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Z e u g n i s s p r ü c h e

 

an Waldorfschulen


-    T  E  I  L    3   -  

 

ab Klasse  

 von Hans Harress 

*  *  *  *  *  *  * 

  (Ich habe als Klassen- und Fachlehrer die Klassen 1 bis 11 
unterrichtet an verschiedenen Waldorfschulen 
im In- und Ausland.) 

*  *  *  *  *  *  *  * 

Diese Zeugnissprüche können gerne bei Gefallen 
verwendet werden, nach Wahl auch für 
andere als die vorgeschlagenen Klassenstufen, 
bei Nennung des Autors im Zeugnis,

wie üblich. 
Sie können gerne auch Kollegen/Innen auf diese Sprüche 
aufmerksam machen.
 

 *  *  *  *  *  *  *  * 

Diese Seiten (dieser Blog) werden (wird) möglicherweise 
in einiger Zeit geschlossen und gelöscht. 
Es empfiehlt sich daher, 
die Sprüche bei Gefallen und für eine weitere zukünftige
Verwendung auf den eigenen Computer zu kopieren. 

 

*  *  *  *  *  *  *  *  *  

 

 Wie schön ist Gottes weite Welt,

voll Wunder die Natur,

wie weise Gott sein Werk erhält,

den Wald, das Feld, die Flur.

Und alles, was wir staunend seh'n,

das lebt nach Gottes Plan,

der Mensch allein, der lernend übt,

das einst verstehen kann.

Dazu hat Gott ihn auserkor'n

als ein besond’res Wesen,

und wer sich müht, versteht es einst

im Buch der Natur zu lesen.

 

* * *

Munter und heiter murmelt der Bach,

er plaudert und plätschert den ganzen Tag,

er kann ganz einfach nicht stille steh’n,

das Rinnen und Rennen ist gar zu schön.

Erst als er sich in den See ergießt,

in dem das Wasser steht, nicht fließt,

kommt er zur Ruhe und hört auf zu rauschen

und kann nun so manches Geheimnis erlauschen.

 

* * *

Allein der Mensch kann aufrecht geh'n

und frei sein Haupt erheben,

das Tier muss auf vier Beinen steh'n

und auf dem Boden leben.

So hat der Mensch der Hände zwei,  

die Gott kunstvoll geschaffen,

er wurde von der Erde frei

und kann nun vieles machen.

Es dienen seine Hände ihm

zu ungezählten Taten,

er sorg' dafür, dass gut sie sind; -

mög' alles ihm geraten! 

 

* * *

 

Der goldenen Flügel hat jeder Mensch zwei,

sie tragen ihn sicher und mächtig,

er muss sie mit Schwunge bewegen nur frei

im Gleichmaß - entschlossen und kräftig!

 

Der eine der Flügel, das ist unser Fleiß,

die Aufmerksamkeit ist der zweite,

die beiden, sie führen den menschlichen Geist  

bis fern in unendliche Weite.


* * *

Am Firmament, im hohen Bogen

kommt jeden Tag die Sonne gezogen,

schenkt Pflanzen, Tieren und auch dir

ihr liebes Licht. - Was schenkst du ihr?

 

Ich will ihr schenken gute Gedanken,

mich auch mit fleißigem Tun bedanken,

dann ist sie froh, strahlt hellen Schein;

so soll es alle Tage sein.

 

* * *

Wenn machtvoll bei Sturm die haushohen Wellen

pausenlos stürzen auf Deiche und Strand,

gibt's kein Verweilen, nur heldenhaft Kämpfen,

sonst wird versinken im Wasser das Land.

 

Bei diesem Kampf gegen Uresgewalten

zählt nur der mutige, tapfere Held,

in solcher Not wird er handeln, nicht zagen,

und kämpfen für's Gute und Edle der Welt.

 

* * *

Sieh! Dort sprudelt munter eine Quelle,

glitzernd, funkelnd, glänzend, silbrighelle, -

und darüber schießt im gleißend Sonnenlicht

pfeilschnell schwirrend ein Libellenwicht.

Funkelt tausendfach wie ein Kristall,

schwirrt und saust blitzschnell allüberall.

Ringsherum steh'n zarte Gräser, ein Zier.

"Sag', Libelle, wie gefällt sie dir?"

