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Z e u g n i s s p r ü c h e

 

an Waldorfschulen

 

von Hans Harress

 

Die Sprüche können gerne bei Gefallen 
verwendet werden, nach Wahl auch für
andere als vorgeschlagene Klassenstufen,
bei Nennung des Autors im Zeugnis.

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1.  bis  3.  Klasse 

Sprüche ab Klassenstufe 4 in der
folgenden Rubrik - Zeugnissprüche 2

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In mir ist Licht vom Paradies,

ich nahme es mit, als ich's verließ,

bewahr' es tief im Herzen mein

und hüte treu den Gottesschein.

Wenn meine Hand mit Liebeskraft

auf Erden etwas Gutes schafft,

dann leuchtet aus dem Herzenstor

das Paradieseslicht hervor.

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Ich liebe die Menschen,

die auf meinen Wegen

mich liebend begleiten,

mich schützend umhegen.

Ich liebe die Erde,

die Pflanzen, die Tiere,

sie zeigen mir göttliche

Größe und Zierde.

Möcht vieles gern wissen

und manches noch lernen

von freundlichen Menschen,

von Sonne und Sternen.

Und was ich erfahre

und kenne und kann,

will herzlich ich teilen

mit jedermann.

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Das muntere Bächlein, es plaudert so viel,

auf seiner gebirgigen Reise,

bis es dann im Tale fließt langsam und still

und murmelt und summt nur noch leise.

 

Nun kann es die Tiere und Pflanzen verstehn,

die an seinen Ufern leis' raunen,

was sie ihm erzählen, wie ist das so schön,

da kann unser Bächlein nur staunen.

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Noch träumt die Blüte tief verborgen

in einer Knospe sanft geborgen.

Sie träumt vom lieben Sonnenschein,

von Schmetterling und Bienelein.

 

Da kommt der Wind, möcht' leis sie wecken,

sieh nur, wie sich die Blätter recken.

Nun scheint die Sonn' mit hellem Glanz,

gleich öffnet sich das Blümlein ganz.

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Wie's Vögelein zwitschert so froh auf dem Dach,

wie's silbrige Fischlein schwimmt flink in dem Bach,

wie's Eichhörnchen lustig springt droben im Baum,

so will auch ich fröhlich sein und Gott vertraun.

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Das Pferd, es braucht den Reiter

und seine feste Hand,

sonst läuft es ziellos weiter 

in unbekanntes Land.

 

Der Reiter kennt die Wege,

er weiß, wohin er will,

lenkt's Pferdchen über Stege,

bis er erreicht das Ziel.

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Soll das Haus von Dauer sein,

muss der Maurer Stein auf Stein 

sorgfältig und mit Geschick

langsam mauern - Stück für Stück.

Sich'rer Blick und starke Hand,

Gottvertrauen, rechter Mut,

wer das hat, der kommt durchs Land;

was er tut, gelingt ihm gut.

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Wer träumend in die Welt gern schaut,

und wer sich Luftschlösser erbaut,

und wer nicht weiß, wohin er will,

der wird erreichen nie ein Ziel.

 

Doch wer hellwach schaut in die Welt,

die uns der Herrgott wohl erhält,

und wer dann wirkt mit Mut und Will',

der wird gelangen an sein Ziel.

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Fleißig war die Goldmarie,

half gern andern Wesen,

schaffte fröhlich, klagte nie,

ist stets froh gewesen.

 

Als Frau Holle sie entließ,

nahm sie Abschied hold,

unterm Tore fiel auf sie

glänzend lichtes Gold.

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Ein Schnecklein schaut aus seinem Haus,

streckt vorsichtig die Fühler aus,

doch rasch zurück kriecht es ins Heim,

möcht lieber drinn' als draußen sein.

 

Der mutge Prinz, er zieht hinaus,

kehrt nicht zurück ins Vaterhaus,

durchwandert dieses, jenes Land,

auch wenn es ihm ist unbekannt.

