Besucher

 
 

H  U  M  O  R  

E i n    M  i  t  m  e  n  s  c  h


H u m o r g e d i c h t e

 
 

à  la  Eugen Roth  - 

dem heutigen Leben abgeschaut

und angepasst...

 

 M O T T O


Der wertloseste Tag ist der,
an dem wir nicht gelacht haben.
                                    (Chamfort)

 …………………………

 Der 2. Oktober ist
> der Tag des Lächelns <. 
Es sollte eigentlich JEDER Tag
ein Tag des Lächelns
sein, dazu können und möchten
die folgenden
>  Ein Mitmensch-Gedichte
<
dienen

Hier eine kleine Auswahl von
insgesamt
ca. 700 Gedichten...

…………………………….


„Humor ist nicht erlernbar. Neben Geist und Witz
setzt er vor allem ein großes Maß an Herzensgüte
voraus, an Geduld, Nachsicht und Menschenliebe
und deswegen ist er auch so selten.“
Curt Goetz
, 1888 - 1960


G e s c h i c h t e n,  
d i e   d a s   L e b e n   s c h r i e b


beobachtet und für die
Nachwelt festgehalten


von


H  a  n  s      H  a  r  r  e  s  s

 

------------------------------------------------------------


 
Ein Mitmensch - Humorgedichte -

Gesamtumfang bisher etwa 700 Gedichte 



 Ein humorvoller Verlag
zum Veröffentlichen

wird gesucht...  

Hier eine kleine Auswahl ... 

--------------------------------------------------



Friedensinitiative  
.
Ein Mitmensch, General a.D.,
dem tat es in der Seele weh,
dass seine Söhne, diese Memmen,
nicht auch zu den Soldaten rennen.
Verweigerten den Wehrdienst glatt,
solch' Schand' er nie verkraftet hat,
für ihn ist nur ein ganzer Mann,
wer schießen und befehlen kann.
Er träumt noch immer von Manövern,
pflegt oft in Kriegsbüchern zu stöbern,
doch seit man ihm den Abschied gab,
das Leben wenig Sinn noch hat.
Als ihm die Söhne, diese beiden,
zum ersten Mal die Enkel zeigen,
da blüht er auf und kann das Leben
mit glücklicheren Augen sehen,
versteht nun besser, dass die Liebe
verhindern könnte viele Kriege.    
.
.
.
Testvergnügen   
.

Ein Mitmensch wollte sich versuchen 
als Testperson für süße Kuchen.
Der Testjob, der gefiel ihm sehr,
bequem die Arbeit und nicht schwer.
Er naschte hier, probierte dorten
von Streuselkuchen, Sahnetorten,
von Nussplätzchen mit Zuckerguss,
das alles schafft ihm Hochgenuss.
Man gab ihm auch noch Geld dafür

nach vorgeschrieb’ner Testgebühr.
Doch trotz der Freude und Genuss
macht unser Tester schließlich Schluss;
ihm passten keine Hosen mehr,
sein Leib inzwischen dick und schwer.
Dank dieser Kaloriennahrung
ging er dann heim mit der Erfahrung,
dass neben Freude, Hochgenuss,
Vergnügen schafft auch manch’ Verdruss. 

.
.
.

Doppeltes Glück  

.
Ein Mitmensch in den besten Jahren,
mit straffer Haut und vollen Haaren,
trainiertem Körper, Muskeln, Kraft,
hat schon im Leben viel geschafft.
Jedoch ein Wunsch blieb bisher offen,
dass er auf Nachwuchs durfte hoffen,
obwohl er hat ein liebes Weib,
noch unerfüllt sein Kindwunsch bleibt.
Es gab kein Arzt, den er nicht fragt,
im In- und Ausland sucht er Rat,
er raucht nicht mehr, trinkt keinen Wein,
er stellt auf Biokost sich ein.
Und auch sein Weib macht alles mit
und unter diesem Zustand litt.
Doch half kein Fluch, kein Geld, kein Jammer,
die Ehefrau, sie wurd’ nicht schwanger.
An Scheidung denkt er insgeheim,
der Kinderwunsch macht ihn gemein.
Als seine Frau das mitbekam,
da spielt ein Freund den Ehemann.

Und siehe da, der Plan gelingt,
nach ein’ger Zeit kriegt sie ein Kind.
Als kluge Frau schwieg eisern sie,
ihr stolzer Mann erfuhr es nie.
Das hat sie wirklich schlau gemacht,
zugleich zwei Männern Glück gebracht.
Im siebten Himmel schwebt der eine,
der andre still genießt das Seine.
Man muss sich nur zu helfen wissen,
dann wird man auch sein Glück nicht missen.

.
.

.