"Sie gefällt mir gut, die Gotteswelt,

alles ist so zierlich, wohl bestellt."

 

* * *

Tag um Tag und Jahr um Jahr

leuchtet uns der Sonne Licht,

und das schon seit Urgedenken;

darin Gottes Güte spricht.

Sonnenlicht - ist reine Liebe,

es schenkt sich der Welt ganz hin,

selbstlos führt es uns durchs Leben; -

erkenne seines Opfers Sinn!


* * *

Nach des Schöpfers weisem Plan

wurden Sonne, Mond und Sterne,

uns're schützenden Begleiter,

wachen treu aus weiter Ferne.

Und sie schenken Tag und Nacht

aus dem weiten Himmelszelt

ihre Liebesgaben allen,

allen Wesen dieser Welt. 


 * * *

Wenn der Landmann voller Kraft

fleißig seine Arme regt,

bei der Arbeit schweigt und schafft,

seine Felder hegt und pflegt,

dann lacht Thor der Götterheld,

segnet seinem Volk die Saaten;

ist der Acker wohlbestellt,

wird die Ernte gut geraten.

 

* * *

 

Kerzengrade, ruhig, schweigend,

 wächst der grüne Tannenbaum,

ohne Blüten, still, bescheiden,

wie in einem tiefen Traum.

 

Doch zur heil'gen Weihenacht

darf er strahlen, darf er blühen,

wenn er in das Haus gebracht,

helle Lichter auf ihm glühen.

 

* * *


Dort geht ein hübscher, bunter Pfau

 in seinem prächt'gen Federkleid.

Wie er stolziert vor seiner Frau

und Räder schlägt voll Eitelkeit!

Versucht er doch einmal zu singen,

so wird ihm dieses nicht gelingen.

 

Hoch über ihm sitzt im Gezweig,

ganz unscheinbar und sehr bescheiden,

Frau Nachtigall im grauen Kleid,

ihr ist die Schönheit nicht zu eigen.  

Doch wenn sie abends jubelnd singt,

 so ist's, als ob der Himmel klingt.

 

* * *

 

Viel Kraft haben Löwen,

auch Bären und Stiere

und Tiger und Büffel

und manch' and're Tiere.

Sie brauchen die Stärke,

um zu überleben.

 

Doch nicht so die Menschen,

die and'res erstreben:

Sie wandeln die Kräfte

der Stärke und Glut

in Liebe, Vertrauen,

in Mitleid und Mut..

 

* * *

Loki, der lustige, listige Gott

lästerte ständig mit witzigem Spott,

ärgerte täglich die würdigen Asen,

als diese spielten auf himmlischem Rasen.

Neckte und foppte, verspottete alle,

bis Thor, dem Helden, vor Zorn schwoll die Galle.

Er griff sich den Loki, vergalt es ihm teuer:

Der muss nun sorgen auf Erden für Feuer

bis an das Ende von Himmel und Welt;

so half den Menschen der göttliche Held.

 

* * * 

Rodelst und rasest du gern vom Gebirge,

frei wie der Vogel hinab in das Tal?

Dann musst den Schlitten zuerst du hinaufzieh'n,

darfst Müh' und Arbeit nicht scheuen zumal!

 

* * *

Die Tange im Meere sind hübsche Gebilde,

sie wiegen und wogen im Spiel hin und her,

sie werden vom Wasser ernährt und getragen

und folgen den tanzenden Wellen im Meer.

 

Doch wenn wilde Stürme die Wogen aufwühlen,

 zerreißen die zarten Geschöpfe wie Gras,

sie können der tobenden Flut nicht standhalten

und treiben gebrochen im wogenden Nass.

 

* * *

 

Der Morgen im Osten,

im Süden der Mittag,

der Abend im Westen,

im Norden die Nacht.

So klar und eindeutig

 hat für uns der Schöpfer

das Weltengefüge

gesetzt und gemacht.

Damit der Mensch habe

für ewig bereit

den Lebensraum um sich -  

und kann werden - frei!

 

* * *

Ein Segler wagt sich weit hinaus

aufs Meer mit Schiff und Segel,

er fürchtet nicht selbst Sturmgebraus

und auch nicht dichten Nebel.