 

Den Menschen helfen, ist sein Ziel,

es ist ihm keine Müh' zuviel,

kein Feind zu stark, kein Ziel zu fern,

   er hilft mit Gottes Segen gern. 

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Ein Baum, der voller Kraft

dem Himmel wächst entgegen,

weicht keiner Sturmesmacht,

in ihm ruht Gottes Segen.

 

Ein Mensch, der voller Kraft

sich an die Arbeit wagt,

und der mit Freude schafft,

bringt Segen durch die Tat.

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Ein böser Drache überfiel

das Land des treuen Königs,

zu töten alles, war sein Ziel,

und Leid, das hemmt ihn wenig.

 

Da kam ein Prinz aus fernem Land,

er wollt' die Menschen retten,

er hielt sein Schwert fest in der Hand,

hatt' an ein Hemd von Ketten.

 

Sein Herz war furchtlos, voller Mut,

mit Gott wagt er die Tat,

und dann floß schwarzes Drachenblut,

das Böse unterlag.

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Wie tapfer war das Schneiderlein,

kämpft gegen Riesen gar,

fing Einhorn, Eber, ganz allein,

weil es so mutig war.

 

Es half den Menschen aus der Not,

sie müssen nicht mehr bangen;

wer furchtlos ist und traut auf Gott,

der wird die Kron' erlangen.

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Es träumte eine Blüte vom warmen Sonnenschein,

von Liebe und von Güte, vom hellen Licht so rein.

Die Sonne sollt' sie wecken, sie wollt' sich öffnen ganz,

sich ihr entgegenstrecken, zum Sonnenlichtesglanz.

Die Sonne kam gezogen am Himmel hell und klar,

die Blüte schlief und träumte, nahm nicht die Sonne wahr.

Da zog die Sonne weiter, musst' traurig untergehn,

und hätte doch so gerne ins Antlitz ihr gesehn.

Ich liebe auch die Sonne und ihren warmen Schein,

ich will mein Herz ihr öffnen und meine Seele rein.

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Am Fimament, in hohem Bogen

kommt jeden Tag die Sonne gezogen,

schenkt Pflanzen, Tieren und auch dir

ihr liebes Licht, - was schenkst du ihr?

 

Ich will ihr schenken meine Gedanken,

auch mich mit frohem Tun bedanken,

dann freut sie sich, strahlt hellen Schein,

so soll es alle Tage sein.

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So wie das Ackerland Früchte nur trägt,

wenn es der Landmann gewissenhaft pflegt;

so wird der Mensch seinen Lebensweg meistern,

wenn er zur Arbeit sich recht kann begeistern.

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Der Prinz zog in die Welt,

das blaue Kraut zu finden,

doch musste erst der Held,

viel Unbill überwinden.

 

Er fürchtete sich nicht

und kämpft mit starkem Mut,

ihm half des Zwergen Licht,

das durch den Wald er trug.

 

Schließlich fand er das Kraut

durch Gottes Hilfe dann,

es heilt des Königs Aug',

der wieder sehen kann.

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Ja, kannst du es zügeln, dein feuriges Ross?

So trägt es dich treu zum verzauberten Schloss.

Und kannst du es schwingen, das mächtige Schwert?

Bekämpfe den Drachen, der Wege dir wehrt.

Ich wage den Kampf nun mit mutiger Tat,

und helf der Prinzessin, so lieblich und zart.

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Die Blitze zucken - zick-zack - grell,

der Himmel leuchtet blendend hell,

der Donner lässt die Erde beben,

und aus den Wolken strömt der Regen.

Doch Furcht zieht in mein Herz nicht ein -

auf Regen folgt ja Sonnenschein!

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Hell jubelnd steigt die Lerche auf,

begrüßt der Sonne frühen Lauf;

das ist ein Tirilieren!

Was ist's, was sie so freuen mag,

dass sie so froh singt Tag für Tag

mit ihrem Jubilieren?