Kosteneinsparung 

.
Ein Mitmensch lernte Autofahren,
um hohe Busgebühr’n zu sparen.
Nach 20 Fahrstunden er lacht,
die Fahrprüfung war nun geschafft.
Als er die Rechnung hielt in Händen,
wollt’ sein Erstaunen gar nicht enden,
doch schluckte er die bittre Pille,
das Busgeld spar’n, war ja sein Wille.
Gleich schafft’ er sich ein Auto an,
damit er endlich fahren kann.
Nicht billig war der PKW,
dem Bankkonto tat’s wirklich weh,
doch der Gedanke an das Sparen,
ließ ihn dann gleich auch Auto fahren.
Die erste Ausfahrt, die war fesch
doch endet sie mit einem Crash.
Er zog Bilanz und es wurd' klar,
dass billiger das Busfahr'n war.
.
.
.

Fischgenuss  
 .
Ein Mitmensch schwärmt für frischen Fisch,
begab sich dieserhalb zu Tisch
ins Restaurant zur Mittagszeit,
war für den Festschmaus froh bereit.
Der Ober, ein erfahr’ner Mann,
zeigt, dass er Fisch zerlegen kann,
entfernt die Gräten rasch, gekonnt,
weil grätenfrei der Fisch bekommt.
Der Gast bedankt sich und langt zu,
genießt sein Mahl in voller Ruh,
trinkt ab und zu ein Schlückchen Wein,
den weißen, trocknen, den vom Rhein.
Doch plötzlich fängt er an zu schlingen
und heftig auch nach Luft zu ringen,
und während er sich tiefblau färbte,
da zeigt der Ober große Stärke,
lässt bringen ihn ins Krankenhaus,
bevor er haucht sein Leben aus.
Der Chefarzt schnitt geschickt und nähte,
befreit den Mann von einer Gräte,
die tief im Hals stecken blieb
und ihn in tiefste Ängste trieb.
Kein Ober, trotz Spezialbesteck,
entfernt die Gräten stets perfekt.

.
.
.

 Delikatessen


Ein Mitmensch liebte feine Wurst,
vom Rost, gebraten, auch den Durst,
er konnte leicht zwei, drei verzehren
und so die Glücksgefühle mehren,
dazu viel Senf, den extra scharf,
ein Glück, dass er das essen darf.
Das wiederholt sich Tag für Tag,
weil stets man neuen Hunger hat.
Ein Segen nur, dass diesem Mann
der Wurstinhalt blieb unbekannt,
es könnt’ sonst sein, dass sein Genuss
sich rasch verwandelt in Verdruss.

.
.
.

Berlinbesuch  
 .
Ein Mitmensch reiste nach Berlin
und freut’ sich, weil die Sonne schien,
er wollte möglichst viel dort seh’n,
als erstes in den Tierzoo geh’n.
Des Wegs unkundig, fragt er froh:
„Wie komm’ ich, bitte, in den Zoo?“
Die Antwort - mit Humor im Sinn:
„Als wat, meen Bester, willst’ denn hin?
Ik globe, Mann, die brauchen Affen ...
ja, janz jenau, so wirst’ es schaffen!“
Beleidigt, weil nicht ernst genommen,
will dieser Gast nie wiederkommen.

.
.
.
Sonnenbad  
 .
Ein Mitmensch liebt den Sonnenschein,
legt voller Wonne sich hinein
im Sommer an des Meeres Fluten,

wo er genoss die heißen Gluten.
Sein Pech, die lange Disko-Nacht
hat ihn um seinen Schlaf gebracht,
so schlief am Strande rasch er ein,
das fand nun seine Haut nicht fein,
die war bald feuerrot gebrannt
und glühte heißer als der Sand.
Dann kam der Frost, von Marke Schüttel,
danach ein Arzt mit einem Mittel.
Die Folge, eine Woche lang
litt er noch an dem Sonnenbrand
und nahm sich vor, im nächsten Jahr
zu meiden Strand und Adria.

 . 
 . 
 . 
 Geistgenie
.
Ein Mitmensch dacht’ jahrzehntelang
tief über den Zusammenhang
von Welt und Mensch und Schöpfung nach,
bis dann der Jubel aus ihm brach:
Jetzt weiß ich, was die ganze Welt
im Innersten zusammenhält!
Gedanken flossen ihm in Fülle,
die aufzuschreiben war sein Wille,
oh, welche göttlichen Ideen
hat er vom höh’ren Geistgescheh’n!
Er schrieb sie nieder voller Hast,
die geniale Geisteslast
und war erstaunt, was er so weiß
vom Genius und Weltengeist.
Nach vielen Stunden Geistesfluss
hat er’s geschafft - nun dringend muss,
und als er saß auf seinem Thron,
hört er im Geist die Ehrung schon
von seiner Universität …,
ihm mindestens - „h.c.“ - zusteht.
Die Freude schwellte seine Brust,
bis ihm nach Tagen wird bewusst,
dass er die Geniusidee
auch tippen muss in den PC.
Sogleich macht er sich an das Werk,
vor ihm aus Zetteln liegt ein Berg,
doch was da auf den Blättern stand,
blieb rätselhaft und unbekannt,
die Handschrift war unleserlich,
für ihn die Welt zusammenbricht.
Der Kauf selbst einer Brille dann,
der nützte nichts dem armen Mann,
sein Schriftwerk blieben Hieroglyphen,
sein Wortschatz, eine Flut von Flüchen.
Dahin war’n Ehre und Erfolg,
und welch’ Verlust für’s ganze Volk,
die Geistideen, sie war’n verloren,
nachdem sein Genius sie geboren.
Der Schule hat er nie geglaubt,
dass der sich mancher Chanc’ beraubt,
der nicht klar schreibt, der schmiert und kritzelt,
darüber hat er nur gewitzelt.
Die Ursach’ klein, der Ärger groß,
zu spät kam sein: „Ach, hätt’ ich bloß ... .
Nun hat der Mitmensch den Salat,
im Geistnirwana seine Tat.