Er kennt den Kurs, das ferne Ziel,

hält fest des Steuers Speichen,

kennt auch der Wellen Weg und Spiel;

er wird dem Sturm nicht weichen.

 

"Woher, du tapf'rer Seemann, sprich,

woher kommt dein Vertrauen?"

"Ich weiß, der Herrgott schützt auch mich,

auf ihn kann fest ich bauen."

 

* * *

Der Stein ist stumm,

liegt da und ruht,

erduldet uns'ren Tritt;

er ist der Grund

auf dem wir steh'n

und geh'n mit sichrem Schritt.

 

Die Pflanze wächst,

richtet sich auf,

steht fest an ihrem Ort;

begrünt die Erd'

für Mensch und Tier,

ist stumm und spricht kein Wort.

 

Das Tier ist wild, bewegt sich fort

und folgt nur seinen Trieben;

es ist gebannt in seinem Wesen,

kann nichts tun nach Belieben.

 

Es dienen Pflanze,

Stein und Tier

den Menschen auf der Erde;

sie opfern sich,

auf dass der Mensch

ein freies Wesen werde.

 

Bedenke dies

mit Dankbarkeit

und öffne deine Sinne;

aus allen Wesen dieser Welt

spricht zu dir Gottes Stimme.

 

* * *

Im Dunkel der Bäume,

 im Reiche der Träume,

da wachsen die Moose

so zierlich und fein;

sie lieben die Schatten

und taufeuchte Matten,

hier dämmern sie leise,

bescheiden und klein.

 

So möcht' ich nicht leben!

Ich will vorwärts streben!

Durch Lernen und Handeln

die Welt mir verwandeln;

den Menschen zum Wohle,

zum Fortschritt, zum Heil.

 

* * *

Ein weises Sprichwort zu uns spricht:

"Ein Meister fällt vom Himmel nicht!"

 Er hat als Lehrling einst begonnen, -

 sich Ehr' durch harte Fron gewonnen!

 

* * *

So wie sich Himmel und Erde widerspiegeln

in einem winzigen Wassertropfen,

ist er nur rein und klar,

ebenso spiegelt sich im klaren,

ungetrübten Geiste des Menschen

die ganze Welt wider.

 

Drum soll der Mensch Sorge tragen,

dass sein Denken licht und rein werde,

auf dass sich ihm die Geheimnisse der Welt

offen und klar offenbaren können.

 

* * *

Sieh' dort, der Adler! Welche Kühnheit!

Welcher Stolz und welche Kraft!

Hoch am Himmel zieht er Kreise,

scharfen Auges hält er Wacht.

 

Du liebst Freiheit, liebst die Weite,

strebst dem fernen Ziele zu;

diesem Vorbild will ich folgen

und will handeln so wie du.

 

* * *

Wenn der Sturm braust,

schließen die Blüten ihren Kelch;

wenn der Sturm heult,

suchen die Tiere sicheren Schutz;

wenn der Sturm tobt,

ächzen und stöhnen die Bäume;

wenn der Sturm rast,

bleibt der Mensch im festen Haus.

 

Doch auch der stärkste Sturm vergeht,

und die Sonne scheint wieder,

 mild und sanft.

Die Blüten öffnen ihre Kelche,

die Tiere kommen aus ihrem Schutz heraus,

die Bäume strecken ihre Zweige

zum Himmel empor,

und der Mensch dankt Gott,

dass kein Unheil geschehen ist.

 

* * *

Thor der starke Götterheld

schützte kühn die Götterwelt

vor den schlauen, list'gen Zwergen,

vor den Riesen aus den Bergen,

 vor dem finst'ren Zwiegelichter,

unehrlichen Bösewichtern.

Er erschlug sie mit dem Hammer

unter Blitz und Donnerkrachen,

laut ertönte ihr Gejammer -  

und den Thor, den hört man lachen.

 

* * *

 

So wie das Ackerfeld

Früchte nur trägt,

wenn es der Landmann

mit Fleiß gründlich pflegt;

so wird der Mensch auch

den Lebensweg meistern,

wenn er zur Arbeit

sich kann recht begeistern.