Sie danket Gott mit ihrem Lied,

und lebet ohne Sorgen,

sie weiß, er hat uns alle lieb,

bei ihm sind wir geborgen.

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Wohin ich schau, wohin ich geh,

ich vieles hör, ich vieles seh.

Auf grüner Wies', welch Blütenpracht,

die Lerche drüber singt und lacht.

Am Teich ein Storch stolziert daher,

fängt Frösche, Mäuse und viel mehr.

Dort saust vorbei ein flinker Spatz,

er sucht sich einen Futterplatz.

Es keimt und wächst und singt und fliegt

und duftet herrlich, was da blüht.

So überreich ist Gottes Welt,

auf ihr ist alles wohlbestellt.

Ein jedes Tier lebt an dem Ort,

den ihm bestimmt hat Gottes Wort.

Und jede Pflanze wohl gedeiht

am Platz, den Gott ihr hat geweiht.

Auf allem ruhet Gottes Segen;

ich will ihm danken, mich fleißig regen.

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Die Sonne strahlt, die Sonne lacht,

und freut sich, wenn ich aufgewacht,

sie früh am Morgen froh begrüße;

drum spring ich flink auf meine Füße

und singe heiter ihr ein Lied;

sie hat mich wie die Mutter lieb.

Schenkt jeden Tag mir gern ihr Licht,

sie weckt, sie liebt, sie wärmet mich.

Dafür will ich ihr herzlich danken

mit frohem Sinn und freien Gedanken.

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Wer dem Sturm trotzt und Gewitter,

mutig seiner Wege schreitet,

ist der rechte Prinz und Ritter,

der für Mensch und Himmel streitet.

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Ich schaue Gottes Welt mir an,

was ich da alles sehen kann:

Die Vögel fliegen durch die Luft,

die Blumen spenden süßen Duft,

die Erde lässt die Pflanzen gedeihen,

im Walde Hirsch und Reh verweilen.

Die Bächlein eilen flink zu Tal,

im Meer sind Fische ohne Zahl.

Die Sonne strahlt, schenkt mir ihr Licht

scheint freundlich mir ins Angesicht.

Des Nachts, da funkeln all die Sterne

und winken mir aus weiter Ferne.

Auch liebe Menschen begegnen mir,

sie sind das Schönste, Gottes Zier.

Das alles seh' ich und noch mehr;

ich liebe meine Welt gar sehr.

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In mir ist Licht vom Paradies,

ich nahme es mit, als ich's verließ,

bewahr' es tief im Herzen mein

und hüte treu den Gottesschein.

Wenn meine Hand mit Liebeskraft

auf Erden etwas Gutes schafft,

dann leuchtet aus dem Herzenstor

das Paradieseslicht hervor.


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Zeugnissprüche - gesprochen in der 3. Klasse


Gott schenkte uns das Leben,

dazu die ganze Welt,
                               
damit wir darin leben

ganz wie es uns gefällt.

 

Bequem wolln's manche haben

und Tag um Tag nur ruh'n,

doch ich nutz' meine Gaben

zum Lernen und zum Tun.

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Die Welt ist weit, die Welt ist schön,

voll Wunder die Natur,

wie prachtvoll herrlich ist der Wald,

das bunte Feld, die Flur.

 

Das weite Meer, das Felsgebirg',

die Menschen, Tiere, Pflanzen

seh' ich mit Staunen und mit Freud',

gehören all' zum Ganzen.

 

Ich schreit' auf meiner Lebensbahn,

möcht' manches mir erhoffen,

will fragen, lernen, freuen mich, -

die Welt, sie steht mir offen.

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Opherus hat lang gesucht

den stärksten Herrn der Welt,

ihm wollt er dienen frohen Muts

mit seiner Kraft als Held.

Zuerst half er dem Herzog gut,

dem Könige sodann,

doch alle war'n nicht stark genug,

bis er zum Teufel kam.