.
.
.
Wiesengaudi
.
Ein Mitmensch war, wie schon so oft,
am Morgen wirr in seinem Kopf,
die ganze Nacht ging drauf mit Saufen,
sein blaues Auge zeugt vom Raufen.
Der Grund war diesmal nicht die Liesen,
oh nein, in München gab’s die Wiesen,
dort traf man sich zum Maßkrugstemmen,
nach fünf Maß war nichts mehr zu hemmen,
Die einen zogen sich, oh Graus,
bis auf die Unterhosen aus, 
die
and’ren tanzten auf den Tischen,
da hatten Putzfrau’n viel zu wischen.
Man trank in Dauer Brüderschaft,
was frohen Wirten Umsatz schafft.
Beim Höhepunkt, kurz vor dem Ende,
gebraucht ein jeder nur noch Hände,
wo niemand mehr kann diskutieren,
da lässt man Fäuste nun parlieren.
Die Ärzteschaft hat viel zu tun,
sie kann die ganze Nacht nicht ruh’n.
Geschwollne Nasen, blut’ge Lippen
und hier und da gebroch’ne Rippen.
Doch alle fanden’s wunderschön,
schon morgen soll’s so weitergeh’n.

.
.

.

Spezialtherapie 
.
Ein Mitmensch hustete nicht schlecht,
sein Keuchen, das klang wirklich echt,
bei jedem Anfall färbte sich
tief-lilablau sein Angesicht,
die Adern schwollen wie im Zorn,
und sein Gesicht verlor die Form.
Er hat die Lunge stark gereizt,
mit Tabakrauch tiefschwarz gebeizt,
nun wehrt sie sich so gut sie kann,
er wurde ein todkranker Mann
und sollte endlich sich entscheiden
auf dem gesunden Weg zu bleiben.
Dazu braucht er nur den Entschluss
und aufzugeben den Genuss
von Tabakrauch und Nikotin,
Gewalt hilft manchmal beim Entzieh’n.
Den Tod vor Augen wirkt die Kur,
der Mitmensch tat den heil’gen Schwur,
kein Tabak wird mehr angefasst,
bald macht das Leben wieder Spaß.

.
.
.
Gesundheitsöl
.
Ein Mitmensch hörte, Öl sei gut,
es reinige das dicke Blut,
wenn es zum Essen fein gegeben,
verlängere es sogar das Leben.
Gleich hat er Öl sich angeschafft,
das Herz des Biomenschen lacht,
sein Leben sollte frisch beginnen,
wollt’ Jugendkräfte neu gewinnen,
vorbei die öde Langeweile
und er entwickelt große Eile.
Doch war er Laie, kauft’ sodann
das falsche Öl, er war ein Mann,
und tat ins Essen einen Schuss
von bester Sorte Rizinus.
Das hatte Folgen, wie sich zeigt,
das Klo besetzt er lange Zeit.

.
.
.
Kunstgenuss
.
Ein Mitmensch war ein Freund von Künsten,
er zählte sich nicht zu den
Dümmsten,
besuchte gerne Kunstmuseen,
man konnt’ dort sitzen sehr bequem
in weichen Sesseln vor der Kunst,
Bequemlichkeit erhöht die Gunst.
Auch Stullen ließen sich hier essen,
man durft’ das Salz nur nicht vergessen
und außerdem, es konnt’ nicht schaden,
sich ausgiebig am Schlaf zu laben
gemäß dem Motto, das verspricht:
Wer selig schläft, der sündigt nicht.
Die Kunst verzeiht das dem Verehrer,
wer keine Kunst hat, hat es schwerer.

.
.
.
Kurerfolg 
  . 
 Ein Mitmensch machte eine Kur,
Gesundheit aufzutanken pur,
er joggte, schwamm und schwitzte viel,
ein neuer Körper war sein Ziel,
viel Inhalieren, Rohkostessen,
auch kneipp’sche Güsse und Kompressen,
dazu noch eine Brunnenkur
mit scheußlich’ Solewasser pur.
Von nichts ließ er sich hier abbringen,
das hohe Ziel auch zu erringen,
und das wär’ beinah’ ihm gelungen,
hat lange Zeit mit sich gerungen,
doch siegte schließlich, so ein Pech,
ein Kurschatten vom andren G’schlecht.