 

* * * 

 

Wenn in finstrer Wintersnacht

Frost und Eiseskälte klirren,

Pflanzen, Tiere, Menschen leiden,

 Schneeflocken vom Himmel schwirren;

Tiere - halbverhungert - suchen

Futter überall im Schnee,

hartgefroren Feld und Wiesen,

eiserstarrt sind Teich und See.

Wenn Verzweiflung und wenn Schmerzen

fest umschließen unsre Herzen, -

dann zeigt sich in tiefster Nacht

Hoffnung, die im Innern wacht:

Denn nun keimet in der Erde

neues Leben, neues Werde!

Auferweckt von Himmelsmächten

in den zwölf Heiligen Nächten.

 

*  *  *  *  

 

Wie schön ist Gottes weite Welt,

voll Wunder die Natur,

wie weise Gott sein Werk erhält,

den Wald, das Feld, die Flur.

Und alles, was wir staunend seh'n,

das lebt nach Gottes Plan,

der Mensch allein, der lernend übt,

das einst verstehen kann.

Dazu hat Gott ihn auserkor'n

als ein besond’res Wesen,

und wer sich müht, versteht es einst

im Buch der Natur zu lesen.

 

* * *

Munter und heiter murmelt der Bach,

er plaudert und plätschert den ganzen Tag,

er kann ganz einfach nicht stille steh’n,

das Rinnen und Rennen ist gar zu schön.

Erst als er sich in den See ergießt,

in dem das Wasser steht, nicht fließt,

kommt er zur Ruhe und hört auf zu rauschen

und kann nun so manches Geheimnis erlauschen. 

 

* * *

Allein der Mensch kann aufrecht geh'n

und frei sein Haupt erheben,

das Tier muss auf vier Beinen steh'n

und auf dem Boden leben.

So hat der Mensch der Hände zwei,  

die Gott kunstvoll geschaffen,

er wurde von der Erde frei

und kann nun vieles machen.

Es dienen seine Hände ihm

zu ungezählten Taten,

er sorg' dafür, dass gut sie sind; -

mög' alles ihm geraten! 

 

* * *

 

Der goldenen Flügel hat jeder Mensch zwei,

sie tragen ihn sicher und mächtig,

er muss sie mit Schwunge bewegen nur frei

im Gleichmaß - entschlossen und kräftig!

 

Der eine der Flügel, das ist unser Fleiß,

die Aufmerksamkeit ist der zweite,

die beiden, sie führen den menschlichen Geist  

bis fern in unendliche Weite.


* * *

 

Am Firmament, im hohen Bogen

kommt jeden Tag die Sonne gezogen,

schenkt Pflanzen, Tieren und auch dir

ihr liebes Licht. - Was schenkst du ihr?

 

Ich will ihr schenken gute Gedanken,

mich auch mit fleißigem Tun bedanken,

dann ist sie froh, strahlt hellen Schein;

so soll es alle Tage sein.

 

* * *

Wenn machtvoll bei Sturm die haushohen Wellen

pausenlos stürzen auf Deiche und Strand,

gibt's kein Verweilen, nur heldenhaft Kämpfen,

sonst wird versinken im Wasser das Land.

 

Bei diesem Kampf gegen Uresgewalten

zählt nur der mutige, tapfere Held,

in solcher Not wird er handeln, nicht zagen,

und kämpfen für's Gute und Edle der Welt.

 

* * *

Sieh! Dort sprudelt munter eine Quelle,

glitzernd, funkelnd, glänzend, silbrighelle, -

und darüber schießt im gleißend Sonnenlicht

pfeilschnell schwirrend ein Libellenwicht.

Funkelt tausendfach wie ein Kristall,

schwirrt und saust blitzschnell allüberall.

Ringsherum steh'n zarte Gräser, ein Zier.

"Sag', Libelle, wie gefällt sie dir?"

"Sie gefällt mir gut, die Gotteswelt,

alles ist so zierlich, wohl bestellt."

 

* * *

Tag um Tag und Jahr um Jahr

leuchtet uns der Sonne Licht,

und das schon seit Urgedenken;

darin Gottes Güte spricht.

Sonnenlicht - ist reine Liebe,

es schenkt sich der Welt ganz hin,

selbstlos führt es uns durchs Leben; -

erkenne seines Opfers Sinn!


