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Z e u g n i s s p r ü c h e

 

an Waldorfschulen


-   T E I L   2   -  

 

 Weitere Sprüche ab Klasse  5  

siehe Zeugnissprüche  Abteilung  3 

 

 (das Register links anklicken) 

 *  *  *  *  *  

  (Ich habe als Klassen- und Fachlehrer die Klassen 1 bis 11 
unterrichtet an verschiedenen Waldorfschulen 
im In- und Ausland.) 

Hans Harress 


*  *  *  *  *  *  *  * 

Die Zeugnissprüche können gerne bei Gefallen 
verwendet werden, nach Wahl auch für 
andere als die vorgeschlagenen Klassenstufen, 
bei Nennung des Autors im Zeugnis,

wie üblich. 
Sie können gerne Kollegen/Innen auf diese Sprüche
aufmerksam machen.
 

 

Diese Seiten (dieser Blog) werden (wird) möglicherweise 
in einiger Zeit geschlossen und gelöscht. Es empfiehlt sich daher, 
die Sprüche bei Gefallen und für eine weitere zukünftige Verwendung 
auf den eigenen Computer zu kopieren. 

 

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 Es folgen Sprüche für 

die Klassenstufen 5 bis 8 

*  *  *  *  *  *  *  *   


 
Du kannst nicht in die Glut fassen, 

ohne dich zu verbrennen. 

Tust du es trotzdem, 

nennt man deine Blasen  -  Erfahrungen. 



* * * 

Als Menschen leben wir auf Erden, 

begegnen uns an manchem Ort,

wir sind verknüpft durch Schicksalsfäden,

verbinden uns durch Tat und Wort.

 

Gemeinsam meistern wir das Leben, -

geh'n wir doch aufeinander zu!

Was du willst, will auch ich erstreben:

Du und ich - und ich und Du.

 

* * *

So steil hier der Felsen

und senkrecht die Wand!

Kann ich es wohl wagen? 

Mir zittert die Hand.

 

Besinn' dich nicht lange, 

hinauf steig' mit Mut, 

was tapfer begonnen 

kann werden nur gut! 

 

Wenn du dann den Felsen, 

den Gipfel erklommen, 

so hast du dir 

doppelt' Belohnung gewonnen:  

 

Zum ersten - den Sieg 

über Zagen und Angst, 

zum zweiten, - dass du 

freien Blick dir gewannst.

* * *

"Übung macht den Meister!", 

so das Sprichwort sagt, 

 das ist alte Weisheit 

und ein guter Rat. 

 

Erst nach vielem Üben 

kann das Kleinkind steh’n, 

übt es tüchtig weiter, 

wird es  bald auch geh’n. 

 

Vieles ist erreichbar, 

für den, der es will. - 

"Übung macht den Meister!" 

rät das Sprichwort still. 

 

* * *

Aus dem eingepflanzten kleinen Samenkorn 

wachsen und reifen neue Früchte 

aus Gottes großer Weisheit. 

Aus diesen entstehen wieder Körner, 

Jahr um Jahr, 

bis an der Zeiten Ende; 

sie sind unsterblich. 

 

Ebenso unsterblich ist des 

Menschen Seele; 

sie gebiert sich wieder und wieder, 

wird reifer und reifer, 

bis zur Vollendung. 

 

* * * 

Unendlich groß ist die Zahl 

der Sandkörner in der Wüste, 

unendlich groß ist die Zahl 

der Tropfen im Meer, 

unendlich groß ist die Zahl 

der Sterne am Himmel, 

unendlich groß ist auch 

die Liebe und Güte Gottes, 

der alles erschuf, - 

für uns Menschen. 

 

* * *

Die bescheidene einfache Pflanze 

vermag das Licht der Sonne aufzunehmen, 

umzuwandeln und festzuhalten; - 

sie verwandelt es in irdische Substanz 

von der wir uns ernähren. 

Das mögen die Menschen 

voll Dankbarkeit und Achtung 

stets bedenken. 

 

* * *

Sicher fühlen sich die Vögel 

flügelschwingend in der Luft, 

ohn' Bedenken klettern Gämsen 

hoch auf Felsen, durch die Kluft. 

In den Meeren schwimmen Fische, 

Wasser ist ihr Element; 

sicher lebt in seinem Reiche 

jedes Tier, wie's Gott bestimmt. 