.
.
.
Humor
.
Ein Mitmensch, von Humor erfüllt,
erzählte einen Witz ganz wild
in einer stillen Herrenrunde
zu später, vorgeschritt’ner Stunde.
Weil niemand drüber lachen kann,
fängt er noch mal von vorne an.
Und wieder erntet er kein Lachen,
entschloss sich drum zum Weitermachen
und deklamierte Witz auf Witz
von ausgesuchtem Geistesblitz.
Er lachte selber sich halbtot,
kam oft in große Atemnot,
jedoch die Männer blieben stumm
und schauten an ihn reichlich dumm,
sie gaben von sich keinen Laut
sagten kein Wort, - sie waren taub.
Drum lachten sie kein einz’ges Mal, 
Humor kann sein ein Jammertal. 
.
.
.

Politik 

.
Ein Mitmensch übte viel Kritik
an der Regierungspolitik,
was die da machen, war nur Mist,
das seine Überzeugung ist.
Die schröpfen Arme, fördern Reiche,
nicht alle Menschen sind auch Gleiche,
man will die Leute gängeln, lenken,
und kürzt dazu noch ihre Renten.
Viel Steuern muss der Dumme zahlen,

Behördenmühlen langsam mahlen,
die saubre Umwelt ging verloren,
weil Wachstum wurde auserkoren.
Die Abgaben für Stadt und Land,
die wachsen stetig, wie bekannt,
doch wenn’s um mehr Diäten geht,
ein jeder seine Hand erhebt,
und ein Minister gab jüngst zu,
der Bürger sei nur eine Kuh
zum ständ’gen Melken, Jahr für Jahr,
wofür ist er denn sonst wohl da.
Der Wähler schwört, nun ist’s vorbei,
und wechselt sofort die Partei,
als die kam wirklich an die Macht,
sie ganz genauso weiter macht.

.
.
.
Farbenlehre
.

Ein Mitmensch von uraltem Adel
mit blauem Blut und ohne Tadel,
der eh’licht eine Bürgersfrau,
ihr Blut war rot, kein bisschen blau.
Bald kam ein Kind, es war ein Bub,
in ihm mischt sich ihr beider Blut,
aus Blau und Rot, da wurde keck,
laut Farbenlehre - Violett!
 . 
 . 
 . 

 Natur
.

Ein Mitmensch saß auf einer Bank,
lauscht andächtig dem Vogelsang
von Amsel, Lerche, Fink und Star,
nah einer Wiese, wunderbar.
Ein Paradies, Naturidylle, ...
bis dann ein Bauer kam mit Gülle,
die er auf diese Wiese sprüht
und den Naturgenuss sehr trübt.
Was einem frommt als Nützlichkeit,
den andern in die Flucht rasch treibt.
.
.
.
Idealfrau
.
Ein Mitmensch hatte eine Frau
von wirklich tadellosem Bau,
es stimmten alle Proportionen,
verführerisch war'n ihre Zonen.
Er hatte Freude Tag und Nacht,
weil freundlich sie ihn stets anlacht.
An ihrer Brust und weichem Busen,
da konnte voller Lust er schmusen,
und wollte er, war sie nicht weit,
und jederzeit auch gern bereit.
Er hatte wirklich Glück gehabt,
weil sie ihm Fehler stets vergab
und auch niemals begehrte auf,
sie war ein optimaler Kauf.
Er kaufte sie mit Traumesbusen
als Puppe bei Beate Uhsen.

.
.
.

Landleben
.
Ein Mitmensch zog hinaus auf's Land,
entfloh der Stadt und dem Gestank,
er suchte Ruhe und Natur,

genoss die reine Luft hier pur.
Es heilten rasch die Großstadtleiden,
rings um ihn lagen saft'ge Weiden,
es weckt ihn morgens in der Früh
das tiefe Muhen vieler Küh'.
Als eine Woche war vorbei,
da fuhr ein Bauer froh herbei,
sprüht munter auf die Grasidylle
Unmengen Liter Stinkegülle.
Jetzt war's vorbei mit Luft und Ruh,
der Städter schließt die Fenster zu
und fragt sich nach dem Sinn des Tausch's,
sehnt sich zurück nach Stadt und Haus.

 . 
 . 
.

Neue Mode
.
Ein Mitmensch wachte auf voll Schrecken,
die Uhr blieb stumm, statt ihn zu wecken,
so eilte er in großer Not
rasch aus dem Haus ohn' Frühstücksbrot
in sein Büro per Straßenbahn,
kam völlig atemlos dort an.
Als die Kollegen ihn erblickten,
da fragten sie ihn, voll Entzücken:
Seit wann sind wir auf den Bahamas?
Hier trägt man keine Schlafpyjamas!
.
.
.
Aktivierung
.

Ein Mitmensch fiel in große Liebe,
da aktiviert er seine Triebe.
Dann sagt er sich, jetzt oder nie
und aktiviert auch Fantasie.
Weil er gehörte zu den Stillen,
da aktiviert er seinen Willen.
Gedanken konnte er schwer lenken,
drum aktiviert er jetzt sein Denken.
Nach soviel' aktivier'ndem Tun
legt er sich hin, er musste ruh'n.
Derweil erlosch die Liebesflamme,
deaktiviert bei diesem Manne.
.
.
.

Träumereien
.