* * *

Nach des Schöpfers weisem Plan

wurden Sonne, Mond und Sterne,

uns're schützenden Begleiter,

wachen treu aus weiter Ferne.

Und sie schenken Tag und Nacht

aus dem weiten Himmelszelt

ihre Liebesgaben allen,

allen Wesen dieser Welt.


 * * *

 

Wenn der Landmann voller Kraft

fleißig seine Arme regt,

bei der Arbeit schweigt und schafft,

seine Felder hegt und pflegt,

dann lacht Thor der Götterheld,

segnet seinem Volk die Saaten;

ist der Acker wohlbestellt,

wird die Ernte gut geraten.

 

* * *

 

Kerzengrade, ruhig, schweigend,

 wächst der grüne Tannenbaum,

ohne Blüten, still, bescheiden,

wie in einem tiefen Traum.

 

Doch zur heil'gen Weihenacht

darf er strahlen, darf er blühen,

wenn er in das Haus gebracht,

helle Lichter auf ihm glühen.

 

* * *


Dort geht ein hübscher, bunter Pfau

 in seinem prächt'gen Federkleid.

Wie er stolziert vor seiner Frau

und Räder schlägt voll Eitelkeit!

Versucht er doch einmal zu singen,

so wird ihm dieses nicht gelingen.

 

Hoch über ihm sitzt im Gezweig,

ganz unscheinbar und sehr bescheiden,

Frau Nachtigall im grauen Kleid,

ihr ist die Schönheit nicht zu eigen.  

Doch wenn sie abends jubelnd singt,

 so ist's, als ob der Himmel klingt.

 

* * *

 

Viel Kraft haben Löwen,

auch Bären und Stiere

und Tiger und Büffel

und manch' and're Tiere.

Sie brauchen die Stärke,

um zu überleben.

 

Doch nicht so die Menschen,

die and'res erstreben:

Sie wandeln die Kräfte

der Stärke und Glut

in Liebe, Vertrauen,

in Mitleid und Mut..

 

* * *

 

Loki, der lustige, listige Gott

lästerte ständig mit witzigem Spott,

ärgerte täglich die würdigen Asen,

als diese spielten auf himmlischem Rasen.

Neckte und foppte, verspottete alle,

bis Thor, dem Helden, vor Zorn schwoll die Galle.

Er griff sich den Loki, vergalt es ihm teuer:

Der muss nun sorgen auf Erden für Feuer

bis an das Ende von Himmel und Welt;

so half den Menschen der göttliche Held.

 

* * *

 

Rodelst und rasest du gern vom Gebirge,

frei wie der Vogel hinab in das Tal?

Dann musst den Schlitten zuerst du hinaufzieh'n,

darfst Müh' und Arbeit nicht scheuen zumal!

 

* * *

Die Tange im Meere sind hübsche Gebilde,

sie wiegen und wogen im Spiel hin und her,

sie werden vom Wasser ernährt und getragen

und folgen den tanzenden Wellen im Meer.

 

Doch wenn wilde Stürme die Wogen aufwühlen,

 zerreißen die zarten Geschöpfe wie Gras,

sie können der tobenden Flut nicht standhalten

und treiben gebrochen im wogenden Nass.

 

* * *

 

Der Morgen im Osten,

im Süden der Mittag,

der Abend im Westen,

im Norden die Nacht.

So klar und eindeutig

 hat für uns der Schöpfer

das Weltengefüge

gesetzt und gemacht.

Damit der Mensch habe

für ewig bereit

den Lebensraum um sich -  

und kann werden - frei!

 

* * *

 

Ein Segler wagt sich weit hinaus

aufs Meer mit Schiff und Segel,

er fürchtet nicht selbst Sturmgebraus

und auch nicht dichten Nebel.

Er kennt den Kurs, das ferne Ziel,

hält fest des Steuers Speichen,

kennt auch der Wellen Weg und Spiel;

er wird dem Sturm nicht weichen.

 

"Woher, du tapf'rer Seemann, sprich,

woher kommt dein Vertrauen?"

"Ich weiß, der Herrgott schützt auch mich,

auf ihn kann fest ich bauen."

 

* * *

Der Stein ist stumm,

liegt da und ruht,

erduldet uns'ren Tritt;

er ist der Grund

auf dem wir steh'n

und geh'n mit sichrem Schritt.