 

Auch der Mensch kann Gott vertrauen, 

frei zu leben in der Welt, 

darf hier lernen und gestalten, 

helfen auch, wie's ihm gefällt. 

 

* * *

Pausenlos rollen die Wellen ans Ufer, 

werden getrieben vom Wind übers Meer, 

willenlos wandern sie hier- oder dorthin, 

wie es der Wind will, mal kreuz

und 
mal quer. 

 

Soll es dem Menschen nicht 

auch so ergehen, 

dass er getrieben, wohin er nicht mag, 

kann er es lernen, sich selber zu führen 

durch seinen Willen, durch 

Wachheit und Tat. 


* * *

Will der Biber sich geschickt  

seine große Burg erbau'n,

und mit einem breiten Damm

 einen Bach zum See aufstau'n,

muss zuerst er mit den Zähnen

nagend fällen Baum um Baum.

So schafft er durch großen Fleiß sich

seinen eignen Lebensraum.

Sind dann Damm und Burg vollendet,

kann der Biber sicher sein,

dass in seine mächt'ge Festung

niemals dringen Feinde ein.


* * *

Schau dir die schönen Blumen an,

die jede uns erfreuen kann

mit ihrer bunten Blüte.

Gott ließ sie wachsen, uns zum Segen,

sie wollen uns viel Freude geben;

wir danken ihm für seine Güte.


* * *

Auf hohem Fels, fern von der Welt,

da baut der Adler stolz sein Nest,

frei unterm blauen Himmelszelt,

er baut es stark und fügt es fest.

So kann's den stärksten Sturm besteh’n

auf ungeschützten Felsenhöhn.

Hier schlüpfen ihm zwei Junge aus,

sie wachsen rasch, sie zieht's hinaus,

endlich auf eignen Schwingen fliegen,

die Erdenschwere kühn besiegen.

Sie üben kräftig, üben viel,

denn mächtig lockt das große Ziel.

Dann öffnen sie die starken Schwingen

 zum ersten Flug. -

Er wird gelingen!


* * *

Im Schoße der Erde, da leben die Pilze,

 sie lieben das Dunkel, die Finsternis sehr.

Nur einmal im Jahre, da stecken

im Herbste

sie leise und still ihre Köpfe ans Licht.

So sieht man von ihnen das

ganze Jahr wenig;

sie leben bescheiden, wie Gott es gewollt.

 

Doch anders der Mensch!

 

Er soll immer aufrecht sein Haupt

frei erheben,

mit offenen Augen in Gottes Welt schauen,

die Wunder der Schöpfung erforschen, erkennen,

und immer bereit sein,

den Menschen zu helfen.


* * *

Grobes Geröll liegt am Fuße des Berges,

wandert im Flusse gemächlich zu Tal,

feiner und feiner wird es auf dem Wege,

landet als Sandkorn im Meere einmal.

 

So wie der Fluss mit Geduld

ganz allmählich

mahlt stärkste Felsbrocken fein

bis zum Sand,

kann auch der Mensch schwere

Aufgaben meistern,

geht er sie an - mit geduldiger Hand!


* * *

Hoch über das Firmament

steigt empor die Sonne.

Ihr lebenspendendes Licht

erleuchtet den Raum

und erhellt die Welt

bis in die fernste Ferne,

bis in die tiefste Tiefe,

bis in die höchste Höhe.

 

Nur in die Seele des Menschen

kann ihr reines, klares Licht

nicht leuchten,

es sei denn,

er öffnet ihr sein Herz

in Liebe.


* * *

Wenn der Meister das Dach deckt,

so braucht er dazu unzählige Ziegel.

Jeder einzelne ist so wichtig

wie der andere

und trägt dazu bei, das Werk

zu vollenden.

Nicht ein einziger darf fehlen,

damit der Sturm für sein

zerstörerisches Werk

keinen Angriffspunkt findet.


* * *

So wie aus des Berges Tiefen

der Edelstein zuerst in mühevoller

Arbeit herausgehauen

und vom unedlen Gestein

befreit werden muss,

soll er im Lichte funkeln und erglänzen,

so muss der Mensch sein Edelstes,

sein Denken, seine

denkerische Schöpferkraft,

aus den Tiefen seines Wesens befreien,

damit es licht, rein und hell erstrahle.