Der zeigte sich als Meister ihm,

beherrscht die ganze Welt,

doch vor dem Kreuze musst' er flieh'n,

es half kein Gold noch Geld.

Als Fährmann diente Opherus

am Fluss nun Jahr um Jahr,

er trug hinüber ohn' Verdruss

der Menschenmenge Schar.

Als eines Nachts ein Kind ihn rief,

trug treu er's durch den Fluss,

doch mitten drin wurd' es so schwer,

dass er versinken musst.

Er fragt' das Kind, - der stärkste Held,

womit es ihn bezwungen:

"Du Treuer trägst den Herrn der Welt,

den Christ hast du gefunden."

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Michael der starke Held,

hilft den Menschen auf der Welt

gegen all die bösen Drachen,

die uns höhnen und verlachen,

und die uns verführen wollen,

weil wir ihnen dienen sollen.

 

Michael wird sie bekriegen

und mit seinem Lichtschwert siegen,

wenn wir alle mit ihm kämpfen

und ihm helfen, sie zu dämpfen.

 

Folgen wir dem mut'gen Held,

zu beschützen uns're Welt.

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Wie schön ist Gottes weite Welt,

voll Wunder die Natur,

wie weise Gott sein Werk erhält,

den Wald, das Feld, die Flur.

Und alles, was wir staunend seh'n,

das lebt nach Gottes Plan,

der Mensch allein, der lernend übt,

das einst verstehen kann.

Dazu hat Gott ihn auserkor'n,

als ein besond'res Wesen,

und wer sich müht, versteht es einst

im Buch der Natur zu lesen.

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Ein jedes Tier ein Meister ist,

ohn' dass es viel geübt.

Ein jeder Mensch kann Meister werden,

wenn er sich recht bemüht.

 

Das ist aus Gottes Weisheit so,

drum müh' ich mich und schaffe froh.

Und was ich weiß und was ich kann,

das teil' ich gern mit jedermann.

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Beginne bescheiden und klein,

wie Gottes Natur es dich lehrt;

das Große wächst langsam, doch fein,

hat langen Bestand und hat Wert.

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Friedlich steht hier - ein mächtiger Stier,

ruhig und treu, - ein wenig scheu.

Doch sieht er rot, - sogleich er tobt,

senket sein Horn - und stürmet nach vorn.

Kind oder Weib, - nichts tut ihm leid,

alle er hetzt, - viele verletzt,

ohne Besinnen - draußen und drinnen.

 

Wehe, du Stier, - leid tut es dir,

wenn du erwachst, - siehst, was du machst !

Alles zerschlagen ! - Nun wirst du klagen.

Drum schau dir an, - was das Rot kann:

 

Schenkt seine Farbe - vielen als Gabe.

In seiner Güte - färbt es die Blüte,

manch' Edelstein - glänzt rot und fein.

Granat und Rubin - feurig aufglüh'n.

Rot auch das Blut, - Feuer und Glut.

 

Drum Gott gebot: - Liebe das Rot!

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Will der Baum den Sturm bestehen,

mächtig seine Kron' erheben

hoch zum Himmel, trotzend stolz,

muss ihm wachsen festes Holz.

Muss er seine Wurzeln schwer

tief versenken in die Erd.

Braust der Sturm mit Wutes Macht,

steht der Baum fest da und lacht.

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Hoch über den Wolken, da ziehet der Adler

auf mächtigen Schwingen unendliche Kreise

vertrauend der Luft, denn sie trägt ihn ganz sicher

auf seiner gar weiten und luftigen Reise.

 

So wird auch der Mensch, vertraut er auf Gott,

von göttlicher Liebe ganz sicher getragen.

Und was dann auch kommt, wenn er nur nicht schwankt,

so braucht er auf Erden hier nie zu verzagen.

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Wach auf ! Wach auf ! Schon hellt der Tag !

Laut ist der Ruf erklungen.

