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Die Ringelblume



Die Heilpflanze des Jahres 2009



                                                                                                   verfasst 2008

Der gemeinnützige Verein NHV Theophrastus, dessen Hauptanliegen die Förderung traditioneller Naturheilkunde ist, hat die Ringelblume (lat. Calendula officinalis) zur Heilpflanze des Jahres 2009 gekürt. Eine Reihe von besonderen Gründen führten zu der diesjährigen einstimmigen Wahl dieser Pflanze. Zum einen sind ihre vielfältigen medizinischen Wirkungen seit langer Zeit sehr gut erforscht und wissenschaftlich bestätigt, zum anderen besticht diese Pflanze schon äußerlich durch ihre sonnige positive Ausstrahlung und Lebenskraft, wodurch sie viel Freude schaffen kann. "Als Sportler schätze ich die heilende Wirkung der Ringelblume besonders bei Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen", begründete ein Mitglied der Jury seine persönliche Entscheidung.

 Die Ringelblume ist ein einjähriges Korbblütengewächs mit einer etwa 20 cm langen Pfahlwurzel. Die Pflanze, die etwa 30 bis 60 cm hoch werden kann, bildet an den aufrechten, teilweise verzweigten Stängeln ab Juni zahlreiche Blüten, die je nach Sorte mehr oder weniger gefüllt sein können und farblich zwischen sonnenähnlichen hellgelben und kräftigen Orangetönen variieren.
 
Die positive heilende Wirkung der Ringelblume ist wissenschaftlich seit langer Zeit eindeutig belegt, sie beruht u.a. auf der guten Heilwirkung von Wunden einschließlich Unterschenkelgeschwüren sowie bei Verbrennungen und Ekzemen, bei Hauteiterungen, schlecht heilenden Wunden, Quetsch-, Riss- und Defektwunden und Erfrierungen der Haut. Nachgewiesen werden konnten ebenfalls galleflussanregende, blutfettsenkende und abwehrsteigernde sowie auch krebshemmende Eigenschaften.

 
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Die Gewürznelke


Die Heilpflanze des Jahres 2010


Die Heilkraft liegt im Pfefferkuchen ...

 

Der Verein NHV Theophrastus mit seinem Hauptanliegen, die besondere Förderung traditioneller Naturheilkunde, hat die Gewürznelke bzw. den Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum) zur Heilpflanze des Jahres 2010 anlässlich des jährlich stattfindenden Heilpflanzen-Fachsymposiums im Juni 2009 im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau in der sächsischen Lausitz gekürt. Die Jury entschied sich somit zum ersten Mal für eine nicht in Europa heimische Pflanze. Die noch ungeöffneten und getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaumes werden als besondere aromatische Zutat u.a. für Kompotte, Weihnachtsgebäck und Glühwein (Punsch) verwendet. Doch die Gewürznelke hat neben ihrem köstlichen typisch  aromatischen Duft und Geschmack auch besondere gesundheitsfördernde Eigenschaften, weswegen sie für das kommende Jahr als Heilpflanze des Jahres ausgewählt wurde.

Der bis zu 15 Meter hoch werdende immergrüne Gewürznelkenbaum stammt ursprünglich aus der Inselgruppe der Molukken (Indonesien) und braucht zum Gedeihen tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, seine Nelken, auch Nägeli genannt, sind die stark duftenden und brennend scharf schmeckenden, getrockneten Blütenknospen, die sich durch eine Vielzahl erfreulicher und wirkungsvoller Heilwirkungen auszeichnen. Die Knospen müssen vor dem Erblühen von Hand gepflückt werden. Nach dem Trocknen haben sie drei Viertel ihres Gewichts verloren.

Herkunft

Der Nelkenbaum ist in den Nordmolukken (Indonesien) einheimisch und wurde von alters her auf den Inseln Ternate, Tidore, Bacan und der Westküste Halmaheras kultiviert. Die Holländer verbreiteten den Baum auch zu anderen Inseln der Region (vor allem Ambon), aber erst nach dem Ende des holländischen Monopols wurde die Pflanze in anderen Ländern angebaut. Heute wird der Baum insbesondere auf Madagaskar, Sansibar und den Antillen kultiviert. Er gehört zur Pflanzenfamilie der Myrtengewächse (Myrtaceae) und ist gut erkennbar durch seinen typischen pyramidalen Wuchs. Seine Blätter sind lorbeerähnlich, ledrig und etwa 8 bis 12 cm lang. Sämtliche Teile des Baumes enthalten ätherische Öle. Geerntet werden allerdings fast ausschließlich die noch ungeöffneten Blütenknospen, da diese in diesem Zustand den höchsten Gehalt an Wirkstoffen enthalten. Sie werden zur Gewürzgewinnung getrocknet. Die aus Teilen der Pflanze gewonnenen Extrakte und das aus den Gewürznelken durch Destillation gewonnene ätherische Öl finden in der Medizin Verwendung. Die Pflanze wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend sowie auch antibakteriell. Sie leistet vor allem in der Zahnheilkunde wertvolle Dienste, z.B. als Mundpflegemittel sowie zur Besserung von unangenehmen Mundgeruch. Das geht u.a. aus der Begründung der Jury für ihre Entscheidung hervor. Man schreibt der Gewürznelke darüber hinaus auch appetitanregende, krampflösende, blähungstreibende, stark belebende und verdauungsfördernde Wirkungen zu. Ein weiterer Grund zur Wahl als Heilpflanze des Jahres war für die Jury unter anderem, dass die Gewürznelke sowohl in der Schulmedizin als auch in der Komplementärmedizin Beachtung und Anwendung findet. Ein Jurymitglied begründete als Arzt seine Wahl mit der besonderen Wirkung der Pflanze bei Diabetes-Patienten. Ein anderes Jurymitglied erklärte seine Wahl mit dem Hinweis: „Ich schätze die Gewürznelke besonders als Bestandteil von belebenden Präparaten, wenn ich am Abend noch einmal konzentriert Höchstleistungen vollbringen muss.“ Weitere Aussagen von Jurymitgliedern beziehen sich u.a. auf die zunehmende Bedeutung der Pflanze als Abwehrmittel gegen Insekten. Bekannt ist der häusliche Brauch, Nelken in Apfelsinen zu stecken und diese auf Fensterbänke zur Abwehr von lästigen Insekten zu legen, denn ihr intensiver Duft vertreibt die Eindringlinge.

Maßgeblich für Geruch, Geschmack und Wirkung von Gewürznelken sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle, deren Anteil bis zu 15 % ausmachen kann. Diese Öle bestehen im Wesentlichen aus 60 bis 85 % Eugenol (das auch in Zimt vorkommt), etwa 15 % Eugenolacetat und ca. 5 bis 12 % ß-Caryophyllen. Ein weiterer Bestandteil ist die Oleanolsäure mit etwa 2 %. Das Eugenol besitzt eine betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Gewürznelken seit alters her als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist.

In Europa sind Gewürznelken seit dem frühen Mittelalter bekannt. Auf den Handel mit Nelken und zahlreichen anderen Gewürzen hatten die Niederländer lange Zeit ein Monopol, die die Nelken hauptsächlich aus Ambon verschifften, und auch heute noch werden Gewürznelken von den Molukken zum großen Teil in Amsterdam und Rotterdam für Europa umgeschlagen.

Vorsicht bei der Dosierung geboten

Bei Anwendungen von Präparaten aus der Gewürznelke bzw. dem Gewürznelkenöl ist auf eine vorsichtige, richtige Dosierung zu achten, denn es kann haut- und schleimhautreizend sein. Es darf daher nur verdünnt verwendet werden und kann bei Schwangerschaften unter Umständen (vorzeitigte) Wehen auslösen kann.

Namensdeutung

Der deutsche Name ‚Nelke’ wird aus der äußeren Form abgeleitet, denn die Nelke ähnelt einem Nagel, althochdeutsch ‚nagal’. Der botanische Gattungsname Syzygium wird zurückgeführt auf den griechischen Begriff ‚syzygos’, was übersetzt wird mit „gepaart“ oder „vereinigt“ und der auf die zu einer Haube zusammengewachsenen Blütenblätter hinweist. Die auch bei uns heimische Blume ‚Nelke’ wurde wegen ihres ähnlichen Duftes nach den Gewürznelken benannt.

Der Gebrauch in früheren Zeiten

Der Gebrauch der Gewürznelke ist sehr alt. Es gibt Hinweise für deren Verwendung schon aus der Zeit vor Christi Geburt. Im alten China verwendete man die Gewürznelke zum Kochen und zur Raumluftverbesserung. Aus alten Schriften geht hervor, dass ein Höfling sich dem Kaiser von China nur mit einer Gewürznelke im Mund nähern durfte, denn offenbar gab es schon damals einen schlechten Mundgeruch. Natürlich kannte auch Hildegard von Bingen (1098 - 1179) die Gewürznelke als Heilmittel, sie nannte sie ‚nelchin’ und bereitete daraus zusammen mit der Muskatnuss und dem Zimt ihre besonderen „Nervenkekse“, das war ein wohlschmeckendes Gebäck, welches ihrem Hinweis nach die Sinnesorgane stärken und deren Alterung verhindern bzw. aufschieben sollte. Später verwendete man die Gewürznelke wegen ihres starken Aromas auch als Bestandteil von Pestmitteln, Ärzte trugen im Mittelalter bei Epidemien aus diesem Grund Ketten von Gewürznelken um den Hals. Ebenfalls war dem bekannten Arzt Theophrastus Bombastus von Hohenheim (Paracelsus) (1493 - 1541) die Gewürznelke gut bekannt. Er führte über sie u.a. aus: „Diese Gewürze und ähnliche Kräuter haben die große Tugend, große Dinge bei vielen Krankheiten zu vollbringen.“ Er verordnete Nelken zum Beispiel als Stärkungsmittel für die Verdauung. Nicht zuletzt verwendete Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 - 1897) mit Vorzug das Nelkenöl, da es „ ... gegen faule Gase und verdorbene Säfte und Stoffe im Magen helfe“.

Weitere Anwendungen

In Indonesien werden allein etwa 50 Prozent der jährlichen Welternte verbraucht, hier allerdings weniger als Gewürz oder als Heilmittel, sondern vor allem geschrotet als Zusatz in Zigaretten. Ansonsten wird die Gewürznelke in den Küchen aller Welt bevorzugt zum Würzen von Marinaden, Saucen, Wurst, Fleisch- und Fischgerichten und zur Herstellung von Lebkuchen sowie zur Verfeinerung von Süßspeisen oder herzhaften Gerichten verwendet. Sie ist ferner Bestandteil unterschiedlicher Gewürzmischungen, z.B. mit Curry-Pulver, und gehört unbedingt zu dem bekannten chinesischen „Fünf-Gewürze-Pulver“.  

Die Qualität von Nelken kann der Verbraucher testen, in dem er sie ins Wasser legt. Geht sie unter oder schwimmt sie mit ihrem Stiel nach unten, ist das ein Zeichen für eine gute Qualität, minderwertige oder schon sehr alte Nelken schwimmen waagerecht auf dem Wasser.

Abschluss

Der Verein NHV Theophrastus, der insbesondere die traditionelle Heilkunde fördert und für seine Verbreitung sorgt, beauftragt seit dem Jahr 2003 eine Jury mit dem Küren der „Heilpflanze des Jahres“. Er möchte mit dieser Aktivität auf besondere Kostbarkeiten der Natur hinweisen, die durch eine sinnvolle Anwendung, auch als Gewürz, manches Leid lindern oder sogar heilen können. Für das Jahr 2009 war die Ringelblume (Calendula) die Heilpflanze des Jahres. Natur und Heilen berichtete darüber.

 

Links und weitere Informationen:

 

http://www.nhv-theophrastus.de/artikel/000007/l1244006152/index.html   

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=Gew%C3%BCrznelke&id=Gew%C3%BCrznelke&top=Wikipedia&suchbegriff=gew%C3%BCrznelke&quellen=%2BBX%2CWIKI%2C%2BSP%2C%2BMM%2CALME%2CSTAT%2C%2BMEDIA&qcrubrik=

file:///C:/Dokumente%20und%20Einstellungen/Hans/Eigene%20Dateien/A-Word-Docs-01-2,56%20GB/Heilpflanze%20des%20Jahres%202010%20-%20Gew%C3%BCrznelke.htm

http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Ernaehrung/Rezepte/Nelke-Gewuerznelke-Syzygium-ar-4026.html

 

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Der Rosmarin

Heilpflanze des Jahres 2011

  

 Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist der diesjährig sehr früh im Jahr gekürte Inhaber des Titels „Heilpflanze des Jahres 2011“. Ausgewählt, wie in jedem Jahr, wurde der Rosmarin durch eine Jury des Vereins „NHV Theophrastus“, welcher sich insbesondere für die Verbreitung traditionell naturheilkundlichen Wissens engagiert.

Die Jurymitglieder haben sich zur Wahl des Rosmarins vor allem deshalb überzeugen lassen, weil seine große Anwendungsbreite sowohl im medizinischen als auch im kosmetischen Bereich besticht. „Durch seine natürliche, aktivierende und tonisierende Wirkung ist Rosmarin für eine immer älter werdende Bevölkerung ebenso hilfreich wie auch für jüngere Patienten mit Erschöpfungs- und Ermüdungszeichen“, begründet ein Jurymitglied vor der Presse die Wahl. „Er wirkt außerdem durchblutungsfördernd und krampflösend, bringt den Kreislauf in Schwung und stärkt Herz und Verdauung. In der Küche ist der Rosmarin in der Lage, durch gezielten Einsatz als Gewürz seine wertvollen gesundheitsfördernden und herausragenden aromatischen Eigenschaften zu entfalten.“

Namenserklärung

Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis), dessen Name in fast allen Sprachen ähnlich lautet, ist eine von zwei Arten der Gattung Rosmarinus und ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name Rosmarin kommt vom lateinischen „ros marinus“ und bedeutet „Tau (ros) des Meeres (marinus)“, also „Meertau“. Als Begründung wird dazu oft angeführt, dass Rosmarinsträucher an den Küsten des Mittelmeeres wachsen und sich nachts der Tau der feuchten Meereswinde in bzw. an ihren Blüten sammle. Eine weitere Deutung der Herkunft des Namens geht auf den griechischen Begriff rhops myrinos - „balsamischer, wohlriechender Strauch“ - zurück. Dazu gehört auch ein möglicher namenskundlicher Zusammenhang der griechischen Wörter libanotis (Rosmarin) und libanos (Weihrauch). (1)

Möglicherweise bezieht sich die Interpretation jedoch nicht unbedingt nur auf das örtliche Vorkommen, sondern vermutlich auf seine meerblauen wunderhübschen Blüten. Im Volksmund wird er auch als Antonkraut, Weihrauchkraut oder Brautkraut bezeichnet.

Der Rosmarin stammt aus der Familie der Lippenblütengewächse. Im Mittelmeerraum kann der angenehm aromatisch duftende und immergrüne Halbstrauch ein bis zwei Meter hoch werden. Er hat nadelartige ledrige Blätter, die bis zu 2,5% ätherisches Öl enthalten, welches auch besondere Verwendung in der Heilkunde findet. Außerdem gehören Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und Harze zu den wertvollen Inhaltsstoffen.

Die zierlichen, blassblauen Blüten des Rosmarins erscheinen im Frühjahr, gelegentlich auch noch im Spätsommer. Er bevorzugt insbesondere warme, sonnige lichtdurchflutete Standorte sowie einen sandigen, durchlässigen Boden. Klima und Bodenbeschaffenheit scheinen auf die Qualität des ätherischen Öls einen großen Einfluss zu haben. Besonders hochwertig soll das Öl aus den sonnendurchfluteten südfranzösischen Gebieten sein. Das Fleisch von Schafen, die im Süden Frankreichs begierig das Rosmarinlaub fressen, gilt als allein deshalb schon besonders schmackhaft. Da Rosmarin frostempfindlich ist, empfiehlt es sich, die Pflanze in nördlicheren Ländern mit kalten Wintern im Herbst in einen Topf umzusetzen und sie in einem kühlen Raum im Haus bei etwa 5 - 10° Celsius zu überwintern.

Der mit der regelmäßigen Kür beauftragten Jury fällt es nicht leicht, jährlich nur eine Pflanze aus der unerschöpflichen Schatztruhe der Natur auszuwählen. Verdient es doch eigentlich jedes Heilkraut, in seiner Einzigartigkeit besonders gewürdigt zu werden! Duftpflanzen wie der Rosmarin stehen in der Beliebtheitsskala der Bevölkerung im Allgemeinen besonders weit oben, denn es verbindet sich hier die Heilwirkung mit der angenehmen Eigenschaft des angenehmen Geruchs. „Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne“, sagt ein altpersisches Sprichwort, denn auch Düfte (Parfüms) sind in der Lage, vor allem emotionale Erinnerungen zu wecken oder uns in bestimmte Stimmungen zu versetzen.

Für die Kür des Rosmarins war jedoch nicht hauptsächlich sein besonderer Duft ausschlaggebend, es war vor allem seine wirkungsvolle große medizinische Anwendungsbreite sowohl für ältere als auch für jüngere Menschen mit Erschöpfungs- und Ermüdungszeichen. Seine besonders krampflösende und durchblutungsfördernde Wirkung macht ihn vor allem in der Sportmedizin zu einem beliebten Naturheilmittel, der aber auch bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises Linderung verschafft.

Bereits wissenschaftlich anerkannt ist die innerliche Anwendung von Rosmarin bei Verdauungsbeschwerden. Äußerlich aufgetragen, wird Rosmarin zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Erkrankungen und bei Kreislaufbeschwerden empfohlen. Aber auch volks- und erfahrungsmedizinisch gesehen werden dem Rosmarin noch viele weitere heilende Eigenschaften zugeschrieben, und zwar wirkt er herzstärkend, appetitanregend, krampflösend, blutreinigend, antibakteriell und menstruationsfördernd.

 In der Aromatherapie wird die seelische Wirkung des Rosmarins als ausgleichend, bewusstseinsstärkend und konzentrationsfördernd beschrieben. „Allein das Inhalieren einiger Tropfen des Öls ruft ein Gefühl großer geistiger Klarheit hervor, das alle Denkprozesse anregt.“ erklärt Barbara Kunick-Wünsche, Heilpraktikerin aus Velbert. Wegen seiner vor allem anregenden Wirkung empfehlen manche Therapeuten, Rosmarin möglichst nicht abends anzuwenden. Schwangere sollten auf hochdosierte Rosmarin-Zubereitungen verzichten.

Inhaltsstoffe

Rosmarin enthält 2.5 % ätherische Öle (Terpene: Cineol, Borneol, Bornylacetat, Campher, Carnosol, Carnosolsäure, Terpineol), 8 % Gerbstoff (hauptsächlich Rosmarinsäure), Flavonoide, Glycolsäure, Bitterstoffe, Saponine, Harz. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze pro 100 g Frischegewicht beträgt 217,3 mg. (1)

Verbreitung

Die Pflanze wächst im westlichen und zentralen Mittelmeerraum wild, insbesondere in Küstenregionen von Portugal bis zum Ionischen Meer. Auch im östlichen Mittelmeergebiet und am Schwarzen Meer wird die Art seit der Antike kultiviert und tritt gelegentlich verwildert auf, manchmal sogar bestandsbildend, z.B. auf Santorin. Rosmarin bevorzugt sonnige, trockene, kalkreiche Standorte. Er ist typisch für den Buschbewuchs von Macchien und Garigues.

Der Rosmarin wird häufig als Zier- und Gewürzpflanze kultiviert. Wann der Rosmarin nach Mitteleuropa kam, ist nicht bekannt, er ist aber bereits in der Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii auf Erlass Karl des Großen verzeichnet. (1)

Symbolik und Geschichtliches des Rosmarins

Als Symbol repräsentierte Rosmarin die Liebe. In der antiken Kultur hat der Rosmarin als eine den Göttern, insbesondere der Aphrodite geweihte Pflanze eine große Rolle gespielt. Troubadoure überreichten der Dame ihrer Wahl Rosmarin, Ophelia band Hamlet einen Rosmarinkranz als Zeichen ihrer Treue und in Deutschland trugen Bräute lange Zeit einen Rosmarinkranz, bevor die Myrte in Mode kam. Rosmarin symbolisierte ebenfalls das Gedenken an die Toten. (1)

Auch unsere Vorfahren kannten bereits den Rosmarin und seine heilenden Wirkungen und nutzten ihn zu verschiedenen Zwecken. Schon in der Antike wurde er zu rituellen und symbolischen Zwecken genutzt: Statt des teuren und nicht immer zur Verfügung stehenden Weihrauchs verwendete man ihn für reinigende Räucherungen. Die alten Ägypter gaben ihren Toten Rosmarinzweige in die Hände, um ihren Seelen die Reise ins Jenseits zu erleichtern und in Griechenland weihte man den Rosmarin der Göttin Aphrodite. Er galt als Symbol der Ehe.

Benediktinermönche brachten im späten Mittelalter den Rosmarin über die Alpen nach Norden. Der bekannte Arzt Paracelsus (1493 - 1541) schätzte ihn als Bestandteil einiger bewährter Heilmittel, z.B. gegen rheumatische Beschwerden. Auch im Kräuterbuch des Naturforschers und Arztes Lonicerus (1528 - 1586) heißt es: „Wer am Leib geschwollen oder mit dem Gicht behafftet, der siede die Blätter in Wasser, thu sie in ein leinen Tüchlin und binds darauf.“ Sehr bekannt wurde im 16. Jahrhundert der „ungarische Königinnen-Geist“, ein Destillat aus Rosmarinblüten, durch welches die an Rheuma erkrankte und gelähmte Isabella von Ungarn gesund wurde. Der bekannte Pfarrer und „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp (1821 - 1897) betonte besonders die verdauungsfördernde Wirkung: „Rosmarin ist ein vorzügliches Magenmittel. … Blähungen werden ausgetrieben und jene Erscheinungen günstig beeinflusst, die mit einer schlechten Zirkulation im Verdauungsapparat zusammenhängen.“

Das Küchengewürz

Als vielseitig einsetzbares Gewürz wird der Rosmarin nicht nur in der mediterranen Küche genutzt. Alfons Schuhbeck, langjähriger Koch der Fußballmannschaft des FC Bayern München und bekannter Fernsehkoch empfiehlt: „Rosmarinblätter passen zu allen Arten von Fleisch und Geflügel, würzen Desserts mit Frischkäse, Aprikosen, Pfirsichen und Honig und harmonieren mit mediterranen Zutaten wie Tomaten, Olivenöl und Knoblauch.“

Experimentieren Sie bei der Zubereitung von Speisen mit verschiedenen Gewürzen, probieren Sie Kombinationen aus und erleben Sie an sich selbst ihre wertvollen gesundheitlichen Eigenschaften. Oder lassen Sie sich durch die Kür des Rosmarins zur „Heilpflanze des Jahres 2011“ motivieren, eine selbst gemachte Rosmarin-Einreibung herzustellen, die Ihnen im Urlaub helfen kann, den lästigen Muskelkater der ersten Wanderung schnell zu vertreiben.

Hinweis

Wie bereits in früheren Jahren geschehen, wird der NHV Theophrastus 2011 eine Broschüre über die aktuelle Heilpflanze des Jahres veröffentlichen. Veranstaltungen rund um den Rosmarin werden auf der Internetseite des Vereins (www.nhv-theophrastus.de) bekannt gemacht.

Die öffentliche Bekanntmachung der diesjährigen Kür erfolgte am 8. Juni anlässlich des vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. veranstalteten Heilpflanzen-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in der Lausitz.

 

(1) Hinweise lt. Wikipedia

Ausführliche weitere Informationen gibt es bei:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosmarin

 

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