* * *

Aus einem winzig kleinen Ei,

das unter einem Blatte klebt,

 schlüpft eine Raupe, zierlich, klein,

die hungrig fressend sich bewegt.

Als sie genug gewachsen war,

spinnt sie sehr sorgfältig sich ein

und wandelt nochmals die Gestalt,

schläft im Kokon als Puppe ein.

 

Und als die Zeit gekommen war,

war Unerwartetes gescheh’n,

es kroch aus dem Kokon heraus

ein bunter Falter - wunderschön.

 

Wer hätte wohl an ihn gedacht,

als Puppe, Raupe, Ei er sah,

an diesen hübschen Schmetterling? -

Ein großes Wunder hier geschah!

 

Der Wunder viel lässt Gott gescheh'n,

wir können überall sie sehn.

 

* * *

Wunderbar wandern die Wellen

und Wogen

über das weite, unendliche Meer,

willenlos werden vom Wind sie getrieben,

wie er es will in die Kreuz und die Quer.

 

Wohl jenem Mensch', der sein

Ziel kennt und weiß!,

er lässt sich nicht von dem

Wege abbringen,

schafft er mit Freude, Geduld

und mit Fleiß,

wird ihm im Leben gar vieles gelingen.

 

* * *

Elegant, zerbrechlich, zart

schwimmt die Qualle in dem Meere,

und sie treibt nach ihrer Art

mit dem Wasser, ohne Schwere.

 

Doch nicht wehrlos ist dies Tier,

das so zart und ohne Zähne,

Nesseln brennen, glaube mir,

jeden, der zu nah ihr käme!


* * *

Niemand vermochte

den Gordischen Knoten zu entwirren

und das Reich der Perser zu erobern,

wie es das Orakel verhieß.

 

Alexander zerhieb ihn kurz entschlossen

mit dem Schwerte in Stücke.

Ebenso entschlossen und mutig

eroberte er dann ein Riesenreich.



* * *

 

Grünes Gras wächst unbeachtet

auf der Wiese, an dem Feld,

unscheinbar und kaum beachtet,

es gilt wenig auf der Welt.

 

Dieser Pflanze auf der Weide

dankt der Mensch sein täglich Brot,

denn aus Gras entstand Getreide,

ohne Korn gäb's Hungersnot.

 

Gott wirkt still in seinem Werke,

er weiß um Vergänglichkeit,

wahre Größe, wahre Werte

blüh'n in der Verborgenheit.


* * *

So wie zur hell leuchtenden Flamme

die Glut den brausenden Wind braucht,

so braucht des Menschen Geist,

soll er strahlen und leuchten,

wache Gedanken, schöpferische Ideen

und kraftvolle Taten.

* * *

Der Inder, in uralten Zeiten,

versenkte still zur Andacht sich,

er schaute in sich Himmelsweiten,

erfuhr so, was Gott zu ihm spricht.

 

Wie können heute wir erfahren,

in unsrer ruhelosen Welt,

was Gott den Menschen möchte sagen,

was er sich wünscht? Was ihm gefällt?

 

Er schenkte uns in seiner Güte

sein göttlich klares Himmelslicht;

bringst du es in dir zum Erstrahlen,

 erfährst du, was Gott zu dir spricht.



* * *

Wie findet nur der Kapitän

auf hoher See das ferne Ziel,

da ihn umgibt, soweit er sieht,

unendlich Meer und Wellenspiel?

 

Er kennt genau die Himmelsordnung,

vertraut auf Gottes Weltenplan,

er weiß den Stand der fernen Sterne,

der Sonne und des Mondes Bahn.

 

So findet er durch Gottvertrau'n

und durch Berechnung seine Bahn,

und alle Häfen dieser Welt -

jenseits des großen Ozeans.

 

* * * 

Ein einziger Sonnenstrahl -

wie schwach er ist!

Doch sammelst du viele

durch des Brennglases Rund,

dann wirst du sehen,

was sie vermögen:

Vereint und gesammelt

entzünden sie die lichte Flamme.

 

Ein flüchtiger Gedanke -‚

er bewirkt nichts.

Sammle dich und konzentriere

all deine guten Gedanken

und wende sie einer Frage zu:

Nun vermagst du sie zu lösen,

nun findest du die Antwort.