Es schlafe, wer da schlafen mag,

rasch aus dem Bett gesprungen !

 

Ja, an die Arbeit ohn' Verzug,

ganz wach will ich sie tun,

geschlafen hab' ich lang genug,

ich mag nicht länger ruhn.

 

Zum frohen Arbeit drängt es mich,

nicht lange mehr bedacht,

so vieles möchte lernen ich,

und froh wird auch gelacht.

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Schaue ich in Gottes Welt,

find' ich alles wohlbestellt:

All die Blumen, all die Tiere,

bunten Käfer, wilden Stiere,

Teiche, Tümpel, Bäche, Flüsse,

Sonnenschein und Regengüsse.

Zarte Gräser, mächt'ge Eichen,

Bäume, die zum Himmel reichen.

Wolkenheere, weiße, graue,

Weltenmeere, grüne, blaue.

Liebe Menschen, groß und klein,

sollen meine Freunde sein.

 

Ich dank' Gott für seine Welt,

in der mir es wohlgefällt.

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Versteckt am Waldrand, klein, ergeben,

da blüht ein Veilchen, zart und fein,

es wagt der Kopf kaum zu erheben

empor zum warmen Sonnenschein.

 

Da kommen in der Morgensonne

die muntren Bienen aus der Ferne

und fliegen voller Freud' und Wonne

zum Veilchen hin, sie haben's gerne.

 

Sie spiel'n und necken sich ein Weilchen

und lachen alle laut im Chor,

ganz glücklich ist das kleine Veilchen,

das Köpfchen hebt's nun weit empor.

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Wie klar ist doch der Sonne Licht,

 

kristallen rein - und doch nur weiß,

erst wenn es sich auf Erden bricht,

erglänzt's im bunten Farbenkreis.

 

So geht es auch dem Edelstein,

der stumpf im dunklen Erdreich ruht,

doch hältst du ihn ins Licht hinein,

dann zeigt er seine wahre Glut.

 

In jedem Menschen schlummert auch

gar mancher Edelstein,

du wirst ihn finden, leuchte nur

dein Liebeslicht hinein.

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Ein Mensch steht vor dem Riesenberg.

"Wie bist du winzig, Menschenzwerg!"

"Und doch bezwing' ich deine Höh'n!"

"Wie willst du, Schwacher, mich bestehn?"

"Ich schaffe es, weil ich es will!"

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Was du dir hast erworben

mit Mühe, Tat und Pflicht,

geht wieder rasch verloren,

behältst du es für dich.

Schenkst du es aber andren,

gibst gerne davon ab,

so wird es neu geboren,

ermöglicht neue Tat.

Es sprießet, sprosset, fruchtet dann,

drum schenk' dein Wissen jedermann;

am Ende blüht auch dir das Glück,

denn gute Taten kehren zurück.

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Schau dort, das Pferd, welch' edles Tier !

Kannst du es zügeln, gehorcht es dir.

Doch wehe dir, du Reitersmann,

fasst du dein Pferd mit Schwäche an !

Dann geht es durch mit wilder Kraft,

lässt halten sich mit keiner Macht

und wirft den Reiter ab mit Willen,

mag der auch schreien und laut brüllen.

Es duldet keinen schwachen Herrn,

nur den Bezwinger hat es gern.

Das Tier zu führ'n, wird dem gelingen,

dem es gelingt, sich zu bezwingen.

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Hoch vom Gebirge, da stürzet das Bächlein

mit tosendem Sprühen die Felsen herab.

Die Fluten, sie schäumen, sie zischen und sprühen

und rauschen und strömen und werden nicht matt.

 

Doch unten in dem Tal

fließt ruhig nun der Fluss,

der Mensch hat ihn gebändigt,

er ihm nun helfen muss.

Treibt große, schwere Räder

und Hämmer kraftvoll an

und zeigt, wenn er gelenkt wird,

was er doch alles kann.

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