Ein Mitmensch blickte in die Sterne,
das tat er oft und tat es gerne
es ließ sich dabei herrlich träumen
von endenlosen fernen Räumen,
vom Mann im Mond, zum Greifen nah,
ob wohl Frau Luna bei ihm war?
Vom Schweben in Unendlichkeit,
die Erde unter ihm war weit.
Er muss dann eingeschlafen sein
im Park auf einer Bank aus Stein.
Als er dann träumte intensiv,
er lag auf seiner Bank ganz schief,
da hört man plötzlich einen Knall,
er stürzt herab mit hartem Fall
und wachte auf, verstört, bedrückt,
die Sternenwelt war weit entrückt.

.
.
.
Angeber
.
Ein Mitmensch wollte Bungee springen,
noch taten Angst mit Mut stark ringen,
von unten sah's so einfach aus,
doch als er oben stand - welch' Graus!
Sein Magen drehte sich im Kreis
und das Gesicht war kreideweiß.
Doch war's zu spät, man schubst ihn runter,
beim Fallen wurd' er richtig munter,
schrie angstvoll auf, die Hosen voll ... ,
gab später an: Der Sprung war toll!
.
.
.

Gewohnheitsmensch
.
Ein Mitmensch suchte inn'ren Frieden,
wollt' über alle Hektik siegen
und ohne Unruh' leben künftig:
Als erste Übung: Er wurd' pünktlich.
Alsdann besorgt er sich Musik,
die leis' mit Wohlklang ihn umgibt.
Dann schaffte er das Fernseh'n ab,
bald herrschte Ruhe wie im Grab.
Nun fing er an zu meditieren,
ein keusches Leben auch zu führen,
hat ferner Katz' und Hund verschenkt,
er nur an Ruh' und Frieden denkt.
Nicht lange währt's, da merkte er,
solch' Leben führen war sehr schwer.
Gewohnheiten, die saßen tief
und immer wieder ging was schief.
Zuerst macht er das Radio an,
das bestens unterhalten kann,
und ließ sich stundenlang berauschen,
das Denken braucht' er nicht zum Lauschen.
Rasch kehrt der alte Trott zurück,
der nun empfunden wird als Glück.
.
.
.

 Urlaubsgepäck
.

Ein Mitmensch wollte Urlaub machen
und packte ein wohl 1000 Sachen,
er möchte den Komfort nicht missen,
nahm mit sogar sein Schmusekissen.
Zwei Koffer schwer und Handgepäck
er schweißtreibend nun mit sich
schleppt.
Er braucht zwei Tag', um auszupacken
und zu sortieren all die Sachen.
Am Strand gab's Wasser und viel Sonne,
das Nichtstun pflegt er nun voll Wonne,
aus seinen Koffern brauchte er
die Badehose, sonst kaum mehr.
Hat all das Zeug umsonst geschleppt
und kam sich vor als wie ein Depp.
Im nächsten Jahr, schwor er voll Wut,
nähm' er nur mit den Sonnenhut.
.
.
.
Ehepflichten
.
Ein Mitmensch hatte seiner Braut
die Unschuld nachts im Sturm
geraubt
und fiel alsbald in tiefen Schlaf,
was jeder Mann danach auch darf.
Doch seine Frau blieb hellwach liegen,
sie fand Geschmack an dem Vergnügen,
weckt ihren Mann auf und spricht heiter:
Mach, lieber Gatte, bitte weiter!
Schon bald wurd' es dem Held gewiss,
dass anstrengend die Ehe ist.
.
.
.

Naturmedizin 
.

Ein Mitmensch saß im Düsenclipper,
das wurde für ihn äußerst bitter,
er hat mit Höhenangst zu kämpfen,
mit Pillen war sie nicht zu dämpfen.
Es half kein Schnaps und auch kein Bier,
er zittert wie ein Schlachthaustier,
sank schließlich voller Angst und Frust
der Stewardess an ihre Brust.
Da kehrt zurück sein warmes Blut,
ein Arm voll Brusttee tut oft gut!
.
.
.

Glaube
.
Ein Mitmensch glaubte seiner Kirche,
dass er fast nichts, sie alles dürfe,
sie schrieb ihm vor, wann wie zu beten
und auch den Umgang mit Frau Greten.
Sie drängte tief sich in sein Leben,
bat insbesondre viel zu geben.
Als er dann älter, weiser ward,
bezweifelt er solch' Kirchenart.
Und als er hörte, dass sein Priester
hab' ein'ge Kinder von Frau Riester,
dass also er den Keuschheitseid
nicht so genau nahm, war's soweit:
Er kehrt' der Kirche schroff den Rücken
und lebt viel freier voll Entzücken.
.
.
.
Verständnis
.
Ein Mitmensch kam nicht in den Schlaf
und zählt verzweifelt Schaf um Schaf.
Als er die viertausend erreichte,
da zeigt der Himmel erste Bleiche,
die Turmuhr schlug die Fünf laut an
und immer noch kein Schlaf ihm kam.
Unausgeschlafen und nicht froh
ging mürrisch er in sein Büro.
Kaum setzte der Betrieb dort ein,
schlief übermüdet er fest ein,
nicht zum Erstaunen der Kollegen,
man weiß, Büroschlaf ist ein Segen.