 

 * * *

Geheimnisvoll und rätselhaft

können Gottes Absichten sein.

Doch was auch immer kommen mag,

sie sind zum Wohle des Menschen ersonnen;

er muss sie nur unermüdlich

ergründen und erforschen,

erkennen und bejahen.

Dazu gehören Mut, Kraft und Vertrauen -

und ein lebendiger Sinn.

 

Das ist die Aufgabe des Menschen.

 

  * * *

Wer eine Niederlage erlitten hat,

der schimpfe nicht gleich auf die anderen.

Er suche den Fehler - zuerst - bei sich.

Er kann dann doch noch Sieger werden:

Den Sieg erringen über sich selbst.

 

 * * *

Nichts auf der Welt kommt ganz unvorbereitet!

Selbst der Gewittersturm kündigt sich an

durch manch' untrügliche sichere Zeichen,

wenn man sie wahrnimmt und deuten kann.

 

So hat man Zeit, sich in Ruhe zu schützen

vor des Gewitters zerstörender Macht.

Bricht dann der Sturm los mit Heulen und Toben,

sitzt man im sicheren Hause und lacht.

 

Drum ist es gut, auf die Zeichen zu achten,

die uns das Leben so vielfältig zeigt,

blicken wir ihnen mit Mut wach entgegen!

Zum rechten Handeln verbleibet dann Zeit.

 

     * * *

 

Selbsterkenntnis  - höchste Gabe, 

die als Keim ich in mir trage 

und als Mensch entwickeln muss, 

schafft mir das auch oft Verdruss. 

Doch sie öffnet mir mein Wesen, 

darin kann ich manches lesen 

über mich und meine Erde, 

über Gottes Weltenwerde. 

 

      * * *

 

Der Mensch wird die Früchte des Lebens

nicht am Beginne seines Weges ernten; -

sie erwarten ihn - vielleicht -

erst an dessen Ende,

hat er sich redlich und ehrlich bemüht.

Es liegt an ihm selbst,

ob die Ernte dann reichlich oder dürftig ausfällt,

ob die Früchte gefüllt oder hohl sein werden.

 

  * * *

 

Die Welt ist voller Schönheit,

sie gilt es zu entdecken.

Die Welt ist voller Wunder,

sie gilt es zu enträtseln.

Die Welt ist gegründet auf Hoffnung,

sie gilt es zu erfüllen.

Die Welt beruht auf Wahrheit,

sie gilt es zu erkennen.

Die Welt erwuchs aus Liebe,

sie gilt es zu erwidern.

 

Schönheit und Wunder,

Hoffnung, Wahrheit und Liebe

lernen wir verstehen,

wenn wir bedenken,

dass Schönheit erfreuen -

aber auch täuschen kann,

dass Wunder erstaunen -

aber auch enttäuschen können,

dass Hoffnung beleben -

aber auch qualvoll sein kann,

dass Wahrheit befreien -

aber auch bitter sein kann,

dass Liebe verbinden -

aber auch trennen kann.

 

   * * *

 

Je nach Laune des Windes

sind die Wellen des Meeres

klein oder groß,

schwach oder mächtig.

Sie haben keinen eigenen Willen,

sie werden kreuz und quer umher getrieben.

Zuletzt zerschellen sie am Ufer.

Ein Mensch ohne Willenskraft und Ziel

kann leicht das gleiche Schicksal erleiden.

Daher besinne er sich und werde

im Leben sein eigener Führer und Bestimmer.

 

     * * *

Die wahre Größe eines Berges erkennt der,

der an seinem Fuße steht. 

 

    * * *

Hat der Mensch Ideen, Tatkraft und Mut,

so wird er manches in der Welt

verändern und umgestalten können,

zum Wohle der Menschen;

das nennen wir Fortschritt.

 

Ist der Mensch willen- und gedankenlos,

so muss er sich nicht wundern,

wenn alles beim alten bleibt;

das aber nennen wir Rückschritt!



* * *

Wer meint,

seine Mitmenschen tadeln zu müssen

ihrer Fehler wegen,

prüfe zuvor,

ob er selbst fehlerfrei ist.

 

Erkennt er aber, 

dass er nicht von Fehlern frei ist, 

so versuche er, 

ob er nicht besser 

ENTSCHULDIGEN  kann. 