 

Die Pflanze wächst,

richtet sich auf,

steht fest an ihrem Ort;

begrünt die Erd'

für Mensch und Tier,

ist stumm und spricht kein Wort.

 

Das Tier ist wild, bewegt sich fort

und folgt nur seinen Trieben;

es ist gebannt in seinem Wesen,

kann nichts tun nach Belieben.

 

Es dienen Pflanze,

Stein und Tier

den Menschen auf der Erde;

sie opfern sich,

auf dass der Mensch

ein freies Wesen werde.

 

Bedenke dies

mit Dankbarkeit

und öffne deine Sinne;

aus allen Wesen dieser Welt

spricht zu dir Gottes Stimme.

 

* * *

Im Dunkel der Bäume,

 im Reiche der Träume,

da wachsen die Moose

so zierlich und fein;

sie lieben die Schatten

und taufeuchte Matten,

hier dämmern sie leise,

bescheiden und klein.

 

So möcht' ich nicht leben!

Ich will vorwärts streben!

Durch Lernen und Handeln

die Welt mir verwandeln;

den Menschen zum Wohle,

zum Fortschritt, zum Heil.

 

* * *

Ein weises Sprichwort zu uns spricht:

"Ein Meister fällt vom Himmel nicht!"

 Er hat als Lehrling einst begonnen, -

 sich Ehr' durch harte Fron gewonnen!

 

* * *

So wie sich Himmel und Erde widerspiegeln

in einem winzigen Wassertropfen,

ist er nur rein und klar,

ebenso spiegelt sich im klaren,

ungetrübten Geiste des Menschen

die ganze Welt wider.

 

Drum soll der Mensch Sorge tragen,

dass sein Denken licht und rein werde,

auf dass sich ihm die Geheimnisse der Welt

offen und klar offenbaren können.

 

* * *

Sieh' dort, der Adler! Welche Kühnheit!

Welcher Stolz und welche Kraft!

Hoch am Himmel zieht er Kreise,

scharfen Auges hält er Wacht.

 

Du liebst Freiheit, liebst die Weite,

strebst dem fernen Ziele zu;

diesem Vorbild will ich folgen

und will handeln so wie du.

 

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Wenn der Sturm braust,

schließen die Blüten ihren Kelch;

wenn der Sturm heult,

suchen die Tiere sicheren Schutz;

wenn der Sturm tobt,

ächzen und stöhnen die Bäume;

wenn der Sturm rast,

bleibt der Mensch im festen Haus.

 

Doch auch der stärkste Sturm vergeht,

und die Sonne scheint wieder,

 mild und sanft.

Die Blüten öffnen ihre Kelche,

die Tiere kommen aus ihrem Schutz heraus,

die Bäume strecken ihre Zweige

zum Himmel empor,

und der Mensch dankt Gott,

dass kein Unheil geschehen ist.

 

* * *

Thor der starke Götterheld

schützte kühn die Götterwelt

vor den schlauen, list'gen Zwergen,

vor den Riesen aus den Bergen,

 vor dem finst'ren Zwiegelichter,

unehrlichen Bösewichtern.

Er erschlug sie mit dem Hammer

unter Blitz und Donnerkrachen,

laut ertönte ihr Gejammer -  

und den Thor, den hört man lachen.

 

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So wie das Ackerfeld

Früchte nur trägt,

wenn es der Landmann

mit Fleiß gründlich pflegt;

so wird der Mensch auch

den Lebensweg meistern,

wenn er zur Arbeit

sich kann recht begeistern.

 

* * *

 

Wenn in finstrer Wintersnacht

Frost und Eiseskälte klirren,

Pflanzen, Tiere, Menschen leiden,

 Schneeflocken vom Himmel schwirren;

Tiere - halbverhungert - suchen

Futter überall im Schnee,

hartgefroren Feld und Wiesen,

eiserstarrt sind Teich und See.

Wenn Verzweiflung und wenn Schmerzen

fest umschließen unsre Herzen, -

dann zeigt sich in tiefster Nacht

Hoffnung, die im Innern wacht:

Denn nun keimet in der Erde

neues Leben, neues Werde!

Auferweckt von Himmelsmächten

in den zwölf Heiligen Nächten.

 

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