbe (Licht) und Auge gehören zusammen wie Schloss und Schlüssel. Eins ohne das andere wäre sinnlos. Es soll allerdings auch Menschen geben, die Farben allein durch Berühren und Abtasten mit ihren Fingern in einem vollkommen verdunkelten Raum erkennen können. Versuche ergaben die Richtigkeit. Dann gibt es andere Menschen, die in der Lage sind, auf geistige, mediale Art zum Beispiel die vielfältigen Farben der Aura des Menschen, seiner Lichtgestalt, zu sehen oder sie durch die Kirlian-Fotografie auch anderen Menschen sichtbar zu machen. Mehr darüber weiter unten.


Farben sind eine Herausforderung an die Seele, sie antwortet meist unvermittelt auf Farbeindrücke, positiv oder ablehnend. Am ehesten lässt sich das bei Kindern beobachten, die meist spontan nach farbigen Dingen greifen, die sich in ihrer Reichweite befinden und dabei vorzugsweise ihre Lieblingsfarbe auswählen. Diese ist bei Kindern überwiegend das Rot. Doch auch Erwachsene fühlen sich von der einen oder anderen Farbe oftmals direkt angesprochen und reagieren darauf. Das weiß die Werbung sehr genau und empfiehlt ihren Auftraggebern, entsprechend farbige Verpackungen, Werbebilder und Fotos bzw. Fernsehspots zu verwenden. Es heißt, die Produkte müssen den Kunden "ins Auge fallen".


Ungewöhnliche Phänomene

Einige Lichtphänomene von ganz besonderer Art haben Forschern bisher große Rätsel aufgegeben, denn sie lassen sich nicht ohne weiteres in die üblichen wissenschaftlichen Erklärungen einordnen, "farbiges Licht bestehe ausschließlich aus elektromagnetischen Wellen". Das Auge ist in der Lage, auch in tiefster Finsternis, Farben und Licht selbst zu erzeugen. Drückt man bei geschlossenem Auge vorsichtig(!) mit einem Finger gegen einen Augapfel oder kneift man sehr fest seine Augen einige Zeit zu, so erscheinen nach wenigen Augenblicken die buntesten und bewegtesten Farben, das gelingt sogar nachts. Daher rührt der Ausdruck bei einem Schlag auf das Auge: "Man sieht Sterne." Auch wenn man versehentlich kurz direkt in die Sonne oder eine andere sehr helle Lichtquelle geschaut hat und danach wegen der Blendung die Augen fest schließt, sieht man noch eine Zeitlang die wunderschönsten Farben, die laufend wechseln. Selbst wenn der Mensch schläft und träumt, sieht und "erlebt" er ebenfalls eine farbige Welt, obwohl die Augen geschlossen sind und es dunkel ist. Auf die Erzeugung der Gegenfarben durch die Augen wurde schon hingewiesen.


Auf diesem Gebiet gibt es noch etliche Rätsel zu lösen, so zum Beispiel, dass Farben und Licht auch noch andere Qualitäten haben, als lediglich Wellen oder elektromagnetische Strahlen zu sein.

 


Die heilenden Kräfte der Farben


(Teil II)


Farben im täglichen Leben

Dass Farben Wirkungen auf Menschen ausüben, dass sie mitunter ihr körperliches und seelisches und somit geistiges Befinden beeinflussen können, hat vermutlich schon jeder persönlich erfahren. So kennt jeder seine Lieblingsfarbe(n) und die weniger geschätzten Farbtöne. Die modebewusste Frau, aber auch nicht wenige Männer, wissen recht genau, welche Farbe sie/ihn besonders gut kleidet und welche ihr/ihm nicht so gut steht. Farben spielen in der Wohnung ebenso eine wichtige Rolle wie im übrigen Leben. Ganz bestimmte Farben werden von Autokäufern bevorzugt, das muss der Hersteller genau im voraus bei einem neuen Modell wissen. Häuser werden mit Farben angestrichen oder/und haben farbige Ziegel. Längst hat die Werbung die Wirkung von Farben entdeckt und psychologisch erforscht und wendet sie umfangreich an, um den Umsatz von Waren allein durch Farbenwirkungen zu steigern.


Farbtherapeuten berichten aus ihrer Praxis, dass die Farbtherapie ihrer Erfahrung nach zu den sehr wirkungsvollen Heilmethoden zählt. Sie ist vollkommen
schmerz- und somit angstfrei. Auf einzelne Farben und ihre spezifischen Wirkungen wird in den nachfolgenden Beiträgen jeweils ausführlich eingegangen. Neben der Betreuung und Hilfe, die man durch ausgebildete Farbtherapeuten erhalten kann, ist auch eine (begleitende) Selbsthilfe- und Anwendung durchaus möglich, wenn man sich mit dem Thema "Wirkungen und Einflüsse von Farben" beschäftigt und auseinandergesetzt hat. Auch dazu sollen und können diese Beiträge dienen. Die richtige Farbauswahl bei Kleidungsstücken kann durchaus, insbesondere auch bei den eigenen Kindern, wichtig sein. Oftmals lässt man sich ja gerne von der jeweiligen Stimmung hin und wieder auch von der vorherrschenden Mode, bestimmen und beeinflussen. Falls erforderlich, muß man dagegen bewusst angehen. Hilfreich kann es sein, die Zimmerwände in der eigenen Wohnung in besonderen Farbtönen zu streichen. Da wir täglich darauf schauen, kann die Wirkung, positiv oder aber auch negativ, beträchtlich sein! Aus welchen Gründen auch immer, es wird seit langem immer wieder insbesondere die Farbe Weiß in vielen Wohn- und Schlafzimmern verwendet und wird, vermutlich durch Tradition, bis heute auch weiterhin von der Allgemeinheit bevorzugt. Doch auch in Büros, Hotels, Krankenhäusern, zahlreichen Restaurants und insbesondere bei Behörden ist Weiß leider noch immer die bevorzugte Farbe, ohne dass jemand sagen kann, weshalb. Im Grunde genommen ist sie und wirkt sie steril und schafft eher eine langweilige, ermüdende Atmosphäre.


Ehe man sich aber zu einem Farbwechsel entschließt, sollte man sich seiner Farbenvorliebe und des Einflusses, den Farben haben können, bewusst werden. Ebenfalls herauszufinden und ein Gespür dafür zu bekommen, welche Gründe vorliegen, weshalb die eine Farbe persönlich bevorzugt, eine andere aber abgelehnt wird, kann hilfreich und wichtig sein. Oftmals entspricht die bevorzugte Lieblingsfarbe der eigenen inneren Farbstrahlung, es kann sich aber auch hinter einer bestimmten Farbwahl der (un-)bewusste intuitive Wunsch verbergen, das Bedürfnis eines Chakras zu befriedigen und seine innere Harmonie durch die Wirkung einer Farbe wiederzugewinnen. In einer Familie mit unterschiedlichen Farbwünschen einzelner Familienmitglieder kann es bei vorschnellen Entscheidungen für gemeinsam genutzte Räume möglicherweise ebenfalls Probleme geben. Aber nicht nur die Wände in Zimmern können farbig gestaltet werden, auch Möbel, Bilder und weitere Ausstattungen weisen oftmals die unterschiedlichsten Farbtöne auf, die harmonisch aufeinander abgestimmt sein sollten. Aus verkaufsfördernden Gründen bieten manche Möbelgeschäfte für Kinder - Möbel, Teppiche, Kissen, Gardinen, Tapeten und anderes Zubehör in den "schreiendsten" Farben mit mehr oder weniger "kitschigen" Motiven und Gestalten an. Da Kinder besonders farbempfindlich und sensibel für Farbtöne sind und meist eine ganz besondere Lieblingsfarbe haben, tun Eltern ihren Kindern mit solch kunterbunten, auffälligen Farben meist keinen Gefallen, im Gegenteil: Der Farbsinn des Kindes wird vergewaltigt und kann sich nicht in rechter Weise entwickeln. Auf jeden Fall sollten Kinder in aller Ruhe selbst mitentscheiden und aussuchen dürfen, ohne den direkten Einfluss eines redegewandten Verkäufers.


Anthroposophisch geleitete Krankenhäuser haben die Heilwirkungen von Farben schon vor langer Zeit erkannt und das "sterile" Weiß in der Regel aus allen Räumen verbannt. In einer besonderen "Lasiertechnik", die die Farben transparenter, glänzender und leuchtender erscheinen lassen, werden dort Patientenzimmer, Flure, Heilbehandlungsräume und
Ruhezimmer in bestimmten Farben angestrichen. Unterstützt und ergänzt wird die Wirkung der Farben durch die Anwendung von Maltherapien. Man lässt in diesen Krankenhäusern die Patienten Bilder in besonderen Farben oder nach eigener Wahl malen und erkennt an der Wahl und Gestaltung der Farben, in weichem seelischen Zustand sich der betreffende Mensch befindet. Bekannt ist auch, dass in Waldorfschulen auf Anregung von Rudolf Steiner schon immer die Klassen- und Fachräume, Flure, Säle innen und Gebäude von außen in besonderen Farben angemalt werden, die der jeweiligen Seelen- und Geistesstimmung der Schüler im bestimmten Alter und einzelnen Fächern entspricht. So befinden sich die Erstklässler in Räumen mit warmen Rottönen, die Oberstufenschüler in Zimmern, die blau-violett gehalten sind. Inzwischen sollen auch staatlich und privat geführte Kliniken und manche Arztpraxen vom kalten" Weiß zu farbig ausgestalteten Räumen übergegangen sein und positive Rückmeldungen ihrer Patienten haben.


Bunt ist das Leben gemischt

Selbst die reizvollste Lieblingsfarbe würde auf Dauer unerträglich, wenn es ausschließlich nur sie gäbe. Eine Welt nur in Rottönen wäre langweilig, ja unerträglich! Es sind die vielen unterschiedlichen Farben nebeneinander oder nacheinander, die den Reiz des Besonderen ergeben. Vor allem reizvoll ist der Kontrast zwei entgegengesetzter, sich im Farbkreis gegenüberstehender Komplementärfarben, die sogar eine Steigerung der Farbqualität ergeben. Man lege eine rot leuchtende Tomate auf ein grünes Tuch. Nunmehr leuchtet ihr Rot viel kräftiger und wohltuender für das Auge, obwohl es derselbe Farbton ist.


Farben und Religionen


Die Symbolkraft der Farben auf die Seele und ihre geistigen Wirkungen auf die Menschen spielen selbstverständlich auch bei Kirchen und  Religionsgemeinschaften eine entscheidende Rolle, bei manchen mehr, bei anderen bewusst weniger. Während die protestantische (evangelische) Kirche weniger Wert auf besonderen Farbenschmuck und Buntheit, auf großartige und möglichst kostbare Ausschmückung ihrer Kirchen mit Gemälden, Wandbemalungen und Skulpturen, Fenstern usw. legt, weil der Gläubige sich insbesondere auf das Wort Gottes und das Fest der Gemeinde besinnen und konzentrieren soll, fand die katholische und die orthodoxe Kirche ein großes Gefallen an besonders prächtigen und oftmals "luxuriös" ausgeschmückten Gotteshäusern und Kathedralen, wie es hieß "zur Ehre Gottes". Heute bilden die genialen Werke der großen Meister früherer Bau-, Mal- und Bildhauerkunst unschätzbare kulturelle Werte, soweit sie erhalten geblieben sind und von uns bewundert werden können. Das mögen jene Kritiker bedenken, die der Meinung sind, dass die (äußere) Pracht mancher Kirchen im krassen Gegensatz zur Armut vieler Gemeindemitglieder oder der Hungernden in aller Welt steht. Die Farben der Aura Von jedem Menschen gehen nicht-materielle, farbige Energien aus, die von besonders geschulten Menschen, früher Eingeweihten, wahrgenommen und gedeutet werden können. Dieses Licht- und Energiefeld bzw. die Lichtgestalt des Menschen wird als Aura bezeichnet. Die unterschiedlichen Farben der Aura kennzeichnen die (ständig wechselnden) astralen, spirituellen und emotionalen Kräfte des Menschen, der auf Einflüsse von außen und innen reagiert und sein Befinden ständig ändert. Es werden in der Aura zwei Schichten unterschieden, die körperliche und die seelische Ebene. Die leibliche Aura kennzeichnet die Vitalität und Grundenergie und weist auf Gesundheit und Krankheiten hin. Ihre Farben werden als helle, silbrig-weiß-bläuliche Töne beschrieben und ändern sich kaum. Neigen sie zum Gräulichen, ist der Energiefluss gestört, es ist eine Krankheit vorhanden oder möglich.


Neben dem Sehen-Können solcher Farben durch einige wenige Menschen ist es in jüngster Zeit möglich geworden, durch die Kirlian-Fotografie im Hochfrequenzbereich die Farben der Aura für jedermann sichtbar zu machen, jedenfalls teilweise. Grundlage der seelischen Aura ist zunächst die Leiblichkeit, aber auch die geistige Entwicklung eines Menschen. Sie reicht mit ihrer Farbigkeit zum Teil weit über die Grenzen der leiblichen Aura hinaus und weist wesentlich mehr Farbtöne auf als die leibliche Aura. Auch diese Farben verändern sich laufend und lassen den medial befähigten "Seher" tiefere Erkenntnisse über den jeweiligen Menschen gewinnen. Aura und Chakren (siehe folgendes Kapitel) hängen eng zusammen, wobei die Chakren die Aura beeinflussen können.


Die heilenden Kräfte der Farben

 

                                                              (Teil III)



Farben und Chakren

Jeder Mensch besitzt besondere Energiezentren in seinem Körper, Chakras oder Chakren genannt. Sie stehen in enger Beziehung zum Drüsensystem des leiblichen Organismus, zur Psyche, und zum denkenden Bewusstsein des Menschen. Fließt die Energie der Chakren normal, fühlen wir uns wohl, ist der Fluss gehemmt, können Störungen auftreten. Jedes Chakra ist für einen ganz bestimmten leiblichen, seelischen und geistigen Bereich zuständig. Besonders befähigte mediale "Seher" können die unterschiedlichen Farben, die von den Chakren ausgehen, sehen und beschreiben und Rückschlüsse bzw. Erkenntnisse daraus ziehen. Aus den unterschiedlichen Farben und ihrer Leuchtkraft erkennen sie den jeweiligen Zustand und die Eigenschaft eines Chakras und des menschlichen Erzeugers. So kann ein Chakra (oder mehrere) überaktiv sein und zur Schwächung des Organismus bzw. zur Krankheit führen oder eine bereits vorhandene Krankheit oder Einseitigkeit anzeigen.


Zu einer ausgeglichenen, harmonisch geführten Lebensführung gehört, dass die Chakren in gleichmäßiger Funktion arbeiten und positive Energien ausstrahlen. Ist ein Chakra oder sind mehrere Chakren überaktiv, überbeweglich dominant bzw. im Gegenteil träge und schwach wirksam, kann es zu Erkrankungen, auch schwererer Art, kommen und weist auf gewisse Einseitigkeiten in der leiblichen, seelischen und geistigen Lebens- bzw. Gedankenführung des betroffenen Menschen hin. Hyperaktive Menschen, die zudem auf sportlichem Feld zu extremer Betätigung sowie zur Unruhe neigen und immer wieder alle möglichen Informationen und Sensationen (von Massenmedien) aufnehmen möchten, die auch möglicherweise auf sexuellem Gebiet überaktiv sind, befinden sich ebenso im leiblichen, seelischen und geistigen Ungleichgewicht wie Menschen, die eher zur Trägheit neigen, überwiegend bequem und rasch ermüden und leiblichen Genüssen einschließlich rauscherzeugenden Hilfen zugetan sind. Das gilt auch für solche Menschen, die sich zu sehr für übernatürliche, übersinnliche, doch bewusstseinsmäßig nicht erfassbare Vorgänge interessieren und die reale Welt verlassen haben. In solchen Fällen dominieren vielfach die Kräfte der unteren Chakren, der "Bauch regiert über den Kopf', sagt man. In der Farbtherapie bieten sich heilende Farben an, die einen Ausgleich bewirken können. (Siehe u. a. in dem Buch: "Farbtherapie" von v. Rohr.)


Das Genannte trifft für leibliche, seelische und geistige Aspekte zu. Hier setzen Farben als Heilkraft ein, die in ihrer Funktion gestörte Chakren wieder zu normalen Funktionen führen können. Je nach Lehre und Unterscheidungskriterien zählt man beim Menschen zwischen sieben und zwölf Chakren. Auf diese Zahlenunterschiede soll an dieser Stelle nicht im besonderen eingegangen werden. Wichtig erscheint - allerdings der positive Einfluss, den Farben auf funktional gestörte Chakren haben können.


Es gibt auch speziell ausgebildete YogalehrerInnen, die bewusst und gezielt Farben zu besonderen Übungen als Hilfe und zu Meditationen einsetzen. Das Wort "Chakra" ist indischen Ursprungs und bedeutet soviel wie "Energie ausstrahlendes  Licht-Rad". Es entstammt dem Sanskrit. Die Chakren, die Lichträder, werden als dreidimensional zirkulierende Lichtgebilde beschrieben, die aus ihrem Mittelpunkt heraus energetische Schwingungsfelder, die in ihrer Funktion auch als Lebenskräfte bezeichnet werden, in alle Richtungen abstrahlen. Der Energiezufluss kann bei einem oder mehreren Chakren mehr oder weniger gestört sein, sie sind dann "blockiert" und verschlossen oder auch überaktiv. Mitverantwortlich ist der jeweilige seelische und geistige Zustand eines Menschen, der insbesondere negativen Gefühlen und Gedanken freien Lauf lässt wie z. B. Neid, Haß, Rache, Geiz, Unwahrheit, Angst, Sorgen, Sturheit, Depressionen, Egoismus, Einseitigkeiten oder überaktive Sexualität, Gier u.ä. Positives Denken und soziales Handeln lassen den Energiefluss der Chakren voll zur Entfaltung bringen. Dazu gehören Gedanken, Taten und Gefühle von Frieden, Harmonie, Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Zuversicht, Lebensfreude, Liebe. Die sieben übereinanderliegenden Chakrazentren greifen wie Zahnräder ineinander und berühren sich. Im folgenden werden ihre gängigen Namen aufgeführt, die auch auf ihre Lage hinweisen. Ausführlicher sind sie in der Literatur beschrieben (z. B. in: Karin Hunkel - "Das Arbeitsbuch zur richtigen  Farbentscheidung", Hugendubel-Verlag).


1. Basis- und Wurzel-Chakra.
2. Sakral- oder Nabel-Chakra.
3. Solarplexus-Chakra.
4. Herzzentrum-Chakra.
5. Kehlkopf- oder Hals-Chakra.
6. Stirn- oder Dritte Auge-Chakra.
7. Scheitel- oder Kronen-Chakra.


Farben und Ernährung

Viele der Nahrungsmittel, feste oder flüssige, die wir zu uns nehmen, sind bekanntlich farbig. Der Wissenschaftler Lichtenstein, der sich intensiv mit Farben und der Farbtherapie befasste, führte Selbstversuche durch, um herauszufinden, weichen Einfluss Farben im Bereich der Ernährung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen haben. Er setzte alle farbige Kost wie grüne Salate, rote Rüben und Tomaten, farbiges Obst, braunes Brot usw. ab und ersetzte sie durch sogenannte "Weißkost". Das waren u.a. Eiweiß von hartgekochten Eiern, Weißbrot, Weißmehlprodukte, Quark, Zucker, Reis, entrahmte Milch, Kochsalz u.ä., er nahm also alle lebenswichtigen Nährstoffe zu sich, allerdings in weißer Naturform. Die Folge dieser Ernährung war, dass er nach einiger Zeit in einem Magen-Darm-Katarrh erkrankte. Durch die Wiederaufnahme von gewohnter "farbiger" Nahrung verschwand die Krankheit innerhalb von drei Tagen.


Das Aufnehmen von Farben

Wir nehmen Farben auf ganz verschiedene Weise auf, sie unterscheiden sich in ihrer Intensität und damit in ihrer Wirkungsweise.

1) Augen: Am intensivsten wirken Farben durch das Sinnesorgan Auge. Dabei sind Abstufungen möglich.

a) Wir sehen und empfangen gezielt Licht durch gefärbtes Kirchenfensterglas, Vasenglas oder durch farbige Kunststofffolien, wie sie zum Beispiel für Bühnenscheinwerfer verwendet werden, und schauen auf eine Lichtquelle (ca. 3-5 Minuten).

b) Wir verwenden gefärbte Glühbirnen in Stärken von 100 bis 300 Watt zur
Ganzkörperbestrahlung (bis ca. 15 Minuten).

2) Bekleidung: Wer genau weiß, welche Farbe ihm helfen kann/soll und welche ihm gut tut, welche er braucht, sollte auch diese Farbe täglich oder sehr oft tragen, ob sie gerade Modefarbe ist oder nicht. Sie ist nicht teurer als alle anderen Farben.

3) Ernährung: In der Aufnahme von Speisen und Getränken ist es ebenfalls sehr oft möglich, diejenigen Farben auszuwählen und zu bevorzugen, die man ganz persönlich braucht. Nach dem Auge ist diese Art der Farbaufnahme die zweitintensivste für unseren Organismus.

4) Baden: Man kann heute zahlreiche Badezusätze in unterschiedlichen Farben erhalten und auch in dieser Art äußerlich auf seinen Körper einwirken. Wer Rot braucht und anwendet, sollte auf seinen Puls und Blutdruck achten und nicht länger als ca. 10-15 Minuten im Bad verweilen. Blau beruhigt. Deshalb wird bei dieser Anwendung anschließend Bettruhe empfohlen.

5) Sonnenlicht: Alle Farben in sich vereinigt hat das Sonnenlicht. Gefärbte
Sonnenbrillengläser, die zum Beispiel als Modebrillen angeboten werden, hindern das Auge, das reine, unbeeinflusste Licht wahrzunehmen, Man sollte sie daher nur in Extremlicht-Fällen wie im Hochgebirge, auf sonnenbeschienenen Schneeflächen oder an der Küste verwenden. Auch Brillenträger sollten ab und zu ihre Brille abnehmen, da das Glas u.a. das UV-Licht der Sonne nahezu vollständig filtert. Da es in geringer Form auf die Erde trifft, hat es seinen geistigen Sinn, auch für die Augen und die Gesundheit des Menschen.

Gefahren und negative Wirkungen

Farben können nicht nur helfen und heilen, sie können unter bestimmten Umständen auch Schaden anrichten. Genauere Einzelheiten werden in den Folgebeiträgen für die einzelnen Farben geschildert. An dieser Stelle nur, einige Hinweise.


Menschen, die zu Jähzorn oder cholerischen Anfällen neigen, kann ein Übermaß der Farbe Rot derart reizen und aufwühlen, dass sie plötzlich "rot" sehen, dass ihnen das Blut zu Kopfe steigt, die Halsadern anschwellen und sie ihren klaren, kühlen Kopf und Verstand verlieren. Bei einem folgenden Wutanfall ist es möglich, dass sie im höchsten Maße zerstörerisch wirken, oft ohne zu wissen, Was sie tun, unter Umständen mit dramatischen Folgen.


Menschen, die einen erhöhten Blutdruck haben, sollten gleichfalls Vorsicht walten lassen beim Aufnehmen von Rottönen. Für sie ist die Farbe Blau wesentlich geeigneter und hilfreicher.


Menschen, die das Blau sehr lieben, können bei einem "Überkonsum" dieser Farbe zu starker Melancholie, ja sogar schließlich zu Depressionen neigen. Sie brauchen den Ausgleich und sollten sich immer wieder auch dem Gelb und Orange zuwenden. Der Volksmund hat sicherlich recht, wenn er den zu stark das Blau liebenden Menschen eine gewisse "Blauäugigkeit" nachsagt. Die Erfahrung zeigt, dass solche Menschen, die sich gerne Tagträumen hingeben und manches idealisieren, leicht von anderen übervorteilt werden können.


Über die vielfältigen Wirkungen und Einflüsse der Farben, über ihre Heilwirkungen, Anregungen und negativen Einflüsse wird in den folgenden Beiträgen im Einzelnen eingegangen. Den Beginn wird die Farbe Blau machen.


Die heilenden Kräfte der Farben


(Teil IV)

 

Die Farbe BLAU

 


 

blauer Rittersporn



Der Inbegriff allen Blaus ist der endlos erscheinende, wolkenlose Himmel. Er wölbt sich von Horizont zu Horizont und zieht den Betrachter und seine Gedanken mit großer Macht in seinen Bann. Das Blau des Himmels erzeugt Sehnsüchte zu Ferne und Tiefe und verleitet zum Träumen. Je nach Tages- und Jahreszeit, nach Standort und auch entsprechend dem Sonnenstand erscheint das Himmelsblau vom kräftig-dunklen Indigoblau bis zum fahlblassen Hellblau. Goethe beschreibt in seiner Farbenlehre das Entstehen des Himmelblaue so, dass das Licht der Sonne die Trübe der erdumspannenden Atmosphäre, die sich vor dem tiefschwarzen Allhintergrund befindet, erhellt; sie leuchtet blau auf. Diesen Versuch kann jeder leicht selbst mit einem Aquarium bzw. Glasgefäß voll leicht weißlich getrübten Wassers (z.B. mit Milch), einer starken seitlich angebrachten Lichtquelle, die die Trübe beleuchtet, und einem schwarzen Hintergrund machen. Ein helles Blau entsteht. Der Spiegel des endlos blauen Himmels ist quasi das ebenfalls sich endlos ausdehnende und ebenso tiefblaue Meer.


Der azurblaue Himmel wurde bei vielen Völkern als Sitz der Götter angesehen, deswegen wurde die Farbe Blau auch immer wieder als die Farbe der Götter geschildert. Auf älteren Bildern findet man häufig Abbildungen von Magiern und Sternenweisen, die in einen tiefblauen Mantel, oftmals mit goldenen Sternen darauf, gehüllt sind. In späteren Zeiten wurden daraus die "Zauberer", die gerne diese geheimnisvolle Farbe bei ihrer Kleidung beibehielten. So kennen wir den Herrn der Götter von Babylon, Marduck, der die Chaosgöttin Tiamat besiegte, der in einem solchen blauen Sternengewand gekleidet war. Nahezu alle alten Meister der Malerei haben Maria, die Mutter von Jesus, mit einem Himmelsmantel, der außen tiefblau, innen dagegen warm-rot ist, dargestellt. Doch nicht nur im Christentum, auch in anderen Religionen ist der Farbe Blau immer eine große Bedeutung zugekommen.


Die Farbe Blau und der Mensch

Der Typ "blauer" Mensch ist ein in sich gekehrter, objektiv denkender Mensch, der großen Wert auf das gesprochene Wort und klar strukturierte Gedanken und Sachlichkeit legt. Er fühlt in sich Harmonie und Ausgeglichenheit, chaotische Zustände lehnt er ab; er würde sie allerdings bei anderen nicht verurteilen. Seine Gefühle und Gedanken sind ernst und führen in die Tiefe. Er ist auf der Suche nicht nur nach Klarheit, sondern auch nach Wahrheit.


Gedanken und Ideen mystischer, unbewiesener Art sind ihm eher fremd und stoßen auf Ablehnung. Mit innerer Gelassenheit setzt er sich auch in aller Offenheit unvoreingenommen mit schwierigen gedanklichen Tätigkeiten auseinander. Mit intellektuell veranlagten Menschen kann er sich besonders gut verständigen. Er hört konzentriert zu und kann sozusagen "druckreif" sprechen. Auf anders veranlagte, zu mehr Temperament neigende Menschen wirkt der "blaue" Menschentyp kühl, ja ein wenig gefühllos. Sie übersehen dabei, dass dieser Mensch seine tiefen Gefühle, die er zweifellos hat, nicht gerne offen zeigt, sondern dass er sie lieber verbirgt. Er reagiert leise und wendet sich vorzugsweise nach innen, hier findet er seinen Halt. Wird er nicht verstanden, dann kämpft er nicht um Anerkennung, er zieht sich zurück und schreibt seine Gedanken auf. Unter den "blauen" Menschen finden sich zahlreiche Poeten und Gedichteschreiber. Diese Menschen lieben das Element Wasser und die Natur, trotz ihrer Sachlichkeit, und ziehen das Alleinsein einer oberflächlichen Geselligkeit vor. Man findet sie kaum auf Parties, da sie dort als die ,,Langweiler'' gelten und nicht gerne eingeladen werden. Haben sie Familie, gehen sie mit großer Geduld auf ihre Kinder ein. Die Partnerschaft ist im allgemeinen harmonisch, da sie den anderen stets gelten lassen und gut auf ihn eingehen können. Allerdings darf der Partner den "blauen" Typ nicht ständig einseitig überbelasten und zu große temperamentvolle Ansprüche an ihn stellen. Große Aufregungen oder Turbulenzen wird es allerdings mit einem blauen Typ kaum geben.


Wie überall im Leben, so gibt es auch beim "blauen" Menschen Einseitigkeiten. Das macht sich in Verhärtungen und Verknöcherungen sowohl körperlich als auch geistig bemerkbar. Diese Menschen neigen zu einer gewissen Sinnesfeindlichkeit, sie wirken auf andere kalt und rigide und lehnen alles Laute und zu Bunte ab. Das Denken mit dem Intellekt ist ihr oberstes Ziel und ihre Glückseligkeit. Rasch bemerken sie Fehler bei anderen und meinen häufig, selbst ziemlich "unfehlbar" zu sein. Der Umgang mit ihnen kann daher manchmal auch recht schwierig sein.


Die Wirkungen der Farbe Blau


Blau ist die Farbe für Entspannung, Ausgewogenheit, Zufriedenheit, Frieden und
Gelassenheit. Blau besänftigt und beruhigt das Gemüt und wirkt gleichermaßen kühlend.


Diese Farbstimmung kann Unruhe und Unsicherheit ausgleichen, sie lockert die verkrampfte Seele und fördert die Bereitschaft zur Meditation. Blau öffnet dem bereiten Geist Wege zur höheren Erkenntnis, zu Intuitionen und zur Bewusstseinserweiterung, da es aufgrund seiner Wirkung der Kühle weder eine einschläfernde noch anfeuernde Wirkung hat, Blau weist eine nach innen, in sich gerichtete Wirkung auf, der Betrachter und gedanklich Tätige wird zu sich selbst und seiner Seele geführt. Beim bewussten Schauen in das Blau, zum Beispiel des Himmels, erlebt die Seele eine Befreiung ihrer Gefangenheit im Alltag und die Grenzenlosigkeit ihrer Gedanken. Die beruhigende Wirkung darf allerdings nicht dahin führen, dass ein geistiger Stillstand eintritt oder ein unkontrolliertes Träumen einsetzt, es sei denn, dass der Therapeut oder der Selbstbehandler gewollt einen besonderen Entspannungs- und Ruhezustand auf diese Art erreichen möchte. Allgemein bekannt ist, dass ein zum Träumen veranlagter Mensch, der zur Gut- und Blauäugigkeit neigt, leicht Opfer werden kann von Menschen, die versuchen, ihn zu übervorteilen.


Wirkungen früher

Nicht immer wurde die Farbe Blau ausschließlich als positiv und heilend empfunden. Für die Griechen im Altertum stellte Blau ausschließlich Dunkelheit dar, auch Goethe schreibt in seiner Farbenlehre, "dass Blau immer etwas Dunkles mit sich führe". Der italienische Maler Caravaggio (gestorben 1610) beschrieb die Farbe Blau sogar als "Gift" und verwendetet sie nicht auf seinen Bildern. Und der bekannte Maler Pieter Breughel der Ältere verglich das Blau immerhin mit Betrug und Torheit. Auch wenn wir aufgrund einer stärkeren und veränderten Seelenhaltung heute innerlich stabiler geworden sind, so stellt Blau noch immer für manche Menschen mit labiler, depressiver Seelenhaltung eine bedrohliche und gefährliche Farbe dar. Im ausgehenden Mittelalter wurde durch die Farbzünfte die Herstellung von Textilien in Indigoblau sogar bei Todesstrafe verboten.


Wirkungen heute

Wer sich zu lange und intensiv dem Einfluss der Farbe Blau aussetzt, befindet sich in der Gefahr, die Welt um sich unrealistisch und träumend, d.h. nicht ganz wachbewusst wahrzunehmen. Daher erhielten offensichtlich auch die Fernsehanstalten, die ja an besonderer Kritik weniger interessiert sind, aber ebenso auch die politischen Parteien für ihre großen, öffentlichen  Parteitagsveranstaltungen, von beratenden, hochbezahlten Farbpsychologen vermutlich den Rat, als Hintergrundfarbe für den Bildschirm bei Nachrichten- und Informationssendungen bzw. als Hintergrundfarbe auf Bühnen bei Partei-Großveranstaltungen die Farbe Blau zu wählen, wie man täglich im Fernsehen auf dem Bildschirm feststellen kann. Die sogenannte "Blue-box"-Technik (heute auch Grün-Box-Technik) hat andere technische Gründe.


Blau ist in der Regel die Lieblingsfarbe der Melancholiker, die wiederum sehr mit dem Element Wasser verbunden sind. Die Farbe steht für Gelassenheit, aber auch für
Konservatismus. Die teuren Nobelautos der hohen Politiker sind meist tiefblau gehalten, ebenso wie die Anzüge ihrer Benutzer. Blaue Anzüge, Mäntel und Kleidungsstücke wirken vornehm, distinguiert, elegant. Dieser Farbton fällt nicht besonders auf, sein Träger möchte lieber unauffällig im Hintergrund bleiben.


Verhaltensauffälligen Menschen, die zu lebhaft, ja unruhig sind und Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, wird daher gerne von Farbtherapeuten ein mittleres oder dunkleres Blau als Kleidung empfohlen. Sehr unruhige und zappelige (Schul-)Kinder sollten zu Hause in einem Zimmer mit überwiegend Blautönen wohnen bzw. ihre Hausaufgaben in einem solchen "blauen" Raum anfertigen. Es hilft auch, die Beleuchtung, also z.B. eine Schreibtischlampe mit blaugefärbter Birne, darauf abzustimmen. Die Kinder können sich unter dem Einfluss des beruhigenden Blaulichtes besser und tiefer konzentrieren und leichter ruhige Gedanken entwickeln.


Menschen, die depressiv sind oder zu depressiven Anfällen neigen, oder auch Menschen, die tief melancholisch sind und aus diesem Grund einen unwiderstehlichen Hang zum Blau haben, sollten bewusst diese Farbe, wenn immer möglich, meiden und besser die Komplementärfarbe Orange oder auch ein lichtes, strahlendes Gelb bevorzugen. Das gilt insbesondere auch für Betroffene, die durch den (plötzlichen) Tod ihres Partners, eines Kindes oder anderen nah verbundenen Menschen in ein Tief gefallen sind und möglicherweise sogar Todesgedanken hegen. Blaustimmungen würden sie noch tiefer in eine gewisse Ausweglosigkeit führen, aus der sie nur sehr schwer, wenn überhaupt, wieder herausfinden. Für diese Menschen können bunte, helle Farben sehr hilfreich sein und "Wunder" bewirken.


Blau in den Naturreichen

Blau gilt in der Pflanzenwelt bei Blüten als Signalfarbe für die sie bestäuben sollenden Insekten. Zahlreiche dieser Insekten werden von Blau geradezu magisch angezogen, ihr Farbsinn ist für Blau besonders intensiv ausgeprägt. Im Spätsommer und Herbst färben sich manche Früchte mit einem herrlichen Blau, so die Pflaumen, Blaubeeren, Brombeeren, Schlehen und viele andere. In der Tierwelt ist die Farbe Blau seltener. Einige Vogelarten, insbesondere während der Paarungszeit, etliche Fische und eine Reihe von Insekten schmücken sich mit einem herrlichen Blau. Auch in der Gesteins- und Edelsteinwelt finden wir manche Arten mit dieser Farbe, insbesondere der Lapis-Lazuli und der Aquamarin. Im Menschenreich finden wir neben braunen und grünen auch blaue Augen. Hier und dort schimmern blaue Adern unter der Haut hervor, nicht nur bei den "Blaublütigen".


Blau im Sprachgebrauch

Schildert man die Qualität des Blaus allgemein als "solide" und zuverlässig, so gilt doch bei einer Fahrt ins Blaue" das Ziel als unbekannt. Man gibt sich einer unbeschwerten Ferienstimmung hin und lässt sich von Ablauf, Fahrtroute und Ziel gerne überraschen. Hoffentlich erlebt man am Ziel der Reise nicht sein "blaues Wunder" und freut sich, wenn man mit einem "blauen Auge" davongekommen ist, zum Beispiel bei einer "billigen" Kaffee-Verkaufsfahrt, auf der manche Waren zu überhöhten Preisen geschickt und mit vielen Worten angeboten und verkauft werden. Der eine oder andere Verkäufer versteht es meisterhaft, das "Blaue vom Himmel herunter zu lügen" und den Zuhörern einen "blauen Dunst" vorzumachen, indem er dabei die Blauäugigkeit der (meist älteren) Teilnehmer gerne ausnützt. Diese ärgern sich womöglich später grün und blau, wenn sie merken, dass sie viel zu teuer eingekauft haben. Am Abend beginnt dann mit der "blauen Stunde" der romantische Teil der Reise.


Heilwirkungen

Die Schwingungen der Farbe Blau haben eine antiseptische Wirkung. Sie lindern durch Kühlung und haben einen zusammenziehenden Effekt. Blau eignet sich daher besonders zur Behandlung aller Art von Entzündungen und Fiebererkrankungen. Diese Farbe beruhigt den behandelten Menschen und kann eine friedvolle, ausgleichende Seelenstimmung bewirken. Man bringt die Farbe Blau mit dem Kehlkopf-Chakra in Verbindung. Durch den beruhigenden Effekt wirkt sich Blau auch auf den Pulsschlag aus und kann ihn und somit auch die Durchblutung, wenn gewünscht und erforderlich, vermindern. Ein wohltuender Effekt stellt sich bei Blaulichtbehandlung durch eine Verringerung von Schmerzen ein, wenn Entzündungsprozesse zurückgehen und Nerven sich beruhigen. Daher empfehlen Farbtherapeuten auch gerne Blaulichtbehandlungen bei diversen nervösen Herzstörungen wie Herzängsten und Beklemmungen, Herzklopfen, gewissen Herzfehlern und rhythmischen Störungen. Entzündlichen Hautprozessen wie Rosen, Nesselsucht, Sonnenbrand wird Linderung verschafft. Blau ist ein kurzwelliges, kühles Licht, das im violetten Bereich sogar chemisch zersetzend wirkt.


In der Farbtherapie wird mit der Farbe Blau eine Reihe weiterer Krankheiten und Beschwerden behandelt. Dazu gehören u.a. geistige Erschöpfungszustände, nervliche Überbelastungen sowie Überaktivität, Hautinfektionen, Fieberzustände, viele Arten von Entzündungen und Ekzemen, Halsschmerzen, Verbrennungen, Schilddrüsen Überfunktionen, Hämorrhoiden, hoher Blutdruck, Geschwüre und offene Wunden, Kiefer- und Zahnentzündungen. Geschwüre bedürfen wiederholt einer intensiven Blaulichtbehandlung. Zu den Bestrahlungen, die bis zu 15 bis 20 Minuten dauern können, empfehlen sich Umschläge aus blauem Stoff, die im blau bestrahlten Wasser angefeuchtet wurden. Dazu sollte blau bestrahltes Wasser regelmäßig getrunken und vorzugsweise blaue Lebensmittel gegessen werden. Solche Farbbehandlungen wurden schon in alten Zeiten erfolgreich angewandt, wobei blaue Seide als besonders wirkungsvoll galt. Bei der schwer zu behandelnden Gicht hat sich Blaulicht ebenfalls bewährt, vorzugsweise das Indigoblau (siehe dort), und blaue Umschläge. Für Halsschmerzen gilt die gleiche regelmäßige Anwendung mit Blaulicht, ca. 15 Minuten, und blaue, angefeuchtete Halstücher. Unbedingt zu beachten ist bei einer Blaulichtbehandlung, dass sie nie länger als 20 bis höchstens 30 Minuten angewandt wird. Sie könnte sich, im Übermaß genossen, einschläfernd auswirken, möglicherweise Menschen sogar in Trancezustände versetzen. Entzündungen sollte man dreimal täglich 10-20 Minuten lang bestrahlen, Fieberkranke mit hohem Fieber werden ganzkörperlich im warmen Zimmer bis zu fünfmal täglich 10-20 Minuten lang bestrahlt. Bewährt hat sich außerdem, das Fieberzentrum mit blauen Tüchern zu bedecken. Die entzündete Galle oder bei Gallenkoliken wird das Organ alle 2 Stunden 10 Minuten lang mit Blaulicht bestrahlt. Manche Therapeuten empfehlen ihren Patienten außerdem, blau bestrahltes Wasser stündlich zu trinken. Das wird ebenfalls bei  Gehirnerschütterungen empfohlen. Auch bei Gastritis wird Blaulicht angewendet, viermal täglich 10 Minuten, allerdings wechselnd mit Gelb. Bei Ischias hat sich ein Wechsel von Blau und Rotlicht, 3mal täglich ca. 15 Minuten lang, bewährt. Wirkt Rot zu stark und anregend, sollte besser Rosa oder ein blasses Rot verwendet werden. Dazu kommen Umschläge aus Blau, angefeuchtet mit blau bestrahltem Wasser. Entzündungen oder Verletzungen von Knochen werden neben Blaulicht (3mal 15 Minuten) ebenfalls mit blauen, feuchten Umschlägen behandelt. Kropf-Patienten bzw. Menschen, die eine Schilddrüsenüberfunktion haben, können den Kehlkopf 15-30 Minuten lang mit Blaulicht bestrahlen und regelmäßig mit blau bestrahltem Wasser gurgeln. Schnupfenpatienten werden von den Farbtherapeuten mit den Farben Blau, Blauviolett und Blaugrün behandelt. Der Kopfbereich wird täglich drei- bis viermal ca. 15 Minuten lang bestrahlt. Liegt eine Entzündung im Stirnhöhlenbereich vor, wird ebenso vorgegangen und der Kopf von vorne bestrahlt.


Verbrennungen kommen immer wieder vor und heilen oft nicht leicht ab. Man bestrahlt sie mit Blau. Bei sehr schweren Verbrennungen wurden Patienten auch für ein bis zwei Stunden unter ein Blaulicht gelegt, da es kühlende Wirkungen hat, wobei die Lampe sich wegen der möglichen (schmerzenden) Wärmeentwicklung nicht zu nahe am Körper befinden sollte. Manche Mütter haben einen guten Erfolg zu verzeichnen, wenn sie Kinder, die abends nicht einschlafen wollen oder die unter dem Zahnen leiden, ca. 10 bis 15 Minuten lang dem blauen Licht aussetzen. Schlafen die Kinder, kann beim schmerzenden Zahnen der Mundbereich weitere 10 Minuten bestrahlt werden. Diese Farbe wirkt auch schmerzmildernd und heilend bei entzündetem Zahnfleisch. Die Wirkung von Blau besteht u.a. im Ausgleichen und in der Minderung von Energien im Organismus. Es unterstützt bei Fastenkuren die Entgiftung des Körpers, auch bei Aufgabe des Rauchens oder Trinkens. Wer zu übersteigerter Aktivität neigt, sollte blaue Unterwäsche tragen und Blau als Hemden- und Pulloverfarbe bzw. Blusen- und Kleiderfarbe bevorzugen.

Indigoblau


Die Farbe lndigoblau hat eine verstärkte, sehr tiefe Wirkung auf das menschliche Nervensystem, aber auch auf sein Bewusstsein und seinen Geist. Es vermag zum Beispiel negativen Schwingungen zu begegnen und so positive Gedankentätigkeiten zu bewirken und zu fördern. Das Bewusstsein erweitert sich und erreicht größere Tiefen.


Man verbindet diese Farbe mit dem Chakra der Pinealdrüse (der Zirbeldrüse, Epiphyse), auch "Drittes Auge" genannt. Dieses Chakra wirkt insbesondere auf das Sehorgan Auge, sowie die Sinne Nase und Ohren. Treten Krankheiten in diesen Bereichen, an diesen Sinnen auf, ist eine Behandlung mit Indigoblau angebracht. Da diese Strahlung eine sehr intensive Wirkung aufweist, werden auch vorzugsweise Lungenerkrankungen wie Asthma, Lungenentzündungen, Bronchitis oder Schwindsucht mit Indigoblau behandelt. Immer wieder muss darauf verwiesen werden, dass diese Behandlungen nicht den Besuch eines Arztes ersetzen dürfen oder können, sie vermögen wohl unterstützend und zur Linderung angewandt werden.


Weitere Einsatzmöglichkeiten


Man hat festgestellt, dass Indigoblau insbesondere auch anästhesierende Wirkungen aufweist und daher gerne bei aller Art von Schmerzbehandlungen eingesetzt wird. Das gilt auch für Gelenkentzündungen, wobei sich 10-minütige Bestrahlungen 5-6mal am Tag bewährt haben. Auch die Behandlung von Darmerkrankungen und Durchfall sowie Erschöpfungen seelischer Art werden mit Indigoblau durchgeführt. Bei Gelbsucht wird die Lebergegend mittels einer sehr starken indigoblauen Lichtquelle bestrahlt, wobei ebenfalls sehr hilfreich das regelmäßige Trinken von blau bestrahltem Wasser ist. Die gleiche Behandlung gilt auch für die Erkrankungen der Nieren, die täglich 3- bis 4mal je 10 Minuten lang bestrahlt werden sollen, im Wechsel mit Gelb, wenn die Entzündung abgeklungen ist. Auch bei Lungenentzündungen setzen die Farbtherapeuten Lichtbestrahlungen mit Indigoblau ein, wobei die Lungen regelmäßig alle drei Stunden etwa 30 Minuten lang bestrahlt werden. Dazu empfehlen sie, indigoblau bestrahltes Wasser zu trinken. Das Indigoblau senkt das Fieber, heilt die Lungenzellen und unterstützt die Heilwirkungen des gesamten angegriffenen Organismus. Nicht angewandt werden dürfen Indigoblau-Behandlungen bei Depressionen, Vereinsamung oder Schizophrenie.


Zusammenfassung

Die Farbe Blau wirkt zusammenziehend und führt nach innen, bis hin zum eigenen Unbewussten. Sie harmonisiert und beruhigt und dient der Entspannung. Sie dämpft die Erregtheit und Nervosität, sie fördert die Kommunikation, Sachlichkeit und Präzision der Gedanken. Blau wirkt heilend insbesondere auf entzündliche Krankheitsprozesse, aber auch entkrampfend und schmerzlindernd. Blau ist die Farbe der Meditation und vermittelt die Beziehung zum Unbewussten. Blau steht für Verlässlichkeit, Geradheit und Wahrheit und schafft die Voraussetzung zur Wissenschaftlichkeit und Objektivität. Mit der Farbe Blau korrespondiert das Kehlkopf-Chakra. Die Farbe Indigoblau wirkt insbesondere heilend auf die Sinne Augen, Ohren und Nase und Wird bei nervösen Erschöpfungszuständen und geistigen Störungen angewendet. Ferner werden Darmerkrankungen behandelt. Indigoblau führt zur Verinnerlichung von spirituellen Bereichen, das korrespondierende Chakra ist das "Dritte Auge".


 

Die heilenden Kräfte der Farben


(Teil IV)

 

Die Farbe Rot

 

 

 

 


Rot wird die Farbe der Leidenschaft, des Blutes, der Liebe bezeichnet. Die Liebe ist immer aktiv, deswegen lieben insbesondere die Kinder, Symbol der Liebe und der Bewegung, das Rot so sehr und mit großer Intensität, denn sie sind ständig mit irgend etwas beschäftigt, lässt man sie gewähren. Die Farbe Rot ordnet man insbesondere dem Widdermenschen zu, und tatsächlich gibt es wohl nur sehr wenige Widdergeborene, die nicht der Farbe Rot den besonderen Vorzug geben. Rot ist auch die Farbe des Blutes und weist auf die in den Blutkräften enthaltene Leidenschaft hin, die neben der hingebenden, aufopfernden und selbstlosen Liebe auch den Sexus sowie den aufwallenden, zerstörerischen Zorn und die unbeherrschte Wut einschließt, die bis zur Brutalität und dem Außersichgeraten führen kann. Der aufbrausende ungezügelte Zorn treibt dem betroffenen Menschen die "Zornesröte" ins Gesicht, die erste junge Liebe dagegen kann sich im Gesicht der Liebenden durch eine zarte Schamröte widerspiegeln.

Diese Eigenschaften, die wir auch in der Tierwelt finden, stellen Aktivitäten des Lebens dar, basierend auf den pulsierenden und strömenden Blutkräften. Einem verstorbenen Menschen, dessen Herz und Blutkreislauf zum Stillstand gekommen sind, ist alle rote Farbe aus dem Gesicht gewichen, er ruht nunmehr "leichenblass" vollkommen leb- und bewegungslos.

Die Farbe Rot und der Mensch

"Rote" Menschen gelten als "Power Typen", als Energie-Bündel. Ihre Kraftreserven scheinen unerschöpflich zu sein. Sie fragen nicht erst, ob eine Aufgabe zu schwer sein könnte, sie fangen mit der Arbeit sogleich an, sie packen den Stier bei den Hörnern. Ihre Mitmenschen empfinden sie als starke, dominante Führungspersönlichkeiten. Nicht selten haben sie das Bedürfnis, sich unüberhörbar anderen Menschen mitzuteilen, und zwar in einer eher absoluten, keinen Widerspruch duldenden Weise. Ihr Blick ist forschend direkt auf das Ziel gerichtet und weicht nicht aus. Auf einer Gesellschaft findet man sie in der Regel im Mittelpunkt, wobei es ihnen sichtlich Vergnügen bereitet, die Zuhörer mit spannenden und geistvollen Geschichten zu unterhalten. Sie möchten gerne brillieren und glänzen. Ein harmonisches Familienleben ist für sie eigentlich nur dann denkbar oder verhältnismäßig problemlos, wenn der andere Partner möglichst ein "blauer" Menschentyp ist, der sich zurückhalten und unterordnen kann und vorzugsweise den häuslichen Teil der Familie übernimmt. Zum dominanten Wesen des "roten" Menschen gehört ferner, dass er gerne führt und bestimmt, sich in dieser Weise zu verhalten ist für ihn selbstverständlich und nicht angeberisch gemeint, er meint es absolut ehrlich und immer gut. Auch mit dem "braunen" Menschentypen kommt er recht gut aus, weil dieser ihn bewundert und ihn in seinen Aktionen selbstlos unterstützen kann. 

Zum Charakter des "roten" Menschen gehört seine Ehrlichkeit neben einer großen Direktheit, man wird ihn nie verschlagen oder unehrlich nennen können. Doch wehe, wenn jemand versucht, ihn hereinzulegen, mit gnadenloser Konsequenz kann derjenige dann abserviert werden. Rot gilt nicht nur als Farbe für die reine Liebe, lebt der "rote" Mensch seine Liebe und Sexualität intensiv aus, gilt er als bemerkenswerter Liebhaber und bei seinen Partnern bzw. Partnerinnen als unvergesslich. Unter den "roten" Menschentypen findet man zahlreiche, die mehr als einmal verheiratet waren, sie lieben die stets neue Erfahrung und insbesondere immer wieder eine neue "Eroberung".

Der "rote" Mensch hat allerdings auch einige negative Merkmale. Er glaubt beispielsweise von sich, dass er mit seinen Mitmenschen keine Probleme hat. Das liegt vermutlich daran, dass er sich kaum die Meinung der anderen anhört, sie hingegen haben oftmals sehr wohl Probleme und Schwierigkeiten mit ihm. Sein Lebensgrundsatz besteht aus dem Dogma: Jeder Mensch kann alles, wenn er nur will. Da er glaubt, nahezu alles "perfekt" zu können, verlangt er die gleichen Fähigkeiten auch von allen anderen. Mit dieser Einstellung hat er leicht den "Rest der Welt' gegen sich, ohne selbst den Grund zu kennen - der oftmals in ihm liegt. Hat ein "roter" Menschentyp große Macht erlangt und ist er möglicherweise ein Führer oder Diktator, geht es vermutlich seinen Untertanen nicht immer gut. Sein Führungsstil kann rasch herrisch und aggressiv werden. Sein Temperament ist meist cholerisch, eine besondere Rücksicht auf andere nimmt er kaum. Alles muss nach seinen Vorstellungen und Befehlen verlaufen. Widerstand kann energisch, ja sogar mit brutaler Gewalt und Wutanfällen bekämpft und unterdrückt werden. Es haben sich bei ihm die positiven, aufbauenden Kräfte der reinen Liebe in negative, egoistische Kräfte der Zerstörung verwandelt.

Die Farbe Rot ist schon immer die Farbe des Krieges und des Mutes gewesen. Rot soll die in ihm wohnenden Kräfte auf die Krieger übertragen. So war auch die Kriegsbemalung bei vielen Kriegern vorzugsweise in Rot gehalten. Die roten Röcke, Uniformen der Soldaten, gab es in Europa noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Dem Kriegsgott Mars war selbstverständlich die Farbe Rot geweiht. Auch die Justiz, die über Leben und Tod gebot, hatte sich der Farbe Rot bemächtigt. Früher wurde Blut mit Blut gesühnt, so trug der Henker stets Rot und das Todesurteil wurde mit roter Farbe unterschrieben. Noch heute tragen die obersten Richter des deutschen Bundesverwaltungs- und des Bundesverfassungsgerichts rote Talare. Da rote Stoffe in früheren Zeiten sehr selten und daher sehr teuer herzustellen waren, war es nur dem reichen Adel möglich und gestattet, Rot zu tragen. Später haben sich die sozialistische Arbeiterbewegung und auch der Kommunismus dieser aktiven Farbe bemächtigt, rote Fahnen begleiten alle Aktionen dieser Gruppen. Als wohl auffälligste Signalfarbe wird Rot heute im Verkehrsbereich als Stopp- und Warnfarbe eingesetzt, der Mensch sieht und reagiert auf rotes Licht dreimal so schnell wie auf blaues Licht. Wohl auch deshalb streichen wir im Kalender etwas rot an, um es zu gegebener Zeit nicht zu übersehen. Die Auffälligkeit des Rot nutzen auch gerne die Werbefachleute für Anzeigen, Plakate, Produkte, Leuchtschriften und ähnliches. Beliebt sind auf Dächern ganzer Regionen rote Dachziegel, vorzugsweise in Norddeutschland werden Häuser gerne aus roten Ziegeln (Klinker) gebaut, die man nicht verputzt. Kann man sich in Deutschland blaue Ziegeldächer vorstellen? Wohl kaum.

Gilt Rot als Farbe der Liebe, so findet sie auch im Bereich der käuflichen Liebe Anwendung, man spricht vom sogenannten Rotlicht-Milieu. Wer schließlich die königliche Farbe dem Teufel und der Hölle zugeordnet hat, ist nicht bekannt. Die Maler der vergangenen Jahrhunderte jedenfalls stellten Szenen aus der Hölle mit Vorliebe in leuchtendem Rot dar, sie verbanden vermutlich das Rot des Feuers mit Rot des Fegefeuers.

Menschliches Temperament und die Farbe Rot

Der typisch cholerische Mensch hat "Feuer" im Blut, zu ihm gehört unbestritten die Farbe des aktiven Rot. Die Eigenschaften des Cholerikers sind u. a. ein großer Taten- und Bewegungsdrang; sein Fleiß und seine Impulsivität sind sprichwörtlich. Er scheint nicht unterzukriegen zu sein und muss immer etwas arbeiten, Stillstand ist für ihn unerträglich. Dem Choleriker, der rasch ungeduldig mit sich selbst, aber auch mit anderen werden kann, darf sich nichts in den Weg stellen auf dem Weg zum Ziel, seine Aktivität zu behindern könnte schlimme Folgen haben. Er braust rasch auf und sieht "rot", er verliert unter Umständen sogar seine Beherrschung, um mit aller Kraft und Macht seine Absichten durchzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Choleriker gilt als heißblütig und leicht erregbar. Laufen die Dinge so, wie er sie sich vorstellt, ist er bei aller Aktivität "die Ruhe selbst". Ein Choleriker verfügt über eine große Begeisterungsfähigkeit, auch die Phantasiekräfte sind bei ihm gut ausgebildet. Ein etwas "Nicht-Können" scheint es für den Choleriker nicht zu geben. Mit der für ihn typischen großen Willenskraft meistert er vieles, was anderen als unmöglich machbar erscheint.

Im cholerisch veranlagten Menschentyp steckt ein geballtes Potential an Vitalität, die dem Wesen der Farbe Rot gleicht. Solange er sich beherrschen kann, kann er außerordentlich viel Positives und Neues bewirken und erreichen, doch wehe der "heilige" Zorn und die Ungeduld übermannen ihn, dann kann er leicht in unkontrollierte, zerstörerische Aktivitäten geraten. Die Farbe Rot wird dem Element FEUER zugeordnet. So wie dem erregten Hahn der rote Kamm anschwillt, schwellen dem aufgebrachten Choleriker die Zornesadern an, während sich sein Gesicht tiefrot färbt.

Heilwirkungen

Mit der Farbe Rot verbinden wir Wärme und pulsierendes, bewegtes Leben. Solange das rote Blut, der Lebenssaft schlechthin, in den Adern rinnt, solange ist auch das irdische Leben aktiv. Daher wird die Farbe Rot, die als aktive dynamische Heilfarbe mit der größten Durchdringungskraft gilt, bei therapeutischen Heilbehandlungen vorzugsweise dann eingesetzt, wenn in den Lebensprozessen des Betroffenen eine gewisse Passivität und Schwächung sowie auch eine Abnahme der Lebenslust- und Lebenskräfte eingetreten ist. In solchen Fällen diagnostiziert der Arzt häufig Blutarmut oder niedrigen Blutdruck. Appetitlosigkeit und Erschöpfungszustände begleiten meist diese Symptome. Die rote Heilenergie wird in diesen Fällen zur Anregung und Stimulation der Energiemangelzustände im Körper direkt eingesetzt, sie kann fehlende Aktivitäten wiederbeleben und fördern. Rot wird immer auch dann eingesetzt, wenn es gilt, die Willenskräfte zu stärken. Rot wirkt anregend aktiv auf das rhythmische System, auf Herz und Lunge und somit auf das Atem- und Adersystem. Die Erweiterung der Adern während einer Rotbestrahlung fördert die Strömungsprozesse des Blutes im Organismus und die Bildung der roten, sauerstofftragenden Blutkörperchen bei Blutarmut. Gleichzeitig verlaufen die Stoffwechselprozesse im Organismus kräftiger und regen verstärkt Ausscheidungen an, so dass der Appetit zunimmt und sich neue Kräfte entwickeln können. Möglich ist es, dass sich bei Rotlichtbestrahlungen die Haut rötet, sich zunächst Pickel bilden und die Haut juckt, bis der Prozess abgeschlossen ist. Es werden ferner durch eine verbesserte Sauerstoffzufuhr die Abwehrkräfte, also das Immunsystem gestärkt und der Blutzuckergehalt erhöht. Das Nebennierenmark stellt eine höhere Adrenalinmenge her. Weiter wird Rotlicht eingesetzt bei Lähmungserscheinungen, (chronischem) Husten und Frostschäden sowie auch bei Hautleiden infolge mangelhafter Durchblutung. Es hilft neben Bestrahlungen auch das Tragen von roten Socken und roter Unterwäsche, beides wärmt intensiver als z. B. weiße Wäsche. Rotes Licht kann auch die Sensorik des Nervensystems anregen und intensivieren, Menschen können (wieder) besser hören, riechen und schmecken. Rot wirkt sich auch auf eine verstärkte Aktivität der Leber aus, die für vielfältige Prozesse im Organismus verantwortlich ist.

Der dänische Arzt Niels Finsen bestrahlte Menschen mit Windpocken, Masern und entstellenden Pockennarben mit rotem Licht. Er bemerkte, dass die feuchten Bläschen rascher austrockneten und die Haut seiner Patienten oftmals wieder weich und glatt wurde. Er war es auch, der die heilende Wirkung von ultraviolettem Licht bei Tuberkulosekranken entdeckte und einsetzte. Die von ihm erfundene Bogenlampe wurde rasch in zahlreichen größeren Krankenhäusern eingeführt.

Zur Steigerung der Lebensfreude und des Lebensmutes werden Bestrahlungen mit Rot oder Orange empfohlen, je nach der Lieblingsfarbe der betroffenen Person, insbesondere in der dunkleren Jahreszeit. Die Farbtherapie beginnt mit der Bestrahlung bei diesen Symptomen an den Fußsohlen, setzt sie an den Beinen fort und führt bis zum Basis-Chakra, insgesamt etwa 10 bis 20 Minuten. Wer dabei bewusst versucht, aktiv innere Freude zu entwickeln, an etwas Schönes zu denken und immer positiver das Leben zu betrachten, unterstützt den Heilungsprozess sehr intensiv. Ischias und Hexenschuss (Lumbago) können abwechselnd dreimal täglich für 10 bis 15 Minuten mit Rot und danach mit Blau bestrahlt werden. Unterschiedliche Probleme mit der Lunge und dem Atem - jedoch nicht bei Lungenentzündung oder Krebs - werden ebenfalls mit Rot behandelt. Bei der Bestrahlung des Oberkörpers sollten bzw. können gleichzeitig Atemübungen zur Entspannung und Beruhigung durchgeführt werden, wobei der Gedanke hilfreich ist: Ich kann frei und unbeschwert atmen, nichts grenzt mich ein.

Die stärker durchbluteten Muskeln werden bei Verspannungen oder Muskelkater mit Rot und Orange bestrahlt. Es kann zu diesem Zweck auch eine gleichzeitig wärmende Rotlichtlampe verwendet werden. Je nach Intensität der Verspannung wird viermal täglich bis zu 30 Minuten lang bestrahlt. Anschließend können Umschläge aus roten Tüchern, die mit rot bestrahltem Wasser getränkt wurden, auf die betroffenen Stellen gelegt werden. Ein innerliches Loslassen bei Verkrampfungen der Seele, oftmals durch Stress und Hektik hervorgerufen, hilft dem Heilungsprozess zusätzlich.

Dagegen darf Rot nicht angewendet werden bei Überaktivitäten von Blut- und insbesondere Nervenprozessen, diese würden sich unter Umständen sogar noch verstärken und verschlimmern. Dazu gehören u. a. alle akuten Entzündungsprozesse, offene Wunden, aber auch nervlich-nervöse Störungen und Krankheiten sowie Hyperaktivität, Geschwüre, Blutkrankheiten und insbesondere Bluthochdruck. In diesen Fällen wird die Farbe Blau empfohlen (siehe obiger Beitrag Farbe Blau). Bei Erkältungen und Halsbeschwerden haben Hausärzte dagegen früher schon die Rotlichtbestrahlung eingesetzt, die eine wohltuende und heilende Wärme ausstrahlt. Die Bestrahlung mit Rot wirkt am intensivsten. Deshalb muss mit dieser Färbe sehr bewusst umgegangen werden, empfohlene Zeiten sollte man unbedingt einhalten und nicht überschreiten. Überreaktionen bei Falschbehandlungen sind leicht möglich.

Rot in der Ernährung

Sehr hilfreich bei der Behandlung von Blutarmut und allgemeiner Schwäche ist auch der Verzehr von roten Nahrungsmitteln (vorzugsweise in Bioqualität). Dazu gehören rote Früchte aller Art wie Johannisbeeren, Himbeeren, Erdbeeren sowie Obst, man zählt auch Blutorangen dazu, ferner (rohes) Gemüse wie rote Beete, rote Paprika, Tomaten und Möhren, idealerweise in Rohkostform oder als Salat, auch roter Tee (Hibiskus, Malve) wird empfohlen. Rotbestrahltes Wasser, das zwischendurch getrunken wird, kann den Heilungsprozess fördern. Auch die Nahrungsheilkunde kennt die besondere Heilwirkung von roten Nahrungsmitteln und schätzt sie als gesundheitsunterstützend und gesundheitsfördernd.

Die Farbe Rot in der Aura

Von jedem Menschen gehen zartschimmernde Farben unterschiedlicher Formen und Strahlungen aus, sie stellen seine Aura dar, die besonders geschulte und medial veranlagte Menschen wahrnehmen und oftmals auch vielfältig deuten können. Die Farben der Aura, ihre Intensität und Größe können wechseln, je nach seelisch-geistigem und gesundheitlichem Zustand und Bewusstsein eines Menschen. Ein leuchtendes klares Rot in der Aura bedeutet, dass dieser Mensch vital, energiegeladen und kraftvoll ist und zielstrebig seine Ziele verfolgt. Sie verrät auch Sinnlichkeit, starke Emotionen und eine große Liebesfähigkeit. Ein mehr dunkles, stumpfes Rot weist auf eine gewisse Unausgeglichenheit hin mit der Neigung zu Egoismus, zu Zornausbrüchen, Wutanfällen und zur Streitsucht. Ein intensives kräftiges Rot weist auf eine mehr oder weniger gesteigerte Sexualität hin, insbesondere wenn sie im Wurzelchakrabereich erscheint. Ist das Rot durch eine Braunfärbung abgedunkelt, so verrät es dem Sehenden eine furchtsame Seelenhaltung, die Ängste sind seelische Unsicherheiten, oftmals ausgelöst von Selbstsucht, Geiz und Habsucht. Menschen mit einer selbstlosen Opferbereitschaft haben im Rot ihrer Aura einen Anteil von zartem Rosa. Neigt das Rot zu Lila-Nuancen mit Rosa gemischt, dann ist die geistige, selbstlose Liebe besonders entwickelt.

Scharlachrot

Das intensive Scharlachrot wirkt besonders auf der emotionalen Ebene, es belebt und verstärkt positiv seelische Regungen. Es wirkt in gewisser Weise sogar aphrodisierend und steigert die Sinnlichkeit, wirkt sich also anregend auf die Fortpflanzungsorgane aus, auch im Alter. Scharlachrotbehandlungen können den Geburtsvorgang beschleunigen und somit erleichtern. Periodenschmerzen werden gelindert, der Mensisfluss wird angeregt. Positiv kann sich die Bestrahlung mit Scharlachrot auch auswirken bei Steinen und kristallischen (kristallinen) Ablagerungen. Der Blutfluss in den Arterien wird gefördert und beschleunigt. Die Nieren und das Herz erhalten Anregungen zur verstärkten Tätigkeit.

Rot in den Naturreichen

Die Farbe Rot kommt in der Natur in allen vier Reichen recht häufig vor. Oftmals dient Rot als Warn- oder als Signalfarbe. Zahlreiche Blüten leuchten in den auffälligsten roten Farben, ganze Felder sind im Frühjahr mit Klatschmohn bedeckt und erfreuen den Betrachter ebenso wie rote Rosen, Tulpen, Weihnachtssterne und zahlreiche andere Rotblüher. Naturforscher haben durch Versuche herausgefunden, dass allerdings die meisten Insekten, so auch die Bienen, rotblind sind, sie werden insbesondere durch den ultravioletten Farbanteil der Blüten angezogen. Die ersten Triebe und Blattspitzen von Pflanzen sind oftmals rot gefärbt, Rot wandelt die Strahlen der Sonne besonders effektiv in Wärme um, worauf die Pflanzen im kühlen Frühjahr bei ihrer Entwicklung angewiesen sind. Zahlreiche Vögel, aber auch Fische und Korallen leuchten im herrlichsten Rot. Sind der Erde bestimmte Mineralien beigemengt, färbt sie sich ebenfalls rot oder rotbraun. Manche Lehm- und Tonarten leuchten nach dem Brennprozess (ziegel-)rot auf, wie man es bei Ziegelsteinen und Dachpfannen wunderschön sehen kann. In der Edelsteinwelt kennen wir besonders intensiv rotleuchtende Steine wie Rubin, Granat, Hämatit, Rubelith (Turmalinart), roter Topas und andere. Ein Märchen ist es allerdings, dass der Stier (im Stierkampf) durch die Farbe Rot besonders gereizt wird, er ist farbenblind. Gereizt und wütend wird er vor allem durch die schmerzhaften Lanzenstiche des Picadoros. In diesem Zustand würde er ebenso ein blaues Tuch attackieren. Ein Mensch allerdings, dem die Sinne vor Erregung und Wut vernebelt sind, kann rot sehen, d.h. er dreht durch und weiß nicht, was er tut.

Rot ist nicht gleich rot

Diese Tatsache kennt jeder Maler und jeder Modefachmann bzw. Fachfrau. Rottöne gibt es u. a. als: Blutrot, blassrot, tomatenrot, erdbeerrot, kirschrot, karminrot, krebsrot, bordeauxrot, rosenrot, hochrot, gelbrot, purpurrot, scharlachrot, feuerrot, hellrot, dunkelrot, tiefrot, ziegelrot, zinnoberrot, lachsrot, puterrot, weinrot, blutrot, inkarnatrot, pfirsichblüt-rot, rubinfarben, (rosa). Je nach Mischung von Rot mit einer anderen Farbe verändert das Rot seinen Charakter und seine Wirkung grundlegend. Wird dem Rot etwas Blau hinzugefügt, wirkt, je nach Anteil, das Rotblau-Violett-Lila auf die Seele nicht mehr auf- und anregend, sondern es bewirkt Ausgeglichenheit. Man denke an die wunderschöne Landschaft der blühenden Lüneburger Heide im August. Wird dem Rot etwas Gelb beigemischt, so entsteht ein aufreizendes, wachmachendes Orange, das munter und fröhlich macht. Rot mit Braun vermischt wirkt beruhigend, ja sogar langweilig und konservativ. 

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Die Farbe Rot kann zur Unterstützung von Heilprozessen auch in der Kleidung und im Wohnbereich zu Hause eingesetzt werden. Kinder, die z. B. zu starker Melancholie neigen und vermutlich auch entsprechend willensschwach sind, möge man in Rot kleiden (in Maßen), allerdings nicht gegen ihren Willen! Vielleicht muss man sie erst langsam an die Farbe gewöhnen. Vermutlich ist Blau ihre Lieblingsfarbe. Auch Orange und Gelb hellen das Gemüt auf und vermitteln gute Laune. Es können auch im Zimmer des Kindes Möbel, Bilder, Teppiche und/oder Vorhänge in diesen Farben etc. positiv auf das Gemüt einwirken.

Zusammenfassung

Die Farbe Rot symbolisiert Energie, Kraft, Aktivität, Wärme, Hitze und Feuer sowie auch Dynamik und Impulsivität. Rot gilt als Ausdruck für die überschäumende Lebensfreude und tiefe Leidenschaft. Rot gilt in der Menschheit als die zuerst bewusst wahrgenommene Farbe bei der langsamen Entwicklung des Farbsinns. In einigen frühen Sprachen galt farbig und rot oder auch Blut und Rot als ein und derselbe Begriff. In der Farblehre ist Rot eine der drei Urfarben. Rot sollte in der Farbtherapie immer sparsam, anfangs sogar vorsichtig eingesetzt werden, um Wirkungen zu beobachten. Keine Farbbehandlung kann und sollte den Besuch des Arztes ersetzen!

 

 

Die heilenden Kräfte der Farben 



(Teil VI)



Die Farbe Grün

 

 

 



Mit der Farbe Grün verbindet der Mensch spontan die ihn umgebende Natur, die üppige Vegetation, das Pflanzenkleid der Erde. Bei einer Wanderung, einem Spaziergang hinaus in den Wald, auf Wiesen und Felder, auf bewaldete Berge mit ihren Almen, allenthalben dominiert die Farbe Grün der Pflanzen, der Büsche und Bäume, Blätter und Gräser. In manchen Zonen dominiert ein helleres Grün, in anderen ist das Grün dunkler gefärbt. Die Anzeichen des ersten knospenden und sprießenden Grüns der Natur im beginnenden Frühjahr weckt bei vielen Menschen neue Lebens- und Hoffnungskräfte, die dunklen, trüben Tage des strengen, kalten Winters sind nunmehr bald vorüber, und die Hoffnung auf wärmere, lichtvollere Tage breitet sich aus. Dieser Seelenstimmung der Menschen entstammt auch der vom Volksmund geprägte Spruch: „Grün ist die Hoffnung“ und ist ebenso in dem Volkslied zu finden: „Nach grüner Farb’ mein Herz verlangt“. Dass manche ersten  Pflanzentriebe, die nach dem Winter aus dem Erdreich oder Ästen treiben, rot gefärbt sind, zeigt nur die Weisheit der Natur: Rot zieht in der noch kühlen Umgebung die Wärme besser an, die zum ersten Wachstum notwendig ist.


In einigen Märchen und Sagen wird von gefährlichen, feuerspeienden Drachen berichtet, die das Land zerstören, das Vieh auf den Weiden fressen, Menschen töten und Jungfrauen besitzen wollen, die sie entführen. Diese gefährlichen, unbesiegbaren Tiere mit ihrem beschuppten, unverwundbaren Panzer werden häufig als grüne Ungeheuer, auch als giftgrüne Lindwürmer geschildert. Nicht immer also symbolisiert die Farbe Grün Ruhe und Frieden. Die Farbe Grün ist eine Farbmischung. In ihr gleichen sich das strahlende helle Licht der Sonne, symbolisiert durch das Gelb, und die unheimliche Finsternis des schwarzen Weltenhintergrundes, symbolisiert durch das Blau, aus, Gelb und Blau gemischt ergeben Grün. Überwiegt das Gelb, erscheint ein Hellgrün, vielfach auch als Maigrün bezeichnet, wie wir es insbesondere im Frühjahr in der Natur vielfach erleben können, überwiegt das Blau, entsteht ein Dunkelgrün oder Blaugrün, das an die dunklen Wälder des Nordens erinnert. Im Grün gibt das strahlende helle Gelb seine an- und aufregende Lebendigkeit und Wachheit zum Teil auf. Das dunkle verträumte, fast einschläfernde Blau wird dagegen durch die Verbindung mit dem lichtvollen Gelb aus seiner lethargischen Seelenstimmung und seinem dumpfen Traumbewusstsein herausgeholt, „erlöst“, beide Farben, Gelb und Blau, strahlen nunmehr in der neu gewonnenen Farbqualität Grün. Grün kann als eine aktive Ruhe bezeichnet werden, die auf Auge und Gemüt beruhigend, aber nicht einschläfernd wirkt, sondern zu überlegten Taten anregen kann. Wer die grünende Natur und Pflanzenwelt betrachtet und studiert, wird allenthalben ununterbrochene stille Aktivitäten, das stetige Wachstum der Pflanzen beobachten können, zuweilen sehr produktiv wie im feuchtwarmen, licht- und wasserverwöhnten Regenwald, zuweilen sehr zurückhaltend wie im hohen, lichtschwachen kühlen Norden.


Als Urbegriff für die ausgeglichene Ruhe und Gelassenheit kann symbolisch die Kuh gelten, sie lebt hauptsächlich vom grünen Gras, das sie in stundenlanger, langsamer Fresstätigkeit aufnimmt, um es dann auf der Weide oder im Stall liegend durch wiederum stundenlanges, behäbiges Wiederkäuen zu zerkleinern, einzuspeicheln und vorzuverdauen, wobei sie den Eindruck erweckt, ständig mit offenen Augen zu träumen. Da Ergebnis ihrer ruhigen Tätigkeit ist die weiße Milch.


Für eine Karawane, die wochenlang durch die heiße, trockene, nahezu tote Wüste zieht, gibt es wohl kaum einen belebenderen Anblick als eine begrünte Oase mit einem Quell erfrischenden Wassers. Die Farbe Grün bedeutet Leben, Wachstum, Neubeginn und Nahrung. Bei einem längeren Aufenthalt oder einer Wanderung in der grünen Natur, insbesondere im Wald, wird man bemerken können, wie diese Farbe Gemüt und Nerven beruhigen kann. Die grüne Farbe und die umgebende reine, sauerstoffhaltige Luft erfrischen und stärken die Seele und schaffen innere seelische Ausgeglichenheit. Bei längeren Aufenthalten in einer solchen Umgebung genesen oftmals Kranke, die Regeneration wird durch die Farbe Grün intensiv unterstützt, die gestresste Seele und die durch vielfältige Einflüsse strapazierten Nerven erfahren Heilung und Stärkung und letzten Endes Gesundung. Daher wurden vielfach Kliniken für Kurgäste und Kranke in einer solchen grünen Landschaft und Umgebung gebaut. Farbtherapeuten bezeichnen die Farbe Grün aus Erfahrung auch als die Farbe des Ausgleichs, der Herzenskräfte, des inneren Friedens und der Harmonie. Es deutet sich bereits an, dass Grün eine der wichtigen Heilfarben ist.


Die Farbe Grün und der Mensch

Auf viele Menschen wirkt die Farbe Grün beruhigend und vertrauenserweckend, bei längerer Einwirkung empfinden allerdings manche Menschen das Grün als eher langweilig, passiv, weil es ihnen zu ruhig ist. Eine solche Bewertung hängt ganz offensichtlich mit dem persönlichen Temperament und Gemüts- und Seelenzustand eines Menschen zusammen. So wird in der Regel ein leicht aufbrausender, temperamentvoller Choleriker das Grün weniger schätzen als ein still in sich gekehrter, ruhiger Phlegmatiker, der dem Grün sehr viel mehr an Zuneigung entgegenbringt. Daher wird bei dem leicht erregbaren, zum Rot neigenden Choleriker in der Farbtherapie die Komplementärfarbe Grün als Heilfarbe eingesetzt, um ihm zu helfen, seine ungestümen Kräfte besser kontrollieren und zurückhalten zu können. Auch ein typischer quicklebendiger Sanguiniker wird das Grün, insbesondere das Dunkelgrün im allgemeinen nicht als seine Lieblingsfarbe bezeichnen, er wendet sich nach kurzer Zeit ab und interessiert sich mehr für andere kräftigere Farben wie Gelb und Orange. Ebensowenig werden die meisten kleinen Kinder und Jugendlichen dem Grün ihre Hauptsympathien entgegenbringen, sie bevorzugen eher rote Farbtöne oder das Orange. Diese Einstellung kann sich mit zunehmendem Alter ändern, und zwar dann, wenn sich das ganz persönliche Temperament mehr und mehr herausbildet. Die Farbe Grün gilt als konservativ, zuverlässig und beständig. Wer Grün als seine Lieblingsfarbe bezeichnet, gilt als beharrlich und zuverlässig, hat oftmals ein zähes Temperament und kann mit großer Zielstrebigkeit seine Absichten verfolgen, von denen er kaum abzubringen ist. Daher ist leicht einsehbar, dass ein solcher Mensch über eine starke Willenskraft verfügt und manchen Menschen sogar als egozentrisch erscheinen kann. Um sein Ziel zu erreichen, wird vom Liebhaber der Farbe Grün oftmals ein großer körperlicher Einsatz geleistet, auch begleitet sein Handeln und Tun zumeist ein ausgesprochener Ehrgeiz. Das Streben nach Anerkennung und Karriere, um eine möglichst gehobene Position in Beruf und Gesellschaft sowie finanzielle Sicherheit und Besitz zu erreichen, zeichnen den typischen „Grün-Menschen“ aus. Das Sprichwort „Ein Mensch ist noch grün hinter den Ohren“ deutet auf die Unerfahrenheit der Jugend, aber auch auf die teils ungestüme Energie des neuen Lebens hin. Hat ein junges Mädchen oder eine Frau grüne Augen, gilt sie als „geheimnisvoll“, als unergründlich.


Der „grüne Menschentyp“ ist von überströmenden Liebes und Sympathiekräften für seine Mitmenschen erfüllt. Umgekehrt können andere Menschen oftmals gar nicht anders, als diesen Menschen in ihr Herz einzuschließen. Grüne Menschen haben, wie man sagt, sehr häufig den bekannten „grünen Daumen“, sie lieben und verstehen die Natur und können wunderbar mit Pflanzen umgehen; bei ihnen gedeiht einfach alles bestens. Landwirte, die ihren Boden und Hof lieben, und auch Gärtner gehören oftmals zu den grünen Menschentypen. Sie schmerzt es, wenn andere Menschen rücksichtslos gegen die Natur angehen und sie zerstören, einseitig ausbeuten oder verschmutzen. Es war daher folgerichtig, dass sich die erste „Naturschutzpartei“ Deutschlands bei ihrer Gründung „Die Grünen“ nannte.


Der grüne Mensch liebt nicht nur die Natur und ihre Wesen, er fühlt sich auch stets vom Wasser angezogen, Natur und Wasser gehören innig zusammen. Der grüne Mensch ruht in sich, er ist seelisch ziemlich gefestigt und hat ein ausgeglichenes Temperament, zu ihm kommen vertrauensvoll gerne andere Menschen, um ihm ihr Herz auszuschütten, denn er kann sehr gut zuhören. Es ist leicht zu verstehen, dass dieser Menschentyp viel Sinn für Familie hat, denn er liebt Kinder und Tiere über alles. Daher findet man unter den grünen
Menschen auch viele Pädagogen, solche, die sich in die Seelen und Herzen der Kinder gut hineinversetzen können und sich bestens verständlich machen. Bei ihnen lernen die Kinder nicht nur gerne, sondern auch viel. Ein Hang zur Sentimentalität ist beim grünen Menschen nicht zu verkennen. Romantische, klassische Musik, nicht zu laut, wird von ihm bevorzugt. Dieser Menschentyp wird erst dann unzufrieden, wenn er eine Situation, einen Ablauf nicht vollkommen durchschaut. Er liebt es, auf einem festen Standpunkt zu stehen und den Überblick zu behalten, er muss stets erkennen, was um ihn herum geschieht.


Grün im Sprachgebrauch

Menschen, die in früheren Zeiten zu Grundbesitz kamen, erhielten beim Erwerb einen grünen Zweig. Wer dieses Ziel nicht erreichte, der kam nicht „auf einen grünen Zweig“, will sagen, er hatte kein Glück. Kann jemand einen anderen Menschen nicht leiden, weil er ihm vielleicht nicht vertrauenserweckend erscheint, ist er ihm nicht grün. Was man von einem Grünschnabel oder einem grünen Jungen zu halten hat, weiß ein jeder; er ist noch nicht (ganz) ausgereift in seiner geistig-seelischen Entwicklung. Wie im beginnenden Frühjahr die Natur einem jungfräulich und lebensunerfahren erscheint, so ist es auch beim „Grünschnabel“, beim jungen „grünen“ Menschen, der erst noch seine Lebenserfahrungen sammeln muss, bevor er mitreden und mithandeln kann. Ein anderes Sprichwort lässt diesen noch unerfahrenen Menschen "grün hinter seinen Ohren" sein. Hat jemand, der zunächst nichts weiß, nach längeren oder kürzeren Überlegungen plötzlich eine Ahnung, eine Lösungsmöglichkeit, dann grünt ihm etwas; vergleichbar mit dem ersten Grün der Natur, aus dem sich schließlich die Gestalt einer ganzen Pflanze entwickelt, die zuvor in einem Samen oder einer Knospe verborgen war. Das Wort „grün“, althochdeutsch „gruoen“ (grünen), hängt mit dem englischen Verb „to grow“ zusammen, das die Bedeutung von wachsen, gedeihen, zunehmen, auch anbauen und züchten von Pflanzen hat.


Grün als Heilfarbe

Grün wird vom Farbpsychologen und Therapeuten gerne dort eingesetzt, wo eine kühlende, mildernde und beruhigende Wirkung erzielt werden soll. Physisch erschöpfte und nervlich gestresste Menschen werden vorzugsweise mit Grün behandelt. Grün wirkt positiv auf das sympathische Nervensystem, es hat eine ausgesprochen beruhigende und ausgleichende Wirkung und beeinflusst somit positiv das Herz und das Nervensystem. Es kann den überhöhten Blutdruck senken, weil es u.a. die unter Anspannung stehenden Blutgefäße entspannt und damit weitert. Der dadurch verbesserte Blutfluss durch die erweiterten Kapillaren erzeugt ein wohltuendes Gefühl der Wärme mit der Wirkung der Beruhigung. Menschen, die erschöpft und deren Nerven stark gereizt sind, bemerken eine Linderung unter dem Einfluss von Grün. Grün gilt auch als antiseptisch, bakterientötend, als desinfizierend und keimtötend. Diese Farbe übt eine besondere Wirkung auf den Ätherleib, den Bildekräfteleib des Menschen aus. So wird es kaum verwundern, dass bei Lichtfarbversuchen zahlreiche Pflanzen unter Grünbestrahlung im Vergleich besser und schneller wuchsen als bei anderen Farben, jedoch auch rascher wieder zerfielen. Grün ist die Farbe des Stickstoffs, der den Hauptanteil der uns umgebenden Atmosphäre bildet. Stickstoff wird in der Natur zur Gewebs-, Muskelzellen- und Knochenbildung verwendet. Grün gilt auch als Farbe der Galle. In der Natur ist das grüne Chlorophyll in den Blättern von Pflanzen für die Erzeugung des lebensnotwendigen Sauerstoffs erforderlich.


Anwendungsbereiche für die Heilfarbe Grün

Mit der Farbe Grün durch Lichteinwirkung, Umgebung, Kleidung, Nahrung, Getränke und farbige Tücher können zahlreiche Krankheiten und Beschwerden behandelt werden. Es werden mit der Farbe Grün bevorzugt akute Stauungen und mancherlei Blockaden behoben bzw. gelöst, die sonst zu Entzündungen, Schwellungen und entzündlichen Prozessen führen. Wie auch ein helles Blau wirkt das Grün entspannend auf die Augen und stärkt den Sehpurpur. Für Menschen, die lange Zeit vor dem Computer arbeiten müssen oder viel fernsehen oder aber auch über längere Zeit lesen und schreiben, ist die Bestrahlung mit Grün eine Wohltat. Besser ist es, von Zeit zu Zeit Pausen einzulegen und, falls möglich, auf das Grün der Natur zu schauen. Grün eignet sich zur Behandlung von Erkältungen, insbesondere im Kopfbereicht, ferner bei Erschöpfungszuständen, Schlaflosigkeit, Übererregung und Neuralgie, aber auch für Nervenkrankheiten und Reizbarkeit. Mit Grün werden auch
Herzleiden, und Beschwerden, Heuschnupfen, Asthma und Bronchialleiden, Koliken sowie Wundrosen vom Farbtherapeuten behandelt. Grün gilt als die Farbe von Vitamin B1. Es hilft als Muskel- und Hautgewebebildner. Schmerzhafter Gallenstau wird mit Grünlicht bestrahlt, ebenso entzündliche, oftmals sehr schmerzhafte Ohren- oder Zahnfleischentzündungen. Es lindert Schmerzen  bei Prellungen und Blutergüssen. Manche Therapeuten wenden Grün auch als Aphrodisiakum und sexualstärkendes Mittel an. Grün wirkt positiv auf das Gefühlsleben und die Hypophyse des Menschen, es beruhigt, harmonisiert und gleicht aus. Grün wirkt
antiseptisch, es reinigt, hemmt den Zerfall und die Verwesung und zerstört Keime und Bazillen. Daher wird in zahlreichen Operationssälen von Ärzten und Krankenschwestern
bevorzugt grüne Kleidung getragen.


Obwohl Grün eine neutrale Heilfarbe ist, die im allgemeinen bedenkenlos angewandt werden kann, wirkt sie nicht auf jeden Menschen in gleicher Weise. Manche Menschen werden bei Grün oder auch Gelb sehr ungehalten und unzufrieden, sie reagieren regelrecht „allergisch“. Zuviel Einfluss von Grün kann bei einer Reihe von Menschen depressiv wirken, sie vertragen eher Orange und Rot. Werden solche negativen Wirkungen bei Anwendungen bemerkt - nicht jeder Mensch kann seinen Farbtyp selbst genau und richtig bestimmen -, muss die Farbe gewechselt werden.


 


Die heilenden Kräfte der Farben 


(Teil VII)

 


Die Farbe Gelb

 

 

gelbe Krokusse

 

Das strahlende, leuchtende Gelb repräsentiert in der Malerei das Licht, das sich wie die Strahlen der Sonne nach allen Seiten ausbreiten will. Die Sonne ist der Quell des Lichtes, dem die Lebewesen auf der Erde ihre Existenz verdanken. Ohne Licht ist kein physisches Leben möglich, ohne Sonnenlicht gäbe es keine Wärme, die Welt würde einem erstarrten Eisblock gleichen. Während das zusammenziehende dunkle Blau zur Finsternis führt, hellt das leuchtende Gelbauf, sowohl das Bild des Künstlers als auch das Gemüt des Menschen. Gelb löst, lockert, erheitert, erfreut, Gelb strahlt und leuchtet, es kann auch den Menschen erleuchten. Gelb bedeutet Energie, Fruchtbarkeit und Reife. Es steht für Optimismus, Freude und Kommunikation. Die Malerei, die großen Wert auf Farbdifferenzierungen legt, kennt die unterschiedlichsten Gelbtöne, die vom hellsten Gelb bis zum Dunkelgelb/Orange reichen. Da gibt es das Zitronengelb, Goldgelb, Kadmiumgelb, Chromgelb, Indischgelb, Senfgelb, Safrangelb, Sonnengelb, Neapelgelb, Echtgelb, Schwefelgelb, Zinkgelb, Ockergelb und
andere mehr. Gelb ist allerdings sehr empfindlich und sensibel: Enthält es auch nur einen Hauch von Blau, bekommt es einen Grünstich, seine Reinheit und Klarheit sind dahin.


Vincent van Gogh gilt als der Maler des Gelb. Immer wieder malte er Motive der Natur und verwendete bevorzugt Gelbtöne. Man denke an seine berühmt gewordenen Sonnenblumen und üppigen Kornfelder, die er in verschiedenen Gelbtönen gestaltete. Selbst sein Haus hat er von außen gelb anstreichen lassen. Für den Maler Kandinsky dagegen war Gelb mit Negativem behaftet. So sagte er: „Das grelle Zitronengelb tut dem Auge nach längerer Zeit weh, es beunruhigt den Menschen, es sticht, regt ihn auf wie das Ohr eine hoch klingende Trompete.“ Schon vor rund 12000 Jahren entstanden in Höhlen Felsmalereien; es finden sich insbesondere Tiermotive, die mit Ocker an die Wände gemalt wurden. Einige wenige Naturfarbenhersteller produzieren aus besonderen Erden dunkelgelbe Farben, indem diese Erden bei 200 °C gebrannt werden. Schon lange weiß man, dass man aus der Resedapflanze ebenfalls durch Kochen der Blüten ein natürliches Gelb zum Färben von Stoffen und Wolle erzeugen kann.


Die belebende Leuchtkraft und besondere Qualität des Gelb findet in der Farbtherapie vielfältige Anwendungen. Erkrankungen wie Rheuma, Arthrosen oder Steinbildungen, also Erkrankungen und Deformationen, die zu Verhärtungen und Ablagerungen bzw. Verkalkungen geführt haben, werden in der Farb-Lichttherapie vorzugsweise mit Gelb behandelt, da Gelb eine (auf)lösende Wirkung hat. Es werden mit der lösenden Kraft des Gelb auch Verdauungsprobleme behandelt, um einen ins Stocken geratenen Prozess in den Verdauungsorganen wieder zu aktivieren und zu beleben. Das leuchtende Gelb regt andererseits auch die geistigen Aktivitäten an, es muntert und frischt das Gemüt auf und bringt die Seele in eine wache, empfangsbereite, offene Stimmung. Weitere Anwendungsmöglichkeiten folgen weiter unten.


So aufhellend und stimulierend das Gelb auch im positiven Sinn wirken kann, es ist nicht für jedermann eine Wohltat. Menschen, die mit besonderen psychischen Problemen belastet sind, die sich vorzugsweise vom Getriebe und der Hektik ihrer Umwelt zurückziehen und im gewissen Sinne das „Licht der Öffentlichkeit“ scheuen, bekommen bei zu hellem Lichteinfluss, bei einer zu starken Einwirkung von strahlendem Gelb möglicherweise seelische Probleme, die bis ins Physische wirken können; die Folge sind Angst- und Panikgefühle bzw.
abwehrende Reaktionen. Eine Anwendung mit Gelb muss daher in solchen besonderen Fällen mit großer Vorsicht bedacht werden.


Goethe sprach dem Gelb in seiner umfangreichen Farbenlehre (siehe Einführungsbeitrag Farben) eine besondere Bedeutung zu. Über die sinnlich-sittliche Wirkung dieser Farbe findet er sehr positive Worte:


„Gelb ist die nächste Farbe am Licht. Sie führt in ihrer höchsten Reinheit immer die Natur des Hellen mit sich und besitzt eine heitere, muntere, sanft reizende Eigenschaft. So ist es der Erfahrung gemäß, dass das Gelb einen durchaus warmen und behaglichen Eindruck macht. Daher kommt dieser Farbe auch in der Malerei die beleuchtende und wirksame Seite zu.“ 


Um sich von dieser warmen, aufheiternden Wirkung des Gelb persönlich zu überzeugen, empfiehlt Goethe, an einem grauen trüben Wintertag die Landschaft durch ein gelb gefärbtes Glas zu betrachten. Dazu führte er aus: „Das Auge wird erfreut, das Herz ausgedehnt, das Gemüt erheitert; eine unmittelbare Wärme scheint uns anzuwehen.“


Im Regenbogen steht das Gelb, das zu den drei Grundfarben (Rot/Magenta - Gelb - Blau) gehört, zwischen dem Rot, mit dem es sich zu Orange mischt, und dem Blau, dessen Verbindung mit Gelb das Grün erscheinen lässt. Gelb erweckt immer den Eindruck der Leichte, des Schwebens und Webens. Es füllt mit seinen Strahlen den Raum aus, den es zu erhellen sucht. Es erzeugt bei seinem Auftreten den Eindruck der Reine, der Unschuld, der Unbeflecktheit.


Die Natur geht sehr verschwenderisch mit dem Gelb um. Schon im frühen Frühjahr begrüßen die Krokusse, die sich sogar durch den Schnee schieben können, mit ihren (gelben) Blüten die ersten wärmeren Strahlen der Sonne. Es folgen ein wenig später im Jahr die gelben Osterglocken und die Forsythien und bald danach die gelben (und andersfarbigen) Tulpen und viele weitere gelbblütige Pflanzen mehr. Im Mai bedeckt die gelbe Maiblume, der Löwenzahn, mit ihren Blüten ganze Wiesen und Weiden wie ein Teppich. Es schließt sich der gelbe Hahnenfuß, die Spiegelblume an. Nunmehr blühen auch die sich weit ausbreitenden Rapsfelder und tauchen eine ganze Landschaft in Gelb. Im Sommer blüht der gelbe Ginster, und die Sonnenblumen tragen ihren Namen der gelben Farbe wegen. Bis in den späten Herbst, der Zeit der Asternblüte, erfreut den Betrachter und Bewunderer der Natur das allenthalben leuchtende und strahlende Gelb der Blüten. Nicht vergessen werden darf der Safran, der den Kuchen gelb (gel) färbt, wie es in einem Kinderspruch heißt, mit dem man im alten China Seide gelb gefärbt hat, die nur von Mitgliedern der heiligen Kaiserfamilie getragen werden durfte. Für ein Kilogramm Farbe des Safrangelbs werden 200.000 Blüten des besonderen Krokus benötigt.


Mit der Farbe Gelb schmücken sich auch zahlreiche Tiere wie der Kanarienvogel, die Goldammer, der Pirol und andere, darunter Fische der Südsee. Das Dunkelgelb, die Farbe des trockenen Steppengrases, dient zahlreichen Tieren als Tarnfarbe.


In der Edelsteinwelt kennt man ebenfalls gelb gefärbte Steine, wovon manche nur äußerst selten vorkommen. Einige von ihnen haben sich insbesondere an solchen Orten gebildet, wo Uranerden, Nickel-Kobald-Wismut-Erzlagerstätten oder Pechblenden an die Oberfläche der Erde reichen. So findet man Uranotil, Billietit, Kasolit, Vanuralit, Mimetesit und viele andere Arten. Nicht vergessen werden darf das zu Stein erstarrte Harz von Nadelbäumen, das zu gelben oder dunkelgelben Bernsteinen erstarrt ist. An einigen Stellen der Erde, die  vulkanisch sind und an denen heiße Gase und Flüssigkeiten aus den Tiefen der Erde an die Oberfläche hervortreten, bildet sich hellgelber, leuchtender Schwefel, der u.a. in der Medizin und chemischen Industrie verwendet wird.

Die Farbe gelb und Mensch

Der gelbe Menschentyp ist ein heiterer, fröhlicher, lebenslustiger Mensch, der mit offenen, wachen Sinnen durch die Welt „schwingt“. Er ist für alles, was die Umwelt bietet, empfänglich und aufnahmebereit, ihn interessieren vielerlei Dinge. Probleme werden von ihm eher locker angegangen, denn er ist der Überzeugung, dass sie rasch und zufriedenstellend gelöst werden können. Der gelbe Mensch ist in der Regel nicht egoistisch, er kann freimütig geben und schenken. Er toleriert auch großzügig andere Menschen, ihre Meinungen und Eigenarten, solange diese ihn nicht festhalten oder einengen wollen. Der gelbe Mensch liebt, seine persönliche Unabhängigkeit über alles, er will über sich und seine Handlungen selbst entscheiden, er tut das rasch und entschlossen. Unentschlossenheit und tiefsinnige Grübeleien sind ihm fremd. In finanziellen Angelegenheiten hat er in der Regel eine glückliche Hand, wenn er sich bei zu raschen Entscheidungen auch einmal verkalkulieren kann.


Da der gelbe Mensch zur Lebenslust, zur Heiterkeit und Witz neigt, gibt er sich weniger gern mit allzu pessimistischen, zurückhaltenden oder griesgrämigen Menschen ab. Er braucht die innere geistige und äußere körperliche Bewegung, die u. U. in eine gewisse Hektik ausarten kann. Er denkt und handelt rasch. Viele Gelb Menschen sind sich selbst genug, sie müssen nicht unbedingt eine Familie gründen, um glücklich zu werden oder in einer solchen Beziehung ihre Lebensaufgabe zu finden. Sie können allerdings ihre Meinung ändern, wenn sie einen Partner finden, mit dem sie sich auf gleicher Ebene messen und ihn tolerieren können.


Witzig spritzige, geistvolle Dialoge und auch geschliffener Intellekt sind ihr Lebenselement, ohne groß in die Tiefen von Weit  und Lebensfragen zu tauchen. Findet der gelbe Mensch einen Partner mit gleichen Eigenschaften und Fähigkeiten, dann könnte ihn eine dauerhafte Verbindung reizen. Diese wird so lange halten, wie sich beide Partner nicht einschränken oder bevormunden. Eine solche Beziehung wird garantiert nie langweilig. Gehen Kinder aus dieser Verbindung hervor, werden diese möglichst früh zur Selbstständigkeit und Unabhängigkeit geführt.


Da gelbe Menschen keine besonderen Abgrenzungsprobleme gegenüber anderen Menschen kennen, können sie sich ohne Vorbehalte helfend mit ihren Mitmenschen befassen. Für sie sind daher therapeutische Berufe ideal. Doch auch in zahlreichen anderen Berufen haben sie Erfolg. Da sie von sehr rascher Auffassungsgabe sind, entscheiden sie meist spontan und haben dadurch anderen Menschen gegenüber oftmals Vorteile. Allerdings können sie weniger gut intensive Gedankengänge entwickeln oder über tiefgründige,  philosophische Probleme über einen längeren Zeitraum nachdenken. Trotzdem fällt es ihnen nicht schwer, anderen Menschen mit Geduld und in Ruhe zuzuhören, wobei sie ein Anliegen sehr schnell aufgreifen und verstehen. Sie lieben die Natur und tun alles, um sie zu erhalten und vor Schäden zu bewahren. Rasch setzen sie sich aktiv für eine Aktion ein, bringen sie in Gang und lassen andere sie dann weiterführen.


Diese Art quicklebendigen, quirligen Lebens ohne lange Ruhepunkte lässt ihrem Körper kaum eine Chance, besondere Fettpolster anzusetzen. Sie sind daher eher rank und schlank als stabil und rundlich gebaut. Die Gelb-Menschen schätzen in der Regel eine einfache, praktische Frisur mit kürzerem Haarschnitt, wobei nicht selten ihre Haarfarbe hell bzw. blond und ihre Augenfarbe überwiegend blau ist. Im Sport glänzen sie bei kurzen, rasch zu bewältigenden Disziplinen wie Kurzstreckenlauf, Weit  und Hochsprung oder das Tischtennisspiel. Zeitlich lang andauernde Sportdisziplinen oder stundenlanges, Schachspielen mit langwierigen Denk  und Überlegungspausen liegen ihnen weniger.


Beim gelben Mensch gibt es natürlich auch Schattenseiten. Der meist glückliche, gekonnte Umgang mit Geld kann zum Egoismus führen, denn der gelbe Mensch neigt dazu, immer mehr Geld anzuhäufen, um insbesondere mit seinem äußeren Reichtum besondere Anerkennung und gesellschaftliche Bestätigung zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, kann er sein Geld wiederum recht großzügig und gönnerhaft ausgeben. Findet der gelbe Mensch nicht gleichveranlagte, also schnell denkende und rasch reagierende Menschen, kann sein sprühender Witz, seine spritzige geistige Aktivität Gefallen darin finden, gegenüber langsamer Begreifenden einen gewissen Zynismus und Spott zu entwickeln wie einst der pfiffige Till Eulenspiegel gegenüber seinen insbesondere bäuerlichen und handwerklich tätigen, damals nur langsam begreifenden, gutmütigen Mitmenschen. Andererseits hat der gelbe Mensch einen besonderen Sinn auch für Humor, er kann sogar über sich selbst lachen.


Da der gelbe Mensch oftmals keine besonderen Probleme sieht oder aber sie verdrängt bzw. ihnen einfach aus dem Weg geht, kann er es nicht verstehen, warum andere Menschen sich so viele tiefe Sorgen und schwerwiegende Gedanken machen oder sich immer wieder mit zahlreichen Problemen belasten. Das Kämpfen ist nichts für ihn, er ist meist mit dem zufrieden, was er hat und besitzt. Im Leben lässt sich der gelbe Mensch gerne treiben, solange, es
abwechslungsreich und voller Ereignisse ist. Er lebt im Jetzt und Heute und denkt nicht tiefsinnig an gestern oder morgen. Erweist sich ein Problem doch als nicht gleich lösbar und wird dadurch sein Drang nach Freiheit eingeengt, kann der gelbe Mensch rasch ungeduldig, ja sogar „böse“ reagieren und in seinem Frust ohne lange Vorwarnung „explodieren“. Diese Eigenschaften sind keine günstigen Voraussetzungen für einen fähigen Staatsmann oder Politiker, daher finden wir unter ihnen kaum einen typischen gelben Menschentyp. Der gelbe Mensch kann sich nicht verstellen, er ist offen und ehrlich; er könnte also in der Politik die vielfältigen Probleme und Lösungen nicht „aussitzen“.


Obwohl das Gelb zweifelsohne die Seele des Menschen erheitern und positiv stimulieren kann und obwohl es die mit Abstand fröhlichste aller Farben darstellt, gaben bei umfangreichen Befragungen unterschiedlicher Personenkreise nur rund fünf Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen an, dass Gelb ihre Lieblingsfarbe sei. Vermutlich möchten viele Menschen nicht gerne aus einer gewissen Verträumtheit des Wachbewusstseins durch das helle, weckende Gelb an die klare, nüchterne Realität des Tages gerissen werden. Wenn ein Mensch die Farbe Gelb nicht mag oder sie sogar ablehnt, hegt er gewisse Ängste, tiefer in sein Inneres zu schauen, Fehler zu entdecken oder die „Wahrheit' über sich selbst zu erkennen. Die Gelb Menschen entwickeln eine starke, sehr persönlich geprägte gedankliche Tätigkeit, aus der sie kaum wieder herauskommen. Sie drehen sich quasi geistig im Kreise und sind in ihr gedankliches Konzept sehr verliebt. Gelb hat offensichtlich auch sonstige Schattenseiten. Es wurde in früheren Jahrhunderten, als die Menschen ein noch dumpferes Bewusstsein hatten, instinktiv für eine nicht sehr günstige Farbe gehalten. Im Gegenteil, sie galt als die Farbe der Schande und des Verrats. So mussten die Frauen der Henker und die Dirnen gelbe Kleider tragen, ebenso Bankrotteure, Gaukler und Narren. Diskriminierte Menschengruppen wie die Juden und Ketzer mussten gelbe Ringe auf der Kleidung tragen. Unter den Nationalsozialisten wurde aus dem Ring ein gelber (Juden )Stern.


Noch heute erscheint in der Farbensymbolik die Farbe Gelb mit etlichen, durchaus negativen Aspekten besetzt. Man sagt, Gelb steht für Eifersucht, Neid, Missgunst und Geiz. Vor Ärger läuft einem die Galle über, und die Gelbsucht färbt Haut und Augen gelb. Zeigt ein Schiff die gelbe Flagge, steht seine Mannschaft unter Quarantäne, zum Beispiel wegen Cholera oder Pest. Wer im Fußball die gelbe Karte sieht, ist verwarnt worden. Auch in der Tierwelt hat das Gelb der Haut oftmals die Bedeutung der Warnung: Vorsicht, ich bin giftig!


Den aufweckenden, wach machenden Effekt des Gelbs nutzen mit Vorzug die Verkehrsplaner; im Wald der Verkehrsschilder und an Verkehrsampeln leuchtet das Gelb sehr häufig auf.


Um schon von weitem frühzeitig erkannt zu werden, wurden vor langer Zeit die Postkutschen hellgelb angestrichen. Daraus entstand das bekannte Lied „Hoch auf dem gelben Wagen...“. Diese Farbe hat die Bundespost 1946 wieder eingeführt, in
der Kraft der Farbe Gelb wird es nicht verwundern, wenn zahlreiche wirkungsvolle Heilmittel aus Pflanzen, die Leberprobleme oder Depressionen behandeln, aus gelben Blüten hergestellt werden. Dazu zählen u. a. achdem im Kaiserreich und im Dritten Reich die Post von Blau auf Rot gewechselt hatte. Auch die gefährlichsten, von Menschen geschaffenen Materialien, das hochgiftige Plutonium und radioaktiv strahlende Substanzen oder Abfälle der Atomindustrie werden in leuchtend gelben Fasern verstaut; das besondere Warnzeichen vor der Radioaktivität ist ein besonderer „Sechsstern“, der gelb schwarz gehalten ist. Auch Warnungen vor Starkstrom, Explosionen und Gift werden auf gelb gehaltenen Schildern mit entsprechenden Symbolen (Totenkopf ... ) angebracht. In Frankreich haben die Autos gelb leuchtende Scheinwerfer, in anderen Ländern sind die Autonummernschilder in Gelb gehalten.


Die Steigerung der Lichtfarbe Gelb ist das heilige Gold. Im Gold scheint das Licht (der Sonne) zu verharren, zu erstarren, sich zu Materie zu verdichten. Gold strahlt mit absoluter Ruhe und Vornehmheit.



Gelb in den Chakren

Geht vom Verdauungszentrum eines Menschen ein starker Gelbschein aus, so zeigt das dem Sehenden, dass dieser Mensch seine Nahrung nur als Mittel zum Zweck, zum reinen Sattwerden, aufnimmt und nicht des besonderen Genusses wegen. Die Gefühle, die im „Bauch“ urständen und von hier ausgehen, werden vom Gelb Typ bewusst beherrscht bzw. unterdrückt. Sein Motto lautet: In allem liegt Vernunft. Großartige, tiefere Gefühle kann er kaum entwickeln. Geht vom Herzchakra eine Gelbstrahlung aus, erkennt der Sehende, dass dieser Mensch zwar Gefühle hat, diese aber ausgesprochen sachlich darstellt und  entsprechend objektiv denkt und handelt. Die totale Hingabe an den anderen, die eine Aufgabe seiner selbst bedeuten würde, ist dem Gelb Menschen kaum möglich. Gelb im Kehlkopf-Chakra weist auf einen brillanten Redner mit großem Verstand und ausgeprägtem Intellekt hin. Übt ein solcher Mensch vielleicht den Beruf eines Schriftstellers aus, so sind seine Arbeiten oft wissenschaftlicher Art. Im Übrigen überwiegt in Gesprächen die Sachlichkeit. Ist das Wurzel-Chakra, das üblicherweise rot leuchtet, stark mit Gelb durchsetzt, so weist das auf eine wenig tief veranlagte Sexualität und Hingabefähigkeit an den anderen hin. In immer neuen Beziehungen werden die Abwechslung und der neue Reiz gesucht, eine tiefere Bindung kann selten stattfinden. Das Gelb ist dem Sonnengeflecht, dem Solarplexus, der Zentrale des menschlichen Nervensystems zugeordnet. Strahlt dieses Chakra zu viel an Energie aus, wird der betroffene Mensch ein Arbeits-Energiebündel sein, ein „Workaholic“, der die Perfektion in allem sucht, was er unternimmt. Daher neigt er zu Drogenkonsum, um noch mehr Leistung zu erbringen. Fehlt diesem Chakra die notwendige Energie, ist ein solcher Mensch deprimiert, zurückhaltend, wenig selbstbewusst, macht sich um die Gedanken anderer Menschen Sorgen, hat Angst vor dem Alleinsein, ist unsicher und braucht ständig die Bestätigung durch seine Mitmenschen.


Anwendungen

Erwähnt wurde bereits, dass die Farbe Gelb bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird, dazu gehören auch Blähungen, Leberprobleme oder Nahrungsmittelallergien. Andererseits kann durch die Anwendung mit gelbem Licht auch der Appetit angeregt werden, eine nicht jedem willkommene Begleiterscheinung. Personen, die zu Übergewicht neigen, sollten als Kleidung und Umgebungsfarbe zu Hause daher Gelb besser meiden. Mit Gelb werden
außerdem Beschwerden im Blasen- und Magenbereich und an der Milz behandelt. Bei Lähmungserscheinungen oder bei Muskelverspannungen und Krämpfen in den Gliedmaßen wendet man Gelb  abwechselnd mit Rotlichtbestrahlungen an. Melancholie und Depressionen, wie sie insbesondere in der (trüben) Winterzeit auftreten, lindert man mit intensiver Gelbbestrahlung. Auf diese Wirkung weist auch das Fachgebiet der Lichttherapie hin. Bei Arbeiten am Schreibtisch usw. kann man eine stärkere Lichtquelle zu sich heranrücken, da das helle gelbe Licht durch die Augen direkt auf das Gemüt wirkt. Manche Farbtherapeuten haben gute Erfahrungen mit Gelbanwendungen gemacht bei Diabetes, Gallensteinen, Krampfadern, Blutzuckermangel oder auch bei einem Zuviel an sexueller Energie. Gelbe Bestrahlung kann die Produktion der Magensäfte anregen und die Verdauung sowie die Funktion des Stoffwechsels unterstützen. Daher müssen Menschen, die zur Cholerik oder Schilddrüsenüberfunktion neigen, bei der Farbe Gelb in ihrer Umgebung Vorsicht walten lassen. Bei
der Löwenzahn, das Schöllkraut, die Ringelblume
(Calendula), die Schlüsselblume und das Johanniskraut. Auf diesem Gebiet beraten gern die MitarbeiterInnen von Reform-Häusern.


Mittel

Neben den Bestrahlungen mit Gelblicht wird auch der Verzehr von gelb gefärbten Nahrungsmitteln im Behandlungsfalle empfohlen. Gelbe Farbstoffe sind enthalten u.a. in Bananen, gelben Paprikas, Zitronen, Pampelmusen, Mais, im Eidotter und Kürbis, in manchen Melonen, in Ananas, Pflaumen, manchen Birnen, Quitten, Rhabarber und anderen Früchten, insbesondere aus südlichen Ländern. Aus vielen dieser Früchte werden auch gelbe Trinksäfte gewonnen, die sich ebenfalls zur Therapie eignen, wenn die Farbe Gelb angebracht ist. Um erkrankte Gelenke zu behandeln, in denen Ablagerungen und Verhärtungen für Schmerzen und Bewegungsprobleme verantwortlich sind, verwendet man gelb gefärbte Tücher, die angefeuchtet um die betroffenen Stellen gewickelt werden. Die Heilwirkung kann man verstärken, wenn man auch das zu verwendende Wasser, in das die Tücher getaucht werden, zuvor für etwa zehn Minuten mit Gelblicht bestrahlt wird.


Manche Farbtherapeuten mit langjährigen Erfahrungen empfehlen ihren Patienten, Farben zu meditieren und auch Farben zu visualisieren, um Heilungsprozesse zu vertiefen und zu stärken. Beim entspannten Sitzen in einem luftigen Raum soll man sich gedanklich ganz in Gelb einhüllen und die Farbe gedanklich vom Kopf den Körper hinab bis zum Fuß führen und dabei langsam tief atmen, etwa 20 - 30 Mal. Hilfreich ist es, sich eine gelbe Blüte vorzustellen, die die einzelnen Körperteile berührt. Man kann sich auch gedanklich auf eine Wiese legen, die ganz von gelben Blüten bedeckt ist. Dieses Meditieren und Visualisieren gilt auch für alle anderen Farben, mit denen man sich gerade behandelt.


Bei allen Farbanwendungen gilt immer der Grundsatz: Sich selbst und seinen Körper dabei aufmerksam beobachten, bei ernsteren Beschwerden oder Krankheiten unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bestrahlungen sollten nicht länger als 20 Minuten pro Anwendung dauern und können täglich drei  bis viermal durchgeführt werden. Ideal wäre es, die (seelischen) tieferen Gründe einer Erkrankung herauszufinden und sich auch geistig damit positiv zu beschäftigen. Es heißt, eine Krankheit möchte dem betroffenen Menschen eine (wichtige) Botschaft mitteilen, damit er sich verändere.


 

Die heilenden Kräfte der Farben 


(Teil VIII)


Die Farbe Violett

 

 

lila Rhododendren

Die Farbe Violett ist für viele Menschen geheimnisumwittert. Sie gehörte schon immer zu den besonderen, für manche Völker und Menschen sogar unheimlichen und dunklen Farben. Dagegen spielte sie oft eine bedeutungsvolle Rolle im Bereich der Mystik und der Kirchen- und Glaubensgemeinschaften, sie wurde und wird auch heute noch besonders mit den geistigen, höheren Sphären verbunden. Sie symbolisiert in einigen Kulturen den Prozess der Verwandlung, das (geistige) Hinüberschreiten in eine jenseitige Welt, in einen anderen Geisteszustand. Violette Farbtöne werden im täglichen Leben auffällig dezent verwendet. Nur dann, wenn etwas Besonders ins Auge fallen soll - wie etwa die allen Kindern bekannte „lilafarbene Schokoladen-Kuh“, greift die Werbung nach einer solch ausgefallenen, besonderen Farbe und hat offensichtlich guten Erfolg damit.  


Für Menschen, die sich intensiv mit Esoterik befassen, oder auch für die eine oder andere Religionsgemeinschaft, ist dagegen die Farbe Violett das Symbol des Heiligen, Göttlichen, Jenseitigen und dient als Farbe besonders zu Meditationen, zur inneren Versenkung. Violett hebt feste Grenzen auf und führt in Grenzbereiche des Geistes und der übersinnlichen Wahrnehmung. Sie war und ist mit Vorzug Priestern, Klerikern und Geistlichen, aber auch anderen Glaubensgemeinschaften für deren Kulte vorbehalten. Auch heute noch spielt die Farbe Violett u.a. in den beiden großen christlichen Kirchen des Abendlandes einebedeutungsvolle Rolle. Wer sich unabhängig von Modetrends in Violett kleidet oder als Jugendlicher seine Haare in diesem Farbton tönt, fällt garantiert besonders auf oder will auffallen, er/sie wird herausgehoben aus der Menge „Anders- bzw. Normalfarbiger“. Wenn die Mode-Industrie einmal wieder das Violett als Farbe für eine Saison entdeckt hat, konnte sich dieser Farbton nie sehr lange halten, denn nur wenige Menschen neigen besonders zur Farbe Violett bzw. Lila.


Das mit Blau abgedunkelte und daher etwas abgekühlte Feuerrot, in dem der Rotanteil aber noch dominiert, ergibt die Farbe Purpur, sie strahlt Würde und Autorität aus. In Purpur ließen sich schon sehr früh in der Geschichte zahlreiche Würdenträger, Potentaten und Kaiser malen oder auch, wie in Byzanz, in Mosaiken darstellen. Später übernahmen insbesondere die höchsten Würdenträger der katholischen Kirche, die Kardinäle, diesen Farbton für ihre
Prachtgewänder, um gemäß ihres hohen Amtes eine möglichst große Würde auszustrahlen. Weil Christus als der Mittler zwischen Himmel (das transzendente Blau) und Erde (das vitale Rot) gilt, haben ihn zahlreiche Maler in einem violetten Gewand oder Mantel dargestellt.  


Werden die Farben Rot und Blau gemischt, entsteht das Violett, überwiegt im Mischen dieser beiden Farben der Rotanteil, spricht man von Purpur oder Magenta, überwiegt der Blauanteil und wird etwas Weiß hinzugefügt, entsteht das Lila. Wenn der Blauanteil in der Mischung Rot-Blau überwiegt, wirkt der nunmehr gebildete Lila-Ton eher etwas kühl und zurückweisend. Violett mit einem großen Rotanteil strahlt eine ausgesprochene Vornehmheit, aber auch eine gewisse Distanziertheit und Fremdheit aus. Stehen lila gefärbte Tulpen zwischen roten, weißen und gelben, wirken sie etwas „zurückgezogen“, still und distanziert. Instinktiv lässt man sie lieber stehen und schneidet dafür leichteren Herzens die andersfarbigen Tulpen für die Vase ab. Pflanzt man dagegen um violette Tulpen gelb blühende, verwendet also die Komplementärfarbe, erfreut sich der Farbensinn des Menschen, das Violett leuchtet nunmehr sehr viel intensiver und für das Auge wohltuender. Befinden sich Menschen in einem Raum, der hauptsächlich in der Farbe Violett gestrichen ist, überkommt sie ein Gefühl der Würde, Ruhe und Vornehmheit. In dieser Umgebung, die Ruhe ausstrahlt, lassen sich gut die Gedanken ordnen, hier kann man sich ernst und in Würde besinnen und konzentrieren. Das haben auch die großen Künstler gewusst, die für die großen Fensterglasbilder der Kathedralen und Dome vorwiegend violette, purpurne und lilafarbene Töne gewählt haben.


Ein Besuch der Lüneburger Heide zur Hauptblütezeit im August/September kann, trotz der offenen Landschaft, diesen Eindruck vermitteln und bestätigen. Meditierende Ruhe und Geist Suchende bevorzugen vielfach eine Umgebung in der Farbe Violett. So wird es nicht verwundern, dass das Violett dem höchsten, also dem 7. Chakra, dem Scheitel- oder Kronen-Chakra, zugeordnet ist, dem der höchsten geistigen Entwicklung. Mit Violett verbinden die Menschen oft auch den Bereich der Mystik, der Verschwiegenheit, des Geheimnisses. Manche Menschen reagieren aber unter dem intensiven Einfluss von Violett eher unsicher, auch mit Scheu oder einer gewissen Bedrücktheit, er macht sie nicht fröhlich. An manchen Abenden bildet sich bei Sonnenuntergängen, in Verbindung mit einer besonderen Wolkenkonstellation, eine faszinierende Farbveränderung am Himmel, die zuerst vom leuchtenden Orange über ein Feuerrot bis schließlich zum Rotviolett und Lila wechselt. Menschen, die ein solches seltenes Naturschauspiel beobachten, werden bei derartigen Lichtschauspielen auffallend still und ergriffen.   


Die Farbe violett und der Mensch

Der „Violett-Mensch“ ist ein still in sich gekehrter, oftmals tief gläubiger Mensch. Er lebt mit den höheren geistigen Mächten in Korrespondenz. Irdischer Reichtum und glanzvolles Äußerliches kann ihn nicht locken, es wäre Ablenkung vom Wesentlichen, Geistigen. Seine tiefe Religiosität und Kenntnis von übersinnlichen Mächten und Kräften gibt der Violett- bzw. der Lila-Mensch gerne an andere Menschen weiter, um ihnen zu helfen oder sie auf den Pfad der Tugend und Erkenntnis zu führen. Der Pfad ist allerdings recht schmal und nicht ohne Gefahren. Ein zu intensives oder auch rasches Eindringen in diese höhere, geistige und mystisch-religiöse Welt kann zu Einseitigkeiten und Übersteigerungen des Ich, d.h. zum Egoismus führen, Fanatismus wäre die mögliche Folge. Der persönliche Glaube wird in diesem Fall derart wichtig und bedeutend, dass der Blick auf andere geistig-religiöse Richtungen, Ideen und Meinungen nicht mehr frei und unbefangen bleibt, der Egozentrik und inneren Einseitigkeit sind Tür und Tor geöffnet. Religiöser Wahn, oftmals nur für andere, Außenstehende erkennbar, wäre eine mögliche Folge, das Nichttolerieren der Freiheit von an-ders Denkenden eine andere. Fehlt die notwendige, lebendige, geistige Auseinandersetzung mit anders Denkenden, kann der Violett-Mensch in seiner übersteigerten Einseitigkeit zu einem dogmatischen Despoten werden, sofern er über die dafür notwendigen Machtbefugnisse und Möglichkeiten verfügt. In der Geschichte sind zahlreiche solcher Beispiele, sogar viele kriegerische und blutige Auseinandersetzungen bekannt, die immer stets „zum Wohle der Menschen“ und oft auch im „Namen des Heils“ oder „zur Ehre Gottes“ geführt wurden.


Das Zusammenleben mit einem Violett-Menschen kann sich auf Dauer als schwierig erweisen, insbesondere wenn es in einer Ehegemeinschaft Kinder gibt. Diese leben überwiegend noch ganz im Außen, in der Umwelt, sie lieben das fröhliche, geräuschvollere Leben und sind naturgemäß voller Tatendrang. Damit „stören“ sie aber die Gedankenebene und das Ruhebedürfnis eines typischen Violett-Menschen. Eine zu tiefe Hingabe an jenseitige Gedanken, an die Geistige Welt, kann mitunter auch zu Schwermut führen, insbesondere dann, wenn die Gesetze des Lebens ihr Recht fordern und nicht immer oder noch nicht zu überwinden sind. Mit Gleichgesinnten dagegen kann der Violett-Mensch lange tiefgeistige, philosophische oder religiöse Gespräche führen. In beruflicher Hinsicht finden Violett-Menschen bevorzugt Tätigkeiten oder Beschäftigungen mit religiös-mystischem Hintergrund, zum Beispiel als Klosterangehörige oder Geistliche, als Künstler, Schriftsteller oder Therapeuten. Sie treten als Heiler und Helfer, aber nicht selten auch als Weltverbesserer auf und möchten ehrlichen Herzens und aus vollster Überzeugung überall Heil und Segen verbreiten. Bei manchen Völkern werden/wurden sie Schamanen, Medizinmänner, Gurus, Yogi, Priester, Mystiker oder Magier usw. genannt.  


Weshalb sich zahlreiche Menschen gegenüber dem Lila-Violett so zwiespältig und indifferent fühlen, hängt vermutlich damit zusammen, dass in diesem Farbton zwei vollkommen entgegengesetzte Gefühlskomponenten zusammentreffen und versuchen, sich auszugleichen - das aktive, antriebsstarke, heißblütige Rot (das Yang-Prinzip = aufsteigend) und das passive, sich zurückhaltende, kühle Blau (das Yin-Prinzip = absteigend). Die Farbmischung von Rot und Blau - das Violett - hat für sie die Qualität, weder Fisch noch Fleisch zu sein. In den beiden Farben Rot und Blau begegnet die Erde dem Himmel, der Affekt dem Ideal, die Spannung der Ruhe. Es nimmt daher nicht wunder, dass nur etwa ein Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen Violett als ihre Lieblingsfarbe bezeichnen. Die Frage nach der am wenigsten geschätzten Farbe beantworteten zwölf Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen mit Violett. Liebhaber dieser Farbe gelten als sensibel und introvertiert. Sie sind meist Einzelgänger, ohne sich allerdings völlig abzukapseln, sie suchen Muße, um inneren Gedanken nachzugehen. Lärm und Trubel gehen sie aus dem Weg. Violett-Menschen sind in der Regel Individualisten, die zum Künstlerischen und Philosophischen neigen, sie leben stark nach innen, hier finden sie die Beschaulichkeit, die sie brauchen. Ältere Menschen sind dem Lila-Violett weit mehr zugeneigt als jüngere, das ist auch ein Hinweis auf zunehmende Reife und Weisheit. Allerdings können auch jüngere Kinder das Violett lieben, allerdings in Verbindung mit anderen bunten Farben. Wer dem Violett dezidiert ablehnend gegenübersteht, neigt in der Regel zu (starken) Depressionen und zur „Weltuntergangsstimmung“, er ist auch großen Gemütsschwankungen unterworfen.


Als Folge von solchen Einflüssen dieser Farbe auf das Gemüts- und Gefühlsleben von Menschen hat es das Lila-Violett in der Mode nicht ganz leicht und führt, wenn überhaupt, nur hin und wieder einmal eine kürzerfristige (Zwischen-)Rolle. In der Regel wird das Violett gerne mit anderen Farben in der Mode kombiniert, um besondere Wirkungen zu erzielen. Violett oder Lila pur konnten sich in der Mode für eine ganze Saison so gut wie nie behaupten und durch-setzen. Wer sich dennoch für Lila-Violett entscheidet, hat die Absicht, besonders aufzufallen, denn Violett drückt auch immer das Besondere und Außergewöhnliche aus. 

 
Das Violett in der Natur


Die Farbe Lila oder Violett kommt in der Natur häufiger vor, als man vielleicht zunächst an-nehmen möchte. Insbesondere weist die Pflanzen-Blütenwelt vielfältige Violetttöne auf, doch oftmals entstanden diese erst durch die Kunst des Menschen, Pflanzen zu kreuzen, zu veredeln und sie nach seinen Wünschen besonders zu züchten. So können wir u.a. lila bzw. violett blühende Astern, wilde und veredelte Stiefmütterchen, Hyazinthen, Veilchen, Tulpen, Herbstzeitlose, Flieder und Sommerflieder, Winden, Heidekraut, Dahlien und manch andere Blütenpflanze mehr bewundern und bestaunen, sofern wir diese Farbe mögen. Unter Früchten und Gemüse im violetten Farbton sind besonders auffällig die (violetten) Pflaumen, der Holunder, die dunklen Johannisbeeren und Zwetschgen, die Auberginen, ferner rot-violette Zwiebeln, rote Bete, violette Kartoffeln und der Rot- bzw. Blaukohl. Auch in der Tierwelt gibt es diese auffällige Farbe, z.B. auf der Erde bei Schmetterlingen, manchen Insekten und der Purpurschnecke und unter Wasser bei Fischen und Quallen. Selbst in den Tiefen der Erde bildeten sich in wunderschönstem Violett zahlreiche Edel- und Halbedelsteine wie der Amethyst, Erythrit, Lavendelquarz (violetter Quarz), Chalcedon, Goldfluss, Fluorit, Tansanit sowie manche Jadearten und andere Steine, insbesondere in Mischungen mit weiteren Farben, zur Freude vor allem der Violett-Menschen, die sie gerne in ihre Zimmer stellen.


Zahlreichen Edelsteinen sagt man auf Grund ihrer inneren Struktur und insbesondere wegen ihrer Farbe ebenfalls eine besondere Heilwirkung nach, mit der sich die Edelsteintherapie befasst, darüber könnte vielleicht einmal gesondert berichtet werden.


Die Bedeutung von Violett in der Psychologie und Kunst

Sowohl eine Reihe von Psychologen als insbesondere auch einige namhafte Maler haben sich über die Farbe Violett-Lila sehr detailliert geäußert. Für den Maler Kandinsky war das Violett ein abgekühltes, abgestumpftes Rot, im physischen wie im psychischen Sinn. Es hatte für ihn etwas Krankhaftes, Tieftrauriges, Erlöschendes an sich. Heimendahl beschreibt das Violett als die unheimlichste, zwiespältigste Farbe, für ihn gibt es keine andere Farbe, die so sichtbar den Zwischenbereich von Leben und Tod bewohnt. Im Lüscher-Farbtest hat das Violett die Qualität einer Mischfarbe zwischen Rot und Blau. Das aktive, impulsive Rot und das hingebungsvolle ruhige Blau kommen in der Verbindung zur Selbstidentifikation, zum mystischen Sich-eins-fühlen mit höherer Geistigkeit oder aber mit dem gleichgesinnten Partner. Auffällig ist, dass gleichgeschlechtliche Partner Violett oftmals bevorzugen, ebenso Kinder vor der Pubertät, die noch keine besondere Beziehung zum anderen Geschlecht haben. Goethe, der sich bekanntlich intensiv mit Farben und der Farbenlehre beschäftigte, sagte über das Lila u.a., ihm hafte etwas Lebhaftes ohne Fröhlichkeit an, oder auch, es sei die Farbe des abgelebten Alters.  


Auffällig, doch kaum deutbar ist die sprachliche Verwandtschaft und Nähe von Violett zur  Gewalt. Das lateinische Wort „violentia“ bedeutet Gewalt, „violare“ heißt schänden. Aus der englischen Sprache kennen wir das Wort „violence“, es heißt ebenfalls Gewalt. Die Ableitungen stammen vom lateinischen „viola“, was Veilchen bedeutet und auf die Farbe Violett hinweist. In der kirchlichen Farbensymbolik spielt das Violett als liturgische Farbe insbesondere bei der Buße, beim Opfer und bei der Passion eine wesentliche Rolle.


Violett in den Chakren  


Menschen, die aus ihrem Scheitel- oder Kronen-Chakra, dem siebten und höchsten Energiezentrum und Empfänger der spirituellen Energien, Violett ausstrahlen, zeigen dem Sehenden und Erkennenden damit ihre besondere Anlage und Neigung zum Geistigen und Künstlerischen. Sie tragen in sich Frieden und treten besonders für das Gute und Schöne der Welt ein. Sie haben die Veranlagung und den möglichen Zugang zur universellen Kraft durch Imagination, Intuition und Inspiration. Das Kronen-Chakra ist das Zentrum der höchsten und intensivsten Energieschwingungen im Menschen. Eingeweihte Maler früherer Zeiten, die die Aura von Menschen wahrnehmen und verstehen konnten, haben in ihren Bildern die Schwingungen des Scheitel-Chakras als Strahlenkranz oder auch als Heiligenschein (in Gold) bei ganz besonderen Personen, wie Christus, oder bei Heiligen dargestellt. Auf alten Ikonen kann man sie ebenfalls oft sehen.


Leuchtet das Violett (auch) aus anderen Chakren auf, so hat dies ebenfalls eine besondere Bedeutung:


Violett im Stirn-Chakra, auch Drittes-Auge-Chakra genannt, zeichnet den Künstler aus, der die Ausgewogenheit, die Harmonie und die Schönheit in seinem Schaffen anstrebt. Sein Träger ist oftmals einem Heilberuf zugeneigt, in dem besonders mit künstlerischem Tun versucht wird zu heilen. Dazu können die Mal- oder Sprachtherapie, Tanz- oder Musiktherapie oder auch Eurythmie gehören. Das Stirn-Chakra ist physiologisch der Hypophyse zugeordnet, sie ist die Hirnanhangdrüse und liegt an der Schädelbasis. Sie schüttet unterschiedliche, notwendige Hormone aus und aktiviert u.a. die Kraft der Vorstellung und der Phantasie. Farbtherapeuten empfehlen zur Aktivierung und Stärkung dieses Zentrums - bei Notwendigkeit -, die Stirnmitte je eine Minute lang mit den Komplementärfarben Rot/Grün, Blau/Orange, Gelb/Violett nacheinander zu bestrahlen.  Leuchtet Violett im Kehlkopf- oder Hals-Chakra auf im Bereich der Schilddrüse, ist das für den Sehenden ein Hinweis für die besondere künstlerische Befähigung dieses Menschen, der eine gute Begabung z.B. als Schauspieler oder Redner hat. Das Kehlkopf-Chakra versorgt das Sprachzentrum mit Energie. Am jeweiligen so begabten Menschen selbst liegt es, ob seine Sprache als Kritik andere verletzt oder ob sie durch Anerkennung, Lob und Dank andere stärkt und stützt und sie für sich einnimmt.  


Hat das Herzzentrum, das Herz-Chakra, einen violetten Glanz, möchte sein Vertreter besondere geistige Beziehungen zu Gleichgesinnten pflegen und mit ihnen schöngeistige Gespräche führen. Er liebt es, vielfältige Gedanken auszutauschen. Das Herz-Chakra wird auch das „Tor zur Seele“ bezeichnet, da es Zentrum der tiefsten, innigsten Gefühle ist. Es möchte seine Kräfte von innen nach außen führen, um Mitmenschen Hilfe anzubieten und zu geben in uneigennütziger, selbstloser Liebe. Das Herz-Chakra steht in Verbindung mit der Thymusdrüse, sie regelt und steuert das Wachstum und stärkt das Immunsystem. Mit dem Herzen, dem rhythmischen System, physiologisch verbunden sind auch immer Blutkreislauf, Lunge und die Haut.  In seltenen Fällen tritt Violett im Milz-Chakra auf, das in Verbindung steht mit der Bauchspeicheldrüse. Diese ist für die Produktion des Insulin verantwortlich, das den Blutzuckerspiegel und den Kohlenhydratstoffwechsel regelt. Das Milz-Chakra wirkt auf die Funktionen von Leber, Magen, Milz, Gallenblase und Verdauungssystem. Menschen mit Violett in ihrem Milz-Chakra bevorzugen Harmonie, Glücksgefühle und Ausgeglichenheit. Sie essen z.B. gerne mit den Augen, d.h., sie richten eine Tafel besonders schön mit hübschen Dekorationen her. Da sie in dieses Zentrum insbesondere kosmische Energie einfließen lassen, kommen sie in der Regel mit verhältnismäßig wenig Nahrung aus. Arbeitet die Milz dagegen zu wenig, bemerkt es der betroffene Mensch, weil er weniger Antriebskräfte hat und häufig erschöpft ist. In einem solchen Fall hat sich die Bestrahlung der Milz mit violettem Licht bewährt.


Violett als Heilfarbe

Die Farbe Violett wird in der Farbtherapie mit großer Zurückhaltung und Vorsicht angewendet. Sie ist im Besonderen dem Scheitel-Chakra des Menschen zugeordnet, also seinem geistigen, transzendenten Pol. Daher sollten Kinder und Menschen mit einer überwiegend kindlichen Persönlichkeitsstruktur, in denen diese Kräfte noch nicht oder zu wenig ausgebildet sind, möglichst nicht mit Violett behandelt werden. Große Vorsicht ist auch geboten bei Menschen, die zu Aggressivität, Gewalt und zu Wutausbrüchen neigen, in ihnen könnte es durch den sie irritierenden Farbeindruck zu unvermittelten Anfällen von Gewalttätigkeit kommen.


Violett wirkt auch auf das Scheitel-Chakra und kann dieses positiv oder auch negativ beeinflussen und aktivieren. Mit der Farbe Violett können behandelt werden Migräne, Depressionen und seelische Erschöpfungen, Abszesse sowie Schuppen und Haarausfall. Die Farbe Blau-Violett wird als „Hemmungsstrahlen“ eingesetzt bei Arterienverkalkung besonders der Gehirngegend, Gicht, Vereiterungen, Herzleiden, Nerven- und Gelenkentzündungen, Schnupfen, Zahnschmerzen und bei Fettsucht. Teil- oder Ganzkörperbestrahlungen werden hier ein- bis dreimal täglich bis zu fünfzehn Minuten durchgeführt. Es können auch die Zentren der Chakren bestrahlt werden, um sie entweder zu aktivieren oder sie zur Ruhe zu bringen. Bestrahlt man die jeweiligen Zentren mit Gelb, Orange oder Rot, findet ein Anregungs- und Aktivierungsprozess statt, eine Bestrahlung mit den Farben Blau, Indigo, Grün und Violett führt zur Entspannung, zur Deaktivierung, zur größeren Gelassenheit und Ruhe.  


Abszesse sollte man ca. 20 Minuten lang mit Violett bestrahlen, bis zu viermal täglich. Arterienverkalkungen von Hals/Kopf oder Herz sind täglich dreimal zu je 15 Minuten zu bestrahlen. Wer allerdings eine starke persönliche Abneigung gegen das Violett empfindet, kann in diesem Fall auch mit einem dunklen Blau bestrahlen. Anschließend an das Violett (Blau) wird die Bestrahlung mit der Gegenfarbe Gelb fünf Minuten lang fortgesetzt. Empfohlen wird bei Arterienverkalkung auch der Verzehr von violetten und gelben Früchten und Gemüse sowie das Trinken violett-roter Säfte. Gicht ist recht schwierig zu behandeln. In der Farbtherapie bestrahlt man die betroffenen Stellen dreimal täglich je zehn Minuten mit Violett und legt anschließend Tücher auf, die mit violett bestrahltem Wasser getränkt wurden. Knochenentzündungen setzt man dem blau-violetten oder rein dunkelblauem Licht aus. Anschließend werden nasse, mit dieser Farbe bestrahlte Tücher aufgelegt. Nervöse, unruhige Menschen beruhigen sich nicht nur bei blauem Licht, auch ein vornehmes, nicht zu helles Violett verhilft wieder zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit, das farbige Licht ist (chemischen) Tabletten, namentlich Tranquilizern, vorzuziehen, da es einen natürlichen Prozess unterstützt und dem Körper keine fremden (giftigen) Substanzen zuführt. Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden, hervorgerufen insbesondere durch Nervosität nach langer, intensiver, geistiger Arbeit, wird empfohlen, zusammen mit beruhigenden langsamen, d.h. kontrollierten Atemübungen sich mit Violett zu bestrahlen. Eine Zeitschaltuhr an der Lampe hat sich bewährt, die nach 30 Minuten das Licht automatisch abschaltet. Das erspart bei Bestrahlungen im Bett oder Sessel etc. das Aufstehen zum Abschalten der Lampe oder verhindert, dass beim Einschlafen das Licht (die ganze Nacht lang) weiter brennt. Bei Schnupfen/ Erkältung wird der Kopf neben Blau auch mit Violett bestrahlt, 15 Minuten lang, dreimal täglich, ebenso die Milz (siehe unten). Violette Bestrahlung setzt man gegen Schuppenbildung und beginnenden Haarausfall ein, zwei- bis dreimal täglich wird die Kopfhaut 15 Minuten lang bestrahlt. Bei einer überaktiven Bauchspeicheldrüsentätigkeit harmonisiert die Bestrahlung mit Violett dieses Organ, arbeitet die Milz dagegen zu wenig, regt Violett ihre
Tätigkeit an. Somit werden die Abwehrkräfte, also das Immunsystem, unterstützt sowie auch die Anregung zu einer verstärkten Leukozytenbildung, das sind die weißen Blutkörperchen, gefördert. Sie sind die „Polizei“ im Körper, die für körpereigene Abwehrkräfte sorgen. Die Farbe Violett wird ferner bei Bronchitis und trockenem, zähen Husten eingesetzt. Nach einer Medikamentenvergiftung oder bei Drogenkonsum können die Folge-Symptome gelindert werden mit einer Bestrahlung des Scheitel-Chakras und der Milz mit Violett.


Die Farbe Violett hat verbindende Eigenschaften und Wirkungen, die Bestrahlung des Kopfes regt die Verbindung der beiden Hirnhälften an und führt dadurch zu einer besseren Lernfähigkeit nach der Beobachtung von Farbtherapeuten. Sie kann möglicherweise sogar Stotterern und Legasthenikern helfen und sie in ihren Bemühungen unterstützen, ihre Behinderungen zu mildern oder zu überwinden. Menschen, die zur Nervosität und Aufgeregtheit neigen, können bei dem Wunsch, zu einer größeren Ruhe und Verinnerlichung zu kommen, versuchsweise sich eine violette Brille aufsetzen, um einige Zeit diese Farbe intensiv auf sich wirken zu lassen. Dazu kann man sich glasklare violette Farbfolien besorgen bzw., wenn diese nicht erhältlich sind, auch eine rote mit einer blauen Folie zu Violett kombinieren, um sie dann vor eine Brille zu befestigen. Jeder kann an sich selbst am besten beobachten, ob er sich nicht schon bald mehr und mehr entspannt und zur gewünschten Ruhe kommt. Wie lange ein solcher Versuch jeweils dauern sollte, muss ein jeder an sich selbst durch die Wirkung feststellen.


Schlussbemerkung

Die oft zu beobachtende Distanziertheit, die zahlreiche Menschen im Allgemeinen dem Violett gegenüber zeigen, weist auf das Besondere dieser Farbe hin. Nur recht wenige, insbesondere ältere Erwachsene fühlen eine innere Verwandtschaft zu ihr und bringen ihr sympathische Gefühle entgegen. Es sind namentlich künstlerisch veranlagte, phantasievolle Menschen - meist Einzelgänger -, die bereits ein schon höheres Alter erreicht haben oder/und sich intensiv mit geistigen Themen und Hintergründen befassen. In der Esoterik und bei Kirchen- bzw. Religionsgemeinschaften spielt das Violett ebenfalls eine sehr wichtige (kultische) Rolle. Es ist daher angebracht, die Farbe Violett im Bereich der Kinder bzw. Jugendlichen mittleren Alters mit einer gewissen Vorsicht einzusetzen, sie haben in ihrer besonderen Seelensituation (Pubertätsalter) kein inneres Verständnis für diesen Farbton, der sie stark irritieren kann. In der Regel zeigen sie das dem Erwachsenen (unbewusst) durch ihr Verhalten und ihre Reaktionen auch deutlich an. Erwachsenen bietet das Violett dagegen die Möglichkeit zu vielfältigen Heilanwendungen sowie auch zur Unterstützung und Einstimmung zu besonderen Meditationsübungen und/oder Ruhefindung.

 

Die heilenden Kräfte der Farben 



(Teil IX)


Die Farbe Orange

 

 

orangfarbene Lilien

 

Orange gilt als Farbe und Ausdruck für Optimismus, Heiterkeit, Offenheit, Lebensfreude, Begeisterung, Aufgeschlossenheit, Fröhlichkeit. Sie kann die Stimmung eines grübelnden, traurigen Menschen aufhellen und sein Gemüt aufheitern. Wer einmal den Versuch macht, durch eine Brille mit orange gefärbten Gläsern die Welt bei Tageslicht zu betrachten, wird dieses stimmungsaufhellende und aufmunternde Erlebnis sofort verspüren. Eine Welt in der Farbe Orange betrachtet, kann sich inspirierend auswirken und Menschen helfen, die sich in einer depressiven, lethargischen Stimmung befinden. Darüber hinaus können emotionale Verstimmungen und Spannungen aufgelöst oder gemildert werden. Es entsteht wieder Freude und Spaß am Leben, abhängig allerdings vom Grad der Deprimiertheit bzw. Depression.


Kontakthemmungen zu Mitmenschen können abgebaut und das Selbstvertrauen gesteigert werden. Orange fördert die Vitalität, wirkt es doch auf die Kräfte der Niere und aktiviert deren Funktion, auch unterstützt es die Lungentätigkeit. Orange zählt man, wie die Farbe Rot, zu den warmen Farben. Farbtherapeuten empfehlen, mit dieser Farbe Räume anzumalen, in die wenig Tageslicht gelangt, denn sie wirkt sich belebend aus. Das gilt auch für Esszimmer und Küchen. Dabei sollte das Orange nicht zu dunkel gewählt werden.


Die Mischung der Farben Gelb und Rot lässt etwas Aufregendes, ja Aufreizendes entstehen, nämlich das Orange, eine Farbmischung, die einerseits so hell strahlt wie das Gelb und andererseits aggressiv ins Auge springt wie das feurige Rot. Aus dieser Mischung lässt sich die psychologische Wirkung von Orange ableiten. Die beim intensiven Betrachten von Orange entstehende seelische Erregung ist nicht mehr so eindeutig zielgerichtet und erregend wie beim Rot, sie scheint eher nach allen Seiten zugleich zu wirken, nämlich mitteilsam, aufregend und voller Tatkraft. Orange ist in der Karibik die durch und durch körperbezogene Farbe, die sich dort durch die aufreizende Musik und Rhythmik der Tänze äußert sowie durch die besondere Bewegungsfreude dieser Menschen.


Orange ordnet man allerdings auch den „gemütlichen“ Farben zu, man denke an offene Holzfeuer. Sie ist wärmer, satter, man kann sagen sonnengereifter als Gelb. Trotz dieser vielen positiven Attribute ist Orange nach der Farbe Braun die unbeliebteste Farbe der Bundesdeutschen. Anders als z.B. Grün, Blau, Gelb, Rot und Violett, die als eigenständige Farben mit besonderer Symbolik gelten, ist Orange in der europäischen Kultur oftmals eine untergeordnete Mischfarbe geblieben, mit Ausnahme in Holland.


Orange symbolisiert die Vereinigung von Körper = Rot und Geist = Gelb. Es gilt als die Farbe der „gezähmten Vitalität“, auch der besonderen Lebensfreude, des Glücksgefühls, der Inspiration. Orange liegt im Lichtspektrum zwischen Rot und Gelb in einer Wellenlänge von 585 und 620 Nanometer. Daher rechnet man ihr auch sehr unterschiedliche Eigenschaften zu, die einerseits bei Rot, andererseits bei Gelb zu beobachten sind. So bewirkt Orange die Assoziationen auf Gemüt und Seele von erfrischend, spritzig, kreativ, optimistisch, beweglich, jung, ausgelassen, auch als freudig, gesellig, jugendlich, lebendig, herzhaft, warm, herbstlich, aber auch, und hier spielt der gelbe Aspekt eine Rolle: gefährlich, zynisch, angeberisch, billig, eitel, künstlich, laut, aufdringlich, neidisch, unruhig.


In der Farbtherapie wird Orange eingesetzt z.B. bei Abmagerung und Anämie, aber auch bei Herzleiden, besonders bei Insuffizienz. Orange steigert den Ehrgeiz, fördert die Herzenswärme und vermittelt Kraft und Freude bei der Arbeit. Es gibt dem Auge das Gefühl von Ruhe, Wärme, Freude, Wonne, Entspannung und Zerstreuung.


Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), der sich intensiv mit der Farbenlehre und psychologischen Wirkung von Farben auf Menschen auseinandergesetzt und sie jahrelang erforscht hat, schrieb über das Orange: „Die aktive Seite ist hier in ihrer höchsten Energie, und es ist kein Wunder, dass energische, gesunde, rohe Menschen sich besonders an dieser Farbe erfreuen.“ Er bezeichnete das leuchtende Orange als „hohes Gelb-Rot“ oder „Scharlachrot“. (Siehe: Goethe: Sämtliche Werke 10, die Farbenlehre, Münchner Ausgabe).


Orange wird unter Farbpsychologen als die stimulierendste aller Farben angesehen. Messungen haben ergeben, dass allein beim Betrachten von Orange Atmung und Puls rascher werden und der Blutdruck steigt. Es ist eine inspirierende und anregende Farbe. Orange repräsentiert insbesondere vitale Stärke und Aktivität, wobei sich dies auch auf sexuelles Erobern oder auf Kraft- und Leistungssport beziehen kann. Das leuchtende Orange soll sogar das Glück besonders anziehen. Orange bewirkt beim Betrachter häufig Aktivität und Freude, aber auch die Lust, etwas zu unternehmen und erleben zu wollen. Der orange-farbene Mensch lebt in der Gegenwart und strahlt Selbstvertrauen aus. Wirkt diese Farbe allerdings zu intensiv auf Menschen ein, kann sie auch zu Provokationen oder Aggressionen führen. Menschen, die die Farbe Orange bevorzugen, haben vor allem künstlerische Ambitionen, sie gelten als kreativ und kommunikativ, es fehlt ihnen nicht an Freunden. Diese Menschen sind voller Lebensenergie, besonders in vergeistigter und spiritueller Form, wie es namentlich in der buddhistischen Religion Tradition ist. Orange ist die Farbe der Lebensqualität und der erfolgreichen Sinnfindung. Die Farbe Orange kann das Selbstwertgefühl stärken und seelische Kräfte fördern. Sie hilft auch Menschen, Entscheidungen zu treffen. Sie kann die Lust am Lernen positiv beeinflussen, da sie insbesondere das Gemüt aufheitert, eine möglicherweise wichtige Hilfe für Kinder bei ungeliebten sie stressenden Hausaufgaben. Andererseits kann ein Zuviel an Orange z.B. das Verlangen nach Essen übersteigern oder zu Verwirrung und Ziellosigkeit führen. Orange vermag Gegensätze zu versöhnen und aktiviert die Lebenskräfte. Durch den Gelbanteil, der Geistiges repräsentiert, kann diese Farbe sogar Aggressionen mildern oder auch Ängste besänftigen. Doch sollte Orange als Bekleidungsfarbe eher zurückhaltend verwendet werden.


Die Farbe Orange wird von der Frucht Orange (Apfelsine) abgeleitet, die ursprünglich aus Indien stammt und von den Kreuzrittern nach Europa gebracht wurde. Daher spielte diese Farbe in Europa auch lange Zeit keine Rolle, da man sie bis ins Mittelalter nicht kannte. In Asien ist die Farbe Orange sehr wichtig. Besonders in Indien hat Orange einen hohen Stellenwert. Der Grund ist in der Hautfarbe des indischen Menschen zu suchen. Während bei den weißhäutigen Kulturen die Farbe Weiß vielfach idealisiert wurde, hingegen schwarze, rote und gelbe Menschen über Jahrhunderte hinweg als „minderwertig“ oder   „zweitklassig“ diskriminiert wurden, ist das Ideal der indischen Menschen wegen ihrer Hautfarbe das Safran-gelb.


Die Bedeutung der Farbe Orange in der Religion

Buddhistische Mönche hüllen sich in orangefarbene Gewänder. Die Farbe Orange steht im Buddhismus für die höchste Stufe der Erleuchtung, Entwicklung und für Weisheit. Es gibt zahlreiche Buddha-Statuen, die entweder aus reinem Gold hergestellt oder aber vergoldet sind. Orange kommt dieser heiligen Farbe sehr nahe. Die buddhistischen Schüler und Mönche streben in ihrem äußerlich einfachen Leben danach, sich von den irdischen Leiden zu befreien und am Ende ihrer Studien und Übungen ins Nirwana überzutreten. Um dieses höchste aller Ziele zu erreichen, befolgen übende Buddhisten die heiligen Lehren Buddhas namentlich durch ein striktes ethisches Verhalten sowie die Entwicklung von Mitgefühl für alle Kreaturen und Weisheit. Buddhisten glauben an die Wiedergeburt auf Erden.



Andere Völker 

Bei den direkten Nachbarn der Deutschen, den Niederländern, ist das Orange weitaus beliebter als in Deutschland. Man betrachtet sie dort quasi als Nationalfarbe und Farbe ihres Königshauses. „Oranje“ heißt bekanntlich orange. Wenn ein Mitglied des holländischen Königshauses Geburtstag hat, hissen die königstreue Untertanen selbstverständlich orangefarbene Fahnen. Königin Beatrix ist auf vielen Fotos mit orangefarbenen Rosen zu sehen. Bei internationalen Sportwettkämpfen pflegen die niederländischen Fans ihre
Mannschaft in orangefarbenen Hemden, Fußballfans mit orangefarbenen Schals anzufeuern. In Nordirland ist die Farbe Orange das Zeichen für den Protestantismus und begründet sich im Oranier-Orden. Diese Farbe wurde unter anderem als Zeichen und Symbol der protestantischen Kirchen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2007 vielfach verwendet.


Orange gilt auch als Warn- und Signalfarbe. Straßenbauarbeiter, Straßenkehrer und Männer der Müllabfuhr tragen bevorzugt grell leuchtend orangefarbene Kleidung, die weit sichtbar ist. Auch deren Fahrzeuge sind oftmals mit dieser Farbe angestrichen. In Fabriken wird Orange vielfach als Sicherheitsfarbe vorgeschrieben. Es kennzeichnet z.B. Maschinenteile, die gefährlich sein können, wie Messer von Schneidemaschinen oder feuergefährliche Stoffe.
Orangefarben ist auch das Gefahrensymbol: „Sehr giftig (T+)“ und wird im Straßenverkehr und in der Gefahrengutkennzeichnung bei Gefahrensymbolen eingesetzt.

 

 

       Die heilenden Kräfte der Farben


                          Die Farbe Gold


                                                        

                                       
Der Begriff Gold ruft unmittelbar die Vorstellung des konkreten Edelmetalls Gold hervor, dessen Farbe diesem Metall seinen Namen gab. Gleichzeitig wird mit Gold die Wertvorstellung heilig, kostbar, edel, kaiserlich, königlich, sonnenhaft und unvergänglich verbunden. Mit Gold verband man schon immer die Vorstellung von Gott oder Göttern bzw. göttlich, von Heil, vollkommenes Glück, Reichtum, Wahrheit und Dauerhaftigkeit. Gold wurde vielfach mit der Sonne in Verbindung gebracht. Gold, so sagte man in einigen alten Kulturen, sei himmlisches Feuer, das auf die Erde gefallen sei. So sehr realer Goldbesitz in Form von Münzen, Barren, Tafeln, Nuggets oder Schmuck Menschen beglücken und erfreuen kann, so sehr hat die Gier nach Gold unzähligen Menschen im Laufe der Menschheits- geschichte das Leben gekostet bei Raubzügen und Überfällen, vor allem aber in zahllosen Kriegen. Sogar "gottesfromme" Menschen wurden zu Mördern, nur um an Gold zu gelangen. Seinetwegen wurden ganze Völker ausgelöscht, wie u.a. das Beispiel der Inkas zeigt. Die einst erblühenden Ortschaften in den neuen Kolonien in Amerika drohten zeitweise wieder unterzugehen, nur weil Menschen in Massen im Goldrausch dem Lockruf folgten, man habe Gold gefunden, um ebenfalls zu suchen und reich zu werden. Viele Ortschaften standen plötzlich verlassen da. So ließ schon Johann Wolfgang von Goethe in seinem Faust 1. Teil Margarete klagen: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles, ach, wir Armen!“


Heute wird die große Faszination für Gold mit seiner relativen Seltenheit und
Unvergänglichkeit erklärt, obwohl es andere Metalle gibt, die weit seltener vorkommen und wertvoller sind. Zahlreiche Staaten horten riesige Mengen von Gold in scharf bewachten unterirdischen Tresoren, legendär ist das Fort Knox in Amerika. Die größten Goldbesitzer sind die USA mit 8133 t, Deutschland mit 3428 t und der Internationale Währungsfonds mit 3217 t 79000 t des derzeit weltweiten Goldbestandes, das sind 51 %, sind als Schmuck verarbeitet, 18000 t oder 12 % sind in zahllosen Kunstgegenständen enthalten und 25000 t oder 16 %
befinden sich in Privatbesitz oder bei Investoren in Form von Barren und Münzen; Stand 2007. Doch längst sind die Zeiten vorbei, als in einzelnen Staaten das Gesetz galt, dass immer nur soviel Papiergeld gedruckt werden durfte, wie als Gegenwert konkretes Gold im Besitz des Staates vorhanden war (Golddeckung). Noch bis zum Ersten Weltkrieg waren Goldmünzen u.a. in Deutschland ein gängiges Zahlungsmittel, es galt die Goldwährung. Diese Münzen kassierte der Staat zu Beginn des Krieges ein. Die Reinheit von Gold wird in Karat angegeben, 24 Karat entsprechen purem Gold (Feingold). Die Reinheit wird heute mit einer Dezimalzahl bestimmt, zum Beispiel als 0,999 oder 1,000  für Feingold. Obwohl Gold ein ziemlich weiches und leicht zu bearbeitendes Metall ist, ist es sehr schwer, ein Würfel mit der Kantenlänge 10 cm wiegt mehr als 19 Kilogramm.


Vor einigen tausend Jahren gab es naturgemäß sehr viel weniger Gold im Besitz der Menschen, die meisten kannten es gar nicht. Man sagt dem Pharao Menes nach, der um 3000 v. Chr. lebte, er habe als erster pures Gold als Zahlungs- und Tauschmittel eingeführt, er brachte Goldbarren von 14 Gramm Gewicht, die mit seinem Namen versehen waren, in Umlauf. Die großen Goldschätze, die die Pharaonen besaßen, symbolisierten ihre himmlische Herkunft, sie waren die Söhne des Sonnengottes Rê und kehrten nach ihrem irdischen Leben zur Sonne zurück. Die Särge in ihren Grabstätten, den Pyramiden, waren wie auch viele Beigaben nicht selten aus purem Gold, zumindest aber vergoldet. In späteren Zeiten wurden als Zahlungs- und Tauschmittel Münzen aus Gold hergestellt, vielfach mit dem Portrait des jeweiligen Kaisers bzw. Herrschers, ihre Scheibe stellte das Symbol der Sonne dar. Die Vermutung, dass der Name Geld von Gold stammt, ist wohl nicht korrekt, denn Geld wird abgeleitet von Entgelt bzw. Vergeltung. Der Name Gold hängt mit Glanz und Schimmern als Widerschein und Abglanz der goldenen Sonne zusammen. Daraus bildeten sich Begriffe wie das goldene Zeitalter, die goldene Hochzeit, ein Sänger mit Gold in seiner Kehle. Das neugeborene Jesuskind bekam von den heiligen drei Königen Gold, neben Weihrauch und Myrrhen geschenkt. Bekannt sind auch das schwarze Gold, das Erdöl, das weiße Gold, das Elfenbein, davor auch Porzellan, oder das blaue Gold, das Trinkwasser. In der Mathematik kennt man den Goldenen Schnitt, das ideale Verhältnis zwischen Höhe und Breite. Manch einer verdient sich eine goldene Nase oder sitzt im Goldkäfig, ein anderer hat ein Herz aus Gold. Doch es gilt auch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Ein deutsches Sprichwort warnt denn auch: „Gold geht durch alle Türen, ausgenommen durch die Himmelstüre.“  Im Lateinischen heißt Gold Aurum, seine chemische Abkürzung ist >Au<.


In der Farbtherapie ist der Farbton gold ein abgedunkeltes Gelb. Es gibt keine Lichtquelle, die ein ausgesprochenes Gold erzeugen kann, daher kann es auch keine Bestrahlung mit einem Goldfarbton geben, es existieren nur unterschiedliche Gelbabstufungen. Allerdings verwendet die Farbpsychologie Gold, neben anderen Farben, um tiefere Erkenntnisse über Patienten und zu Behandelnde zu erhalten. Interessant ist, dass nur 1% der Frauen in Deutschland und 2% der Männer Gold zu ihrer Lieblingsfarbe erklären. Es ist die Farbe des Reichtums und der Macht, aber auch die des Stolzes. (Großer) Goldbesitz kann verblenden und zum Egoismus führen, denn großer Reichtum vermag den Charakter verderben, sagt man. Die Redewendung: „D

Gold in der Malerei und Kunst


Als es den Menschen gelang, Farben auch in Goldtönen herzustellen, verwendeten es die Maler gezielt, um vor allem Göttliches, Ewiges und Heiliges darzustellen und hervorzuheben. Die Aura, der strahlende Lichtschein, der von Gott  bzw. den Göttern oder Christus und Heiligen ausgeht, wurde bevorzugt mit Gold dargestellt. Gold stellt das überirdische Licht und den göttlichen Geist dar. Es symbolisiert den Glanz und die Herrlichkeit des Göttlichen und des Himmels. Es wurden auch Statuen von Buddha oder von Heiligen, von Christus und von Gott mit Gold bemalt oder sogar aus puren Gold hergestellt, um die Heiligkeit damit besonders hervorzuheben. Als später die Technik entwickelt wurde, aus reinem Gold hauchdünne Goldfolien herzustellen, wurden bis auf den heutigen Tag viele Gegenstände und Bilder, neben Figuren und Möbeln oder Gebäudeteilen, mit diesem Blattgold, das tausendmal dünner als Papier ist, beschichtet und verziert. Heute ist es dank moderner Drucktechnik möglich,
sogar einfaches Papier mit Goldfarben zu bedrucken. Man kann sogar Aluminium durch Eloxieren mit einem täuschend echten Goldglanz beschichten. Um den Wert von Stoffen und Kleidung zu erhöhen, webte man auch feine Goldfäden in den (Brokat)Stoff, die dann im Licht glänzten, oder man bestickte Kleidung mit Gold und nähte Gewändern goldene Knöpfe an. Vielfach führten Kaiser und Herrscher solche mit Goldbordüren und anderem Zierrat ausgestattete Bekleidung (Soldatenröcke) insbesondere für die höherrangigen Generäle und Offiziere, aber auch für Kapitäne ein. Gab es genügend Gold und war ein Herrscher besonders reich und mächtig, ließ er mitunter zahlreiche Gegenstände, so z.B. Tafelgeschirr vergolden oder aus  purem Gold herstellen. Krone und Szepter bestanden oftmals ebenfalls aus Gold. Dass Gold bei vielen Betrachtern positivere Gefühle hervorruft als z.B. das noch wertvollere Edelmetall Platin, hängt vermutlich mit seinem Glanz und seiner warmen goldgelben Farbe zusammen, die an die Strahlen der Sonne erinnert. In den Märchen spielt Gold ebenfalls im-mer wieder eine bedeutende Rolle. Hier ist es Sinnbild für die höchste Stufe von Reinheit, Geistigkeit oder Einweihung. So nimmt es nicht wunder, wenn in der Lehre der Chakren eine Ausstrahlung der Farbe Gold als Inbegriff höchster Entwicklung eines Menschen gedeutet wird.


Gold als Ausdruck des Ruhms und der Ehre

Erste Sieger im Sport erhalten oftmals eine Goldmedaille. Bürger und hochgestellte Persönlichkeiten, die besondere Leistungen für das Volk erbracht haben, werden ebenfalls mit goldenen Orden, Verdienstkreuzen oder Ketten aus Gold ausgezeichnet. Filmstars erhalten den Goldenen Bambi oder Goldenen Bären, auch wenn es sich natürlich, wie bei Medaillen, nur um vergoldete Objekte handelt.  Wer ein Geschenk einpackt, das also besonders wertvoll erscheinen soll, nimmt dazu goldfarbenes Papier bzw. Goldfolien. Menschen, die von oder mit goldenen Löffeln essen, gelten als besonders reich. Ein goldenes Gemüt zu haben, sagt man positiv eingestellten gutmütigen Menschen nach. Stimmt etwas ganz genau, ist es goldrichtig. Wird eine Schallplatte, CD bzw. Album besonders häufig verkauft, wird eine goldene Schall-platte verliehen. Prominente Gäste einer Stadt tragen sich ins Goldene Buch ein. Und wer die Ehe eingeht, erhält vom Partner einen goldenen Ring auf den Finger gesteckt.

 

Die heilenden Kräfte der Farben 


Die Farbe Silber

er Tanz ums Goldene Kalb“, das biblische Symbol für Verblendung und den Gott Baal, gehört bis heute zum allgemeinen Sprachgebrauch. Der Preis für Gold wird heute vor allem von Spekulanten bestimmt, er richtet sich nach Angebot und Nachfrage und ändert sich täglich.



(Teil XI)


Die Vorstellung oder der Anblick vom Farbton Silber ruft die Assoziationen von hell, glänzend, klar, blass, sportlich, intellektuell hervor, vielfach auch von Spiegel- bzw. Spiegelglanz und Technik. Darüber hinaus denkt man vielleicht auch an Tafelsilber wie Silberbesteck, Silbergeschirr, Silbertablett oder an ärztliche Instrumente und diverse chrom-glänzende Gegenstände. Die Farbe Silber wirkt im Gegensatz zu Gold eher kühl, zurückweisend, distanziert, ja sogar kalt und steril. Eine gewisse Vornehmheit kann man ihr nicht absprechen. Silbertöne in bzw. auf der Kleidung kommen selten vor, auf silberfarbene Verchromung diverser Teile an Fahrzeugen, Wohn- und vor allem Büromöbeln, bei preiswerteren Ausführungen verwendet man auch Nickel, möchte wohl niemand verzichten. Wer erinnert sich nicht an die „Silberpfeile“, jene legendären Rennautos einer bekannten deutschen Autofirma, die besonders schnell fuhren. Im Wert stand das Metall Silber hinter Gold immer weit zurück. Ebenso wie Gold gab es das Metall Silber lange Zeit in vielen Ländern als Zahlungsmittel in Form von Münzen, aber auch als Medaillen, wenn auch mancher geldgierige Herrscher echte Silbernmünzen einschmelzen ließ und sie mit unedlerem Material streckte. So war es kein Wunder, dass Silber hier und dort auch als Farbe der Habsucht gilt. In Kriegen wurde Silber oftmals durch Aluminium ersetzt.
 

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs gab es im Deutschen Reich schließlich nur noch Aluminiummünzen, deren Metallwert sehr gering war, das Silber wurde von der Regierung z.B. für Importe dringend benötigt. Wer eine Auszeichnung und Medaille in Silber anstatt Gold erhält, ist immer nur Zweiter. So steht und stand Silber schon immer im Schatten seines großen Konkurrenten Gold. Das mag auch einer der Gründe sein, weshalb das Edelmetall Silber nie das hohe Ansehen erhielt wie Gold. Doch hier täuscht sich der möglicherweise voreingenommene Betrachter. Obwohl im direkten Vergleich und in der Wertung das Metall Silber gegenüber Gold in der Regel schlechter abschneidet, ist es nicht nur das sehr viel häufiger verwendete und verarbeitete Edelmetall, es kann auch in der Qualität seiner Farbbedeutung gegenüber dem Gold jederzeit auftrumpfen. Denn Gold kann durchaus protzig, aufgeblasen oder angeberisch wirken, doch Silber glänzt immer klar, rein und edel. Es reflektiert das Licht in vollkommener Uneigennützigkeit und lieferte die Grundlage des Spiegels. Durch das Widerspiegeln des Lichts verstärkt es sogar Glanz und Qualität anderer Farben. Diese Eigenschaft des Reflektierens wird vielfach in der Technik eingesetzt, zum Beispiel in Kühlschränken oder Thermoskannen, da die Farbe Silber auch die Kälte- bzw. Wärmestrahlung zurückwirft, also reflektiert, und auch in der Elektrotechnik, da Silber Strom bestens leitet.

 


Das Licht des Mondes und der Sterne wird oft als silbern bezeichnet, besonders in der Poesie, und blickt man auf das bewegte Meer in der Sonne, so glitzert, blitzt und blinkt es durch die tanzenden Wellen millionenfach silbern auf. Ebenso silbern erscheint uns das helle Licht des Schnees, auf den die Sonne scheint. Klarheit und Kühle zeichnet den Farbton Silber aus. Klingt aus der Ferne ein hoher Glockenton, so wird seine besondere Tonfarbe oftmals als silbern beschrieben.


In früheren Zeiten ordneten Alchemisten vielfach das Metall Silber dem Mond zu, und sowohl dem Silber als auch dem Mond, insbesondere wenn er voll war, wurden schon immer besondere magische Kräfte zugeschrieben. In der Medizin wird Silber als antibakterielles Mittel eingesetzt, es kommt auch bei Oberflächenbeschichtungen und Cremes zur Anwendung. Man sagt, Silber wirke reinigend und harmonisierend sowie auch ausgleichend. Es gilt als die Farbe der Klugheit, Vornehmheit und Höflichkeit - denn trefflich heißt es bekanntlich im Volksmund: „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.“ Silber steht auch für Sicherheit und Pünktlichkeit, unterstützt also insbesondere positive, ehrbare Tugenden. Silber kann als neutrale Farbe mit allen anderen kombiniert werden, da es sich nicht aufdrängt sondern eher bescheiden in den Hintergrund tritt, wobei es die Ausdruckskraft der anderen Farben noch unterstützt. Silber wirkt kühl und distinguiert, daher ist es die Farbe des Modernen, Originellen und Unkonventionellen. In der Farbtherapie spielt Silber eine untergeordnete Rolle.



Die heilenden Kräfte der Farben



Teil XII

 

Die Farben  Weiß  und Schwarz

 

Es gibt einen Streit in der Wissenschaft, ob Schwarz und Weiß zu den Farben gezählt werden können. Schwarz absorbiert alles Licht und damit auch alle Farben, Schwarz ist die Abwesenheit von Licht und Farbe, es ist ein Licht- und Farbenvernichter. Wohl deswegen wird in zahlreichen Kulturen Gevatter Tod auch stets mit einem schwarzen Gewand dargestellt. Schwarz hat unbestritten die Qualität von Düsterheit und Verlassenheit. Sich in absoluter Finsternis aufzuhalten erweckt das unheimliche Gefühl der Angst und Verlassenheit. Auf Schwarz reagieren Menschen vielfach mit Ablehnung und Zurückweisung. Schwarz sehen bedeutet Pessimismus, Negatives. Nur manche Pubertierende scheinen von der Farbe Schwarz magisch angezogen zu werden, sie kleiden sich vielfach in Schwarz, schminken sich sogar mit Schwarz, färben ihre Haare schwarz und fühlen sich dabei nicht unwohl. Die lichte unbeschwerte Welt der Kindheit ist vorüber. Ihre Stimmung ist himmelhochjauchzend zu Tode betrübt.


Weiß dagegen reflektiert alles Licht bzw. versammelt alle Farben in sich und gibt keiner den Vorzug. Weiß ist somit das absolute Gegenteil von Schwarz und gilt als Farbe der Reinheit und Unschuld. Weiß ist daher die bevorzugte Farbe von Brautkleidern, zumindest in der westlichen Welt. Wer ohne Sünde und unschuldig ist, hat eine „weiße Weste“. Schwarz wie Weiß spielen in der Farbentherapie eine untergeordnete Rolle.



Im Internet gibt es zahlreiche weitere Hinweise zu Farben und Farbtherapie

 

 

Weiße Margeriten

 

 

Figur aus dem Museumspark Worpswede

 ....................................................................................

 Literaturliste:  Siehe besonderen Link