 

   * * *

 

Es gibt Verhältnisse in der Welt, 

die man nicht ändern kann. 

Ich will versuchen, 

das offenen Auges zu verstehen. 

 

Es gibt Verhältnisse in der Welt, 

die man ändern sollte. 

Ich hoffe, immer genügend Mut 

und Kraft zu haben, 

es auch zu tun. 

 

Es gibt Verhältnisse in der Welt, 

die man ändern muss! 

Ich will mir fest vornehmen, 

damit zuerst bei mir selbst zu beginnen. 

 

    * * *

Wer ohne liebendes Herz 

die Flammen der Welt durchschreitet, 

dem bleiben ihre Geheimnisse verborgen. 

Wagst du es mutig trotzdem 

und scheust nicht Kampf, 

Enttäuschungen und Verzweiflung, 

nennt man die Erfahrungen, 

die du dabei machst, 

schmerzgeborene Erkenntnis. 

 

   * * *

Geduld ist schwer?

Sieh dort, die Katze,

wie lange sie regungslos

vor dem Mauseloch verharrt!

Ihre Geduld führt schließlich zum Ziel, -

sie fängt die Maus.

Wäre sie ungeduldig,

müsste sie verhungern.

 

   * * *

Schwimmst du im warmen Meer,

dann fühlst du,

wie sanft und weich das Wasser ist.

Stürzt du auf den Stein,

so spürst du,

wie hart und fest er ist.

 

Und doch löst das sanfte,

weiche Wasser

langsam den härtesten Felsen auf.

 

Das Wasser fragt nicht

nach Zeit oder raschem Erfolg.

 

Dieses Beispiel zeigt,

dass Geduld und Ausdauer

auch Schwierigstes bezwingen können.

 

 * * *

Der Berggipfel morgendliches Glühen

kündet uns vom nahen Aufgang der Sonne.

Des Abends leuchtendes Himmelsrot

verspricht uns des kommenden Tages

strahlender Sonnenglanz.

Der finsteren Wolken aufquellende Türme

sind Zeichen des nahenden Gewitters.

 

So gibt es zahlreiche Zeichen

und Hinweise im Leben

auf Kommendes, Zukünftiges; 

lernst du sie erkennen und richtig deuten,

bist du vor manchen Überraschungen sicher.

 

   * * *

Unverzagt sprießet und sprosset die Natur,

Jahr um Jahr;

sie fragt nicht nach dem Warum und Wofür.

Sie dient dem Menschen,

still und bescheiden,

und verlangt keinen Dank.

 

Bedenken wir dies

und verlangen nicht gleich

für alles besonderen Dank oder Ehre!

 

     * * *

Stört dich der Zikaden

pausenloses Zirpen?

Freue dich dessen,

künden sie doch schönes Wetter!

 

       * * * 

Suche ich die großen Wunder Gottes, -

so finde ich sie allenthalben.

Aber welches seiner Wunder

ist nun das allergrößte?

 

Ist es das mächtigste Gebirge?

Das größte Meer?

Das stärkste Tier?

Der zierlichste Käfer?

Der reinste Kristall?

Die strahlende Sonne?

 

Wer kann das sagen,

da jedes für sich

des größten Wunder eines ist,

und nichts darf fehlen

im großen Reigen

der Weltenharmonie.

Zur Ehre Gottes

und zum Wohle des Menschen.


 * * *

Viele Tiere haben Stimmen,

dröhnend laute, wispernd leise,

und sie lassen sie ertönen,

jedes Tier auf seine Weise.

 

Will man Tierlaute verstehen,

was sie so artikulieren,

müssen wach wir ihr Verhalten

und ihr Wesen gut studieren.

 

So kann dem geschulten Ohr

bald ein Tierlaut vieles sagen,

ob es frohe Stimmen sind -

oder ob die Tiere klagen.

 

* * *

 

Geld vergoldet,

Gold verblendet,

Blindheit löscht

des Geistes Glanz,

doch der Liebe

selbstlos' Opfer

strahlt wie Licht

des Diamants.

 

* * * 

Das Schönste, das du schaust auf Erden, 

das ist des Menschen Angesicht, 

und aus der Klarheit seiner Augen 

zu dir der Seele Wahrheit spricht. 


 
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