.
.
.
Seereise
.

Ein Mitmensch hatte großen Durst
nach dem Verzehr von reichlich Wurst,
die ziemlich stark gesalzen war,
drum eilte er zu seiner Bar.
Er tankte tüchtig und sehr viel,
den Durst zu löschen war sein Ziel.
Die Kneipe lag direkt am Hafen,
wo Seeleute sich gerne trafen,
er trank bald Brüderschaft vor Ort,
man nahm ihn trunken mit an Bord.
Auf hoher See wurd' er erst wach,
das Schiff hat ihn weit 'rum gebracht.
Zwei Jahre drauf kehrt er erst heim,
das fand sein Weib doch sehr gemein.
.
.
.

Teures Brot
.

Ein Mitmensch kam in große Not,
im ganzen Haus fand sich kein Brot,
zur Nachbarin ging er sodann,
ob sie mit Brot ihm helfen kann.
Weil höflich, bat sie ihn herein,
man unterhielt sich allgemein,
fand sich sympathisch, sogar sehr,
und das Int'resse wuchs noch mehr,
bis dann ein Kuss von Lippen rot
sie ihm statt Brot voll Liebe bot.
Vier Wochen drauf, wer hätt's gedacht,
ward sie zu seiner Frau gemacht.
Nach zehn Jahr'n Eh klagt er ohn' Feuer,
der Brotwunsch damals kam ihn teuer.
  . 
  . 
 .

Tierkunde
.

Ein Mitmensch hatte großen Durst
nach dem Genuss von fetter Wurst.
Jedoch er keinen Gasthof fand,
bei einer Wand'rung übers Land.
Zu seinem Glück stand auf der Weide
dort eine Kuh im braunen Kleide,
die sollte frische Milch ihm geben
und retten so sein kostbar' Leben.
Obwohl er gar nicht melken kann,
ließ ihn das brave Tier heran.
Doch bei dem Griff in Richtung Euter
das Rindvieh ganz energisch meutert,
wehrt sich mit heftigster Manier,
weil keine Kuh, es war ein Stier.
Der senkt die Hörner, tief verletzt
dem Mitmensch' einen Stoß versetzt,
und als er nochmals setzte an,
da flehte laut der arme Mann:
Halt ein, du Bulle, zähm' die Wut,
in Bio war noch nie ich gut!

.
.
.

Solo-Leben
.
Ein Mitmensch lebte ganz allein,
er wollte unabhängig sein,
schätzt Freiheit als sein höchstes Gut,
die er verteidigt voller Glut.
Ein Streich spielt ihm indes Natur,
erzeugt in ihm Gefühle pur,
er fühlt in sich ein tief' Verlangen,
ein hübsches Weib sich einzufangen,
was ihm dann auch recht bald gelang,
doch nun spürt er hart Frauenzwang.
So kriegte dieser Freiheitskämpfer,
was ganz normal ist, (s)einen Dämpfer.

.
.
.

Fahrschule
.
Ein Mitmensch feierte ein Fest,
weil er bestand den Fahrschultest,
zwar braucht' er 30 Stunden glatt,
doch nun den Führerschein er hat.
Was folgte, war ein Autokauf,
das ist nun einmal so der Brauch.
Er saß voll Zuversicht am Steuer,
doch diese Erstfahrt wurde teuer,
er traute sich gleich zuviel zu;
nun fährt man ihn zur letzten Ruh'.




Blauer Montag

 Ein Mitmensch machte montags blau,
er arbeitet auf einem Bau
und hatte heute keine Lust,
solch’ Schwerstarbeit erzeugt viel Frust.
Das freute seine Frau Helenen,
ihr Mann mit Zeit kam sehr gelegen,
sie deckte ihn mit Arbeit ein,
zu tun gab’s viel in ihrem Heim.

Den Teppich klopfen, Wände streichen,
auch waren Türen abzuschleifen,
sie mussten neu gestrichen werden,
schon hört man laut von ihm Beschwerden.
Auch abends gab’s noch viel zu tun,
er hat den Wunsch nur noch zu ruhn,
streckt alle Viere weit von sich,
schweißüberströmt ist sein Gesicht.
Da konnte seine Frau nur lachen,
das ist, hör’ Schatz, mein täglich Schaffen!
Da zog es ihn zu seinem Bau,
in Zukunft macht er nie mehr blau.

.
.

.

Bayernmusik
.

Ein Mitmensch liebte Blasmusik,
ganz laute, die’s in Bayern gibt
in
Festzelten bei Maß um Maß,
je lauter’s tönt, je mehr der Spaß.
Und weil das Bier die Stimme ölt,
schon bald der Mitmensch laut mitgrölt;
je mehr vom Bier durch Kehlen rinnt,
je stärker auch das Volk mitsingt.
Doch zuviel Bier bekommt nicht gut,
in manchem Bursch’ erzeugt es Wut,
ein Funke reicht, schon springt man auf,
haut derb mit Fäusten einfach drauf

auf den, der gegenübersteht
und nicht gleich aus dem Wege geht.
Bevor der Wirt die Polizei
herbeigeholt, ging viel entzwei,
als ob man Polterabend hätte,
bedeckt mit Scherben war die Stätte.
Die Musiker flieh’n aus dem Zelt,
das nun gleicht einem Kriegsschlachtfeld.
Noch lange wird vom Fest geschwärmt,
schon weil das Bier so recht erwärmt;
in Bayern sind halt Sitten deftig
und viele Burschen wirklich kräftig.

.
.
.

Schwiegermütter
.

Ein Mitmensch, der bekam Besuch,
der ihm entlockte einen Fluch,
die Schwiegermutter war’s, Grimholde,
die auf vier Wochen bleiben wollte
beim jungvermählten Ehepaar,
sie fand das toll und wunderbar
und hoffte, dass dies’ Eheglück
versetz’ sie in die Zeit zurück,
als sie noch kannte keinen Streit
am Anfang ihrer Ehezeit.
Das junge Paar, das sah bald rot,
weil Mutter ständig Rat anbot,
zwar gut gemeint, doch ungefragt,
sie wurde mehr und mehr zur Plag.
Schon bald tönt lauter Fluch durchs 
 Haus,
das junge Glück führt Kämpfe aus,
beschimpft’ sich laut und ungedämpft,
verbal und tätlich sich bekämpft.
Die Nerven lagen bloß und offen,
auf Besserung war nicht zu hoffen.
Das kommt mir, sprach die Mutter knapp,
bekannt vor und sie reiste ab.
Es blieb zurück ein Trümmerhaufen,
der Ehemann fing an zu saufen
und schrie im Freundeskreis heraus:
Lasst Schwiegermütter nie ins Haus!

 . 
.
.

Kulturbanause 
  . 
 Ein Mitmensch, ein Kulturbanause,
blieb in der Regel gern zu Hause,
er hatte Radio, Video, alles,
sah stundenlang im Fernseh’n Dallas.
Doch dann ging er zum ersten Mal
in ein Konzert im Festspielsaal,
wollt’ einmal prüfen, was so’n Haydn
hat damals komponiert für Geigen.
Legt hundert Euro an die Kasse
und rief laut: Einmal Luxusklasse!
Nahm Platz und mampft Kartoffelchips
mit off’nem Hemd und ohne Schlips.
Inzwischen, wie es üblich war,
stimmt das Orchester ein mit - a -,
das dauerte geraume Zeit,
bis man zum Spielen war bereit.
Der Mitmensch hielt’s für’s erste Stück
und rief empört: „Das war verrückt!“
Hielt sein Programmheft hoch sodann:
„Es steht auch gar nicht im Programm!“
Der Dirigent dreht kurz sich um,
weist auf den Ausgang, streng und stumm.
Der Erstbesucher geht empört:
„Das war das letzte Mal!“ er schwört.

.
.

.

Gaunereien
 . 


 Ein Mitmensch, der ein Gauner war,
fand das Betrügen wunderbar,
er machte einen Sport daraus,
nahm Leut’ nach Strich und Faden aus
und kannte viele Varianten,
hereinzulegen alte Tanten,
doch selbst die Jungen fielen rein,
denn seine Tricks war’n hundsgemein.
Sein Bankkonto war prall gefüllt,
was ihn mit großem Stolz erfüllt.
Dann schließlich plant er mit Bravour
sein Meisterstück der Gaunertour.
Traf eine Gräfin, die war reich,
bei dieser Witwe hat er’s leicht,
er ging sogar die Ehe ein,
für ihn Berechnung nur und Schein,
er wollt’ nur ihren Schmuck und Geld,
drum spielte er verliebt den Held.
Was er nicht wusste, auch beim Adel,
da lebt nicht jeder ohne Tadel, 
Frau Gräfin fand sein Geld sehr schön,
darauf hat sie es abgeseh’n
und leert sein Konto auf der Bank,
wonach sie ziemlich rasch verschwand.
Gar manche Menschen lang sich schinden,
bis sie dann ihren Meister finden. 
 . 
 . 
 .
 

 Fußballspaß 
  . 

Ein Mitmensch ging zum Fußballspiel,
von seiner Mannschaft hielt er viel,
das waren sehr solide Leute
und nicht so eine wilde Meute,
sie kickten noch aus Spaß am Spiel, 
was ihren Anhängern gefiel,
und schoss dann jemand mal daneben,
so hörte man: So ist das Leben!
Mit dieser Haltung stieg man auf
und änderte nicht Spiel noch Brauch.
Die Freude in der Mannschaft blieb,
und wieder gab es Sieg auf Sieg.
S
o stieg man noch ein Haus empor,
und nun kam doch auch Stolz hervor, 
und weil jetzt floss auch sehr viel Geld,
war’s um die Freundschaft schlecht bestellt.
sie wollten und sie mussten siegen, 
nur durch Erfolg konnt’ Geld man kriegen,
weil keiner gönnt’ dem andern was,
zerfiel die Freundschaft und der Spaß.
der Sieg blieb aus, sie stiegen ab, 
nun ging in Asche man und Sack.
Nun fingen sie von vorne an
und spielten wieder wie ein Mann
mit Spaß und Freude, Heiterkeit,
ein Sieg wurd’ Selbstverständlichkeit.
Wenn Sport nur dem Profit noch dient,
wird Freude nicht, nur Gier bedient. 
.
.
.

Handlesekunst
.

Ein Mitmensch wollte mehr erfahren,
was auf ihn zukommt in den Jahren
und ging zu einer Frau aufs Land,
die las den Menschen aus der Hand,
man hatte ihm empfohl’n dies Weib,

sie nahm sich dafür sehr viel Zeit.
Was sie herausfand, still, gelassen,
darauf konnt’ man sich fest verlassen,
das traf mit Sicherheit auch ein,
mit solcher Wahrheit kehrt man heim.

So nahm er Platz und war gespannt,
was da in seiner Hand wohl stand.
Der Raum erleuchtet schwach durch Kerzen,
er fühlt ein Beben tief im Herzen.
Die Frau, die seine Hand ergriffen,
braucht’ lange Zeit, eh’ sie begriffen,
was sie aus seiner Hand da las,
das war nun absolut kein Spaß.
Sie wagt den Blick kaum zu erheben
und fing dann zitternd an zu reden:
Ich - sehe - Ihren - raschen - Tod, 
man sticht Sie ab und Blut strömt - rot,
und danach werden Sie verzehrt
und Ihre Haut, die wird gegerbt ... .
Voll Schreck und Angst steht auf der Mann,
schaut ungläubig die Hand sich an,
dann lacht er laut und spricht gemessen:
Mein Gott, ich hab’ ja ganz vergessen
den Lederhandschuh’ auszuzieh’n,
ich hoffe, mir wird hier verzieh’n!
So trügt manch’ Schein, obwohl doch wahr,
ein zweiter Blick stellt manches klar.
 . 
 . 
.

Albtraum
.

Ein Mitmensch wacht auf spät am Morgen,
weiß gleich voll Schreck, heut’ gibt es Sorgen,
denn er verschlief zum ersten Mal,
verpasst die Sitzung, höchst fatal!
Er springt in Hemd und Hose schnell,
schon läuft er rasch zur Haltestell’,
kein Frühstück heut’ und kein’  Kaffee,
der Magen schmerzt, der Kopf tut weh, 

zum ersten Mal auch unrasiert, 

das ist noch niemals ihm passiert.
Als er im Bus saß und dran dachte,
wie im Büro man ihn auslachte,
schaut er auf seine Armbanduhr,
erneut es durch die Glieder fuhr,
nun wurd’ des Weckers Schweigen klar,
weil heute frei und Samstag war.
.
.
.
     Hundeleben    
 .

Ein Mitmensch hatte einen Hund,
der war gescheckt, hieß Kunterbunt,
ein sehr verwöhntes Hundetier,
auf seine Art war’s eine Zier.
Sein Vater war vermutlich Pudel,
die Mutter eine dicke Nudel
von unbestimmter Hunderasse
und dennoch war die Mischung Klasse.
Früh morgens weckt den Herrn er auf
zu einer Stunde Dauerlauf,
wobei der Hund stets Sieger blieb,
was großzügig sein Herr vergibt.
Dann war das gute Fressen dran,
wie rasch ein Hund verschlingen kann,
danach, da fordert’s Tier gezielt,
jetzt wird mit mir erst mal gespielt,
dabei ging manches Kissen drauf,
womit der Hund am liebsten rauft.
Hat dann das Tier genug vom Toben,
legt sich’s zum Ausruh’n auf den Boden,
hat seinen Herrn total im Griff,
ein Hund mit ganz besond’rem Pfiff.
Was er auch wollte, tat sein Herr,
was will die Hundeseele mehr.
Ein Hund ist hier auf dieser Welt
oft besser als manch’ Mensch gestellt.  
 . 
 . 
 . 

     Wasserbett    
 .

Ein Mitmensch kauft ein Wasserbett,
weil er es sanft und weich gern hätt’,
schläft darauf wirklich angenehm,
sein neues Bett war sehr bequem.
Dann lernt er kennen eine Frau
mit wunderschönem Körperbau,
sehr jung und wild und fesch, adrett,
die brachte noch mehr Freud’ ins Bett.
Bis eines Morgens früh um acht,
er schlief noch fest, sie war längst wach,
stürmt sie erhitzt nach einem Bad
zu ihm ins Bett, weil Lust sie hat.
Doch Lockenwickler, spitz aus Stahl,
die zierten noch den Kopf, fatal!
sie hatte sie nicht abgemacht,
vor lauter Freud’ nicht dran gedacht.
Beim Lustgemenge bohrten keck
die spitzen Dinger sich in’s Bett,
das Wasser drin fühlt sich befreit,
floss aus dem Bette lange Zeit.
Die Nachbarn drunten wurden nass,
sie hatten nichts vom Wonnespaß.
So manch’ Idee, die zu rasch kommt,
nicht immer allen Menschen